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Kinoplakat: Traumpaare
Ein hübsches Road Movie
mit Gwyneth und Gesang
Titel Traumpaare
(Duets)
Drehbuch John Byrum
Regie Bruce Paltrow, USA 2000
Darsteller Maria Bello, Andre Braugher, Angie Dickinson, Paul Giamatti, Huey Lewis, Michael Bublé, Gwyneth Paltrow, Angelina Phillips, Marian Seldes, Scott Speedman, Kiersten Warre u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
31. Mai 2001
Inhalt

Am Ende des Regenbogens wartet bei einem Karaoke-Wettbewerb in Omaha, Nebraska, ein Preisgeld von 5.000 Dollar. Doch bevor die sechs Profi– und Gelegenheits–Sänger ein bisschen Glück und womöglich ihren Platz im Leben finden, liegen kuriose und komplizierte Umwege auf den Straßen des Lebens vor ihnen, die in diesem Fall durch etliche US-Bundesstaaten führen – wo sich auf der Suche nach dem amerikanischen Traum schon mancher verirrt hat.

Das gilt für den grimmigen Karaoke-Crack Ricky Dean, der sich der Verantwortung für seine liebenswürdige Tochter Liv zu entziehen versucht. Das trifft zu auf den Aussteiger Todd, der vor seinem Dasein als Geschäftsmann ebenso radikal in eine gewisse Freiheit flüchtet wie sein Zufallskumpan Reggie, der vor der Polizei auf der Flucht ist. Und auch die forsche Kellnerin Suzy und der orientierungslose Taxifahrer Billy lernen erst gemeinsam, dass es aus jeder Lebensklemme einen Ausweg gibt und man vor lauter amerikanischen Träumen manchmal nicht das Glück vor Augen sieht. Und ganz gleich, ob mit Sangesduetten in Karaoke-Bars oder mit Wortduellen on the road – diese Traumpaare werden nach ihren Abenteuern alles mögliche sein, nur eines nicht: einsam.

Ohne einander zu kennen, reisen die drei Duos nach Omaha, wo eine Verschnaufpause auf sie warten könnte. Doch der Weg ist weit und widrig. So muss der meist mürrische Ricky sich sichtlich dazu zwingen, eine Tochter in sein Leben zu lassen, die aufrichtig um ihr Recht kämpft, einen verdammten Vater zu haben.

Derweil muss der losgelöste Normalo Todd in seinem Freiheitsrausch gebremst werden, da er in seiner Aussteigervision alles als Spiel begreift, mit sichtlichem Vergnügen auch mal eine Tankstelle überfällt und damit die nicht minder teuer erkaufte Freiheit seines Seelenverwandten, Reggie, gefährdet.

Während auch die ungleichen Partner Billy und Suzi feststellen müssen, dass Duette und Duelle nicht weit auseinander liegen, nähern sich die Reisenden ihrem Etappenziel. Bei einem letzten, großen Karaoke-Wettbewerb werden einige zu wahrer Größe auflaufen und andere ihre Furcht vor dem Kleinsein verlieren. Sie werden Tränen der Freude und des Schmerzes vergießen …

Was zu sagen wäre

„Duets” ist eine bittersüße Komödie über den Unsinn des Lebens, der sechs sehr unterschiedliche Leute dazu bringt, ihre eingefahrenen Alltagsbahnen zu verlassen und sich wie in jedem guten road-movie von der Schönheit und den Schocks des Schicksals ins Irgendwo treiben zu lassen. Der Film ist in jeder Hinsicht gehobener Durchschnitt. Man kann nichts Schlechtes sagen, was man nicht auch als Gutes verkaufen könnte: Seifig? Zu herzen gehend! Schmalzig? Musikalisch! Schnell vergessen? sind andere Filme auch.

Der Regisseur und der Produzent des ganzen heißt Bruce Paltrow, ist der vater von Gwyneth Paltrow (Der talentierte Mr. Ripley – USA 1999; „Shakespeare in Love” – USA 1998; „Ein perfekter Mord” – 1998; „Sie liebt ihn – sie liebt ihn nicht” – USA 1998; „Jane Austens Emma” – USA 1996), die Erfolge feiert in Hollywood und da darf nun auch Dad mal zeigen, was er immer schon konnte.

Natürlich übernimmt Oscar-Preisträgerin Gwaneth eine Rolle in Dads Werk: „Ich hielt das Drehbuch für sehr einsichtig in die menschliche Natur und überdies für clever, weil es mit der Karaoke-Szene eine interessante Subkultur präsentierte, die im Kino nie ausgeschöpft worden war. Meine Liv ist eine sehr liebenswerte, aber auch noch unterentwickelte Persönlichkeit, die mit ihrer Mutter abseits der Realität in Las Vegas aufgewachsen ist. Sicher, sie ist ein Showgirl und eine Performerin – aber ihre Unschuld hat sie sich gleichwohl bewahrt.”

Die Dreharbeiten zu Traumpaare dauerten gute zehn Wochen, von denen einige Location-Tage auf Las Vegas fielen, während das Gros der Produktion in Vancouver über die Bühne ging. Dabei hatte Produktionsdesignerin Sharon Seymour die Aufgabe, innerhalb des Radius von einer Stunde Fahrzeit aus Vancouver eine Art uramerikanische Landschaft zu gestalten, die alles symbolisieren sollte, was das Amerika der Moderne erkenntlich macht. Während der vierzig Drehtage im kanadischen British Columbia stattete Seymours Crew knapp 50 Drehorte aus, die verschiedene Staaten und geografische Regionen doubelten. Im Zentrum standen dabei zweifellos die sieben Karaoke-Bars, die in ihrer individuellen Gestaltung den adäquaten Hintergrund für Charakterisierungen der "Duets"-Hauptfiguren boten. "Jede der Bars hatte einen spezifischen Look und war auf die Stimmung der jeweiligen Schlüsselszene abgestimmt", beschreibt Seymour, "und unsere sieben haben wir aus weit über hundert ausgesucht."

Wertung: 3 von 6 €uro
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