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Kinoplakat: Twelve

Die Welt der Gossip Girls:
schön, Reich, tödlich

Titel Twelve
(Twelve)
Drehbuch Jordan Melamed
nach dem Roman von Nick McDonell
Regie Joel Schumacher, USA 2010
Darsteller Chace Crawford, Emma Roberts, Curtis "50 Cent" Jackson, Kiefer Sutherland, Anthony Quarles, Jeremy Allen White, Philip Ettinger, Emily Meade, Esti Ginzburg, Zoë Kravitz, Chanel Farrell, Cody Horn, Charlie Saxton, Erik Per Sullivan, Jermaine Crawford, Alexander Flore, Dionne Audai, Rory Culkin, Ellen Barkin u.a.
Genre Drama
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
14. Oktober 2010
Inhalt
Der 17-jährige Michael, auch White Mike genannt, hat nach dem Tod seiner Mutter die Schule abgebrochen und verkauft nun Drogen an reiche Jugendliche in der Upper East Side von Manhattan, New York.

Es ist Spring Break in New York, die Frühjahrsferien haben begonnen, die Jugendlichen sind von ihren Internaten nach Hause und feiern Partys. Für White Mike läuft das Geschäft gut. Neben den herkömmlichen Partydrogen ist auch die neue Droge „Twelve” bei den Jugendlichen beliebt. White Mike hält sich da allerdings raus - die Droge ist ihm zu gefährlich, seine Kunden sind ja schließlich irgendwie auch ... Freunde von ihm. Den Kontakt zwischen Käufer und dem Dealer Lionel stellt er aber gerne her. Bei dem Versuch, sich Drogen mit Waffengewalt von Lionel in Harlem zu besorgen, wird Charlie, White Mikes Cousin, erschossen. Mikes bester Freund Hunter gerät daraufhin unter Mordverdacht.

White Mike ist ein Einzelgänger und hält alle um ihn auf Distanz. So belügt er seine Jugendfreundin Molly über seinen Job, da er sie nicht in seine dunkle Welt der Drogen hinein ziehen möchte.
Das beliebteste Mädchen der Schule, Sara Ludlow, möchte mit der bedeutendsten Party aller Zeiten berühmt werden. Dafür wickelt sie Christopher um den Finger, um im Haus seiner Eltern eine Party anlässlich ihres 18. Geburtstags zu veranstalten. Die Party wird in die Stadtgeschichte eingehen. Aber ganz anders, als sich das Sara vorgestellt hat. Bei dieser Party platzen Träume, gehen Freundschaften in die Brüche, fließt Blut ....
Was zu sagen wäre
Willkommen in New Yorks Upper East Side, der Welt der „Eiskalten Engel” und der „Gossip Girls”. Joel Schumacher schart Hollywoods junge TV-Garde um sich und führt uns in die Welt der Verwöhnten. Bis dahin hält das Klischee. Aber weder werden wir nun Zeuge boshafter Intrigen, noch wohnen wir schmerzhaften On-Off-Liebesgeschichten bei. Wir lernen die Menschen kennen, die in fünf, zehn Jahren an den Schalthebeln der wirtschaftlichen und politischen Macht Platz nehmen sollen, aber bis dato ihren Platz in dieser Welt noch nicht gefunden haben. Sie treiben durch den Tag, rauchen Pot und suchen guten Sex.

Die Klischee-Dramaturgie üblicher Teenager-Schmonzetten durchbricht Schumacher schon mit dem Einstieg, in dem uns White Mike als aus der Gesellschaft gefallener Engel präsentiert wird, der nichts anderes will, als in Ruhe gelassen zu werden und Pot zu verkaufen. Mehr erwartet er vom Leben nicht. White Mike ist das Bindeglied in diesem fragmentarisch erzählten Film. Mehrmals wird er gezeigt, wie er mit Kapuzenshirt durch nächtliche Straßenschluchten geht - in der Haltung an einen Todesengels erinnernd.

Es gibt nicht „Hero's Journey”, also kein „White Mike ist ein Dealer, will nach oben, stürzt ab und muss nun wieder auf gesellschaftlich akzeptierten Beine kommen”. Statt dessen werden fragmentarisch verschiedene Storylines verfolgt, die lose miteinander verknüpft sind und am Ende alle auf der Party kulminieren. White Mike bleibt dabei nicht ungeschoren. Aber ob er sich ändern wird, steht in den Sternen. Am Ende stehen die Teenager, wo sie am Anfang standen - es sei denn, sie haben die Party nicht überlebt.

Und die Moral von der Geschicht? Gibt es nicht! So ist das im Leben ja manchmal.

Eine interessante Rolle spielt „24”-Star Kiefer Sutherland: Er gibt den Erzähler aus dem Off, ohne je in Erscheinung zu treten. Den Anker in die reale Welt, also die der meisten Zuschauer, bildet Emma Roberts (Nichte von Julia Roberts), die auch noch ausgerechnet Molly heißt. Mit ihrem ersten Auftritt gehören ihr die Herzen der Zuschauer. Sie ist warmherzig, vertrauensselig - und vor allem weder blond noch aufgebrezelt.

Alles in allem ist „Twelve” ein Film, den man sich anschauen kann, ohne sich je zu langweilen: Er ist knackig, kurzweilig und mit dem leichten Gänsehaut-Schauder über die bösen Oberen Zehntausend ausgestattet.
Wertung: 5 von 7 Euro
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