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Kinoplakat: Virus
Ohrenbetäubender Alien-Horror
der zu klein ist für die Leinwand
Titel Virus
(Virus)
Drehbuch Chuck Pfarrer + Dennis Feldman
nach Motiven der gleichnamigen Comicserie aus dem Verlag Dark Horse
Regie John Bruno, USA 1999
Darsteller

Jamie Lee Curtis, William Baldwin, Donald Sutherland, Joanna Pacula, Marshall Bell, Sherman Augustus, Cliff Curtis, Julio Oscar Mechoso, Yuri Chervotkin, Keith Flippen, Olga Rzhepetskaya-Retchin, Levan Uchaneishvili, David Eggby u.a.

Genre Horror
Filmlänge 99 Minuten
Deutschlandstart
20. Mai 1999
Inhalt

Am Horizont ein geisterhaftes Schiff. Der havarierte Rettungsschlepper Sea Star nähert sich. Irgend etwas stimmt nicht. Das russische Forschungsschiff ist zwar mit hochmodernem Radar ausgestattet und vollgepackt mit Elektronik, scheint jedoch verlassen. Die Mannschaft des Schleppers geht an Bord.

Das russische Schiff ist alles andere als verlassen. Es lauert eine außerirdischen Lebensform, die auf der Erde perfekte Lebensbedingungen vorfindet und gerne bleiben möchte. Diese Lebensform ist mächtig.

Um überleben zu können, muß sie nun das zerstören, was ihre Existenz als einziges bedroht: das Virus namens Mensch …

Was zu sagen wäre

Das ist eine ganz witzige Idee: Der titelgebende „Virus” ist kein die Menschen bedohender Virus, sonder der Mensch ist der Virus. Aber damit hat es sich dann auch an Überraschungen. Geschichten, in denen elektronische, also seelenlose, Geräte die Menschheit ausradieren wollen, weil die Menschheit sie darauf programmiert hat – wahlweise – die Erde zu retten, Frieden zu garantieren oder die perfekte Lebensform zu erschaffen, gibt es im Kino von Anbeginn an – würdige Vertreter sind Filme wie „Colossus” (Joseph Sargent, USA 1970) oder die Terminator-Reihe.

Mehr Ideen entwickeln die Filmemacher nicht, der Film ist ein in manchen Situationen an Splatter gemahnender Science-Fiction-Horror mit holzschnittartigem Personal. Das wundert nicht: „Virus” beruht auf einer Originalserie der Dark Horse Comics. Der Visual-Effects-Spezialist und Oscar-Preisträger John Bruno gibt sein Regiedebüt. Gale Anne "Terminator" Hurd ist die Produzentin. Es erweist sich, dass gute Comics nicht unbedingt gute Filme ergeben. Beim vorliegenden „Virus” – den man sich angucken kann, ohne dass einem gleich die Füße einschlafen – ist die Geschichte zu dürr für eine große Kino-Leinwand. Sie trägt nicht, funktioniert in den kleinen Panels ihrer Comic-Vorlage besser. Für die Leinwand wurde viel Krach, viel SFX und Hektik draufgepackt.

Es ist eine bittere Ironie, dass Autor Chuck Pfarrer die geschichte zu „Virus” tatsächlich ursprünglich als Drehbuch verfasst hat, allerdings zu der Überzeugung gelangte, dass damals – Anfang der 1990er Jahre – die Visual Effects nicht umzusetzen seien. Daraufhin erst konzipierte er die Story als Comic.

John Bruno nennt seinen Film ein „unerhörtes Abenteuer”. Bruno gab nach Titanic seinen Posten als Visual-Effects-Supervisor auf, weil er in der Regieführung seine wahre Berufung sieht (über zwei Folgen der Serie „Star Trek: Voyager” und diesen vorliegenden Film kam seine Regie aber nie hinaus). Zehn Jahre lang hat er mit Regisseur James Cameron gearbeitet, u. a. an Terminator 2 - Tag der Abrechnung, True Lies,Titanic und „The Abyss”. In „Ghostbusters”, „Poltergeist II”, „Batmans Rückkehr” sowie „Cliffhanger” war Bruno Visual-Effects-Supervisor.

Wertung: 5 von 11 D-Mark
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