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Kinoplakat: Up in the Air
Modernes Kino als
Spiegel des Alltags
Titel Up in the Air
(Up in the Air)
Drehbuch Jason Reitman + Sheldon Turner
nach dem Roman von Walter Kim
Regie Jason Reitman, USA 2009
Darsteller George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J.K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis, Chris Lowell, Steve Eastin u.a.
Genre Drama
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
4. Februar 2010
Inhalt

Ryan Bingham ist fast immer auf Reisen. Sein Arbeitgeber schickt ihn zu Firmen, die nicht den Mut haben, ihre Angestellten selbst zu feuern. Er liebt die Ungebundenheit und Anonymität des Reisens. Ryans großes Ziel ist es, die Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Schallmauer zu überwinden.

Sein Chef Craig Gregory stellt ihm die junge Cornell-Absolventin Natalie Keener zur Seite, die zur Kostensenkung vorschlägt, Kündigungsgespräche nicht mehr vor Ort, sondern per Videokonferenz zu führen. Ryans Leben droht damit aus den Fugen zu geraten, und so nimmt er die neue Kollegin mit auf seine Dienstreisen, auf dass sie einen Eindruck von seiner Arbeit gewinne.

Und während sie also lernt, dass Kündigungsgespräche etwas mit Würde zu haben sollten, die sich mit einem kalten Videomonitor schwer in Einklang bringen lassen, lernt Bingham seinerseits im Verlauf ihrer Gespräche auf Reisen, dass es im Leben mehr geben könnte, als fliegen, Handgepäck und Flughäfen.

Und gerade hat er an der Hotelbar Alex Goran kennen gelernt, eine Vielfliegerin. Wie er …

Was zu sagen wäre

Ein starker Film, der in seine Zeit passt, wie iPhone und George Clooney (Michael Clayton – 2007; Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind – 2002; Solaris– 2002; „Safecrackers oder Diebe haben's schwer“ – 2002; Ocean's Eleven – 2001; Der Sturm – 2000).

Der Film entführt nicht, er ist wie ein Spiegel des modernen Arbeitslebens, in dem keiner mehr Verantwortung übernehmen, Risiken eingehen, aber den Umsatz steigern will. Früher stellte der Unternehmer Leute ein, die ihn bei seinen Unternehmungen unterstützen sollten. Später übernahm das eine Personalabteilung mit einem Personalchef. Heute gibt es Agenturen, die so etwas erledigen. Die Arbeitswelt wird entmenschlicht und hinterlässt heimatlose, umherirrende Einzelgänger. Dass der Film über weite Strecken in kühlem Blau fotografiert ist, ist kein Zufall.

Ähnlich wie schon Jason Reitmans „Thank You for smoking” ist „Up in the air“ episodenhaft erzählt; die Story springt von Ort zu Ort, wird verbunden durch Google-earth-artige Luftaufnahmen, präsentiert mühsam mit Menschlichkeit aufgepeppte seelenlose Kündigungsgespräche und drei Hauptdarsteller, bei denen der Spaß am Zugucken und -hören von Minute zu Minute steigt – das Dialogbuch ist außergewöhnlich gut. Jason Reitman hat die Bingham-Rolle, für die er zunächst Steve Martin holen wollte, erst ausgearbeitet, als Clooney für die Besetzung feststand. Das sieht man: George Clooney wirkt, als sei er für die Rolle des gefühligen Praktikers und charmanten Smarties geboren worden.

Nur das Ende, der letzte Satz, bleibt ohne Sinn.

Das Mainzer CineStar-Kino, in dem technische Unzulänglichkeiten an der Tagesordnung sind, hat den Film in Zimmerlautstärke abgespielt, was dem Verstehen nicht immer förderlich war.

Wertung: 6 von 7 €uro
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