Kinoplakat: Transformers 3

Spielzeugkino ohne Plot, aber
wenigstens mit ordentlich Wumms

Titel Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes
(Transformers: Dark of the Moon)
Drehbuch Ehren Kruger
Regie Michael Bay, USA 2011
Darsteller Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley, Josh Duhamel, John Turturro, Tyrese Gibson, Patrick Dempsey, Frances McDormand, Kevin Dunn, John Malkovich, Julie White, Alan Tudyk, Ken Jeong, Glenn Morshower, Lester Speight u.a.
Genre Action
Filmlänge 154 Minuten
Deutschlandstart
29. Juni 2011
Inhalt
Nach dem Sieg über The Fallen: NEST, die Spezialeinheit aus Autobots und menschlichen Elitesoldaten sorgt gemeinschaftlich für Weltfrieden im Kampf gegen menschliche Kontrahenten, während Sam Witwicky zwar erfolgreich das College abgeschlossen hat, für seine Heldentaten einen Orden vom Präsidenten erhielt und mit der attraktiven Carly zusammen ist, aber niemandem von seinen Abenteuern erzählen darf und nur unter großen Schwierigkeiten einen Job in der Poststelle eines Unternehmens findet.

Bei einem NEST-Einsatz stoßen Optimus Prime und die anderen Autobots auf einen Rest des Ark, eines Raumschiffs, das gegen Ende des Krieges auf Cybertron mit einer neuen Waffentechnologie startete, abgeschossen wurde und seitdem als verschollen galt. Doch der Ark stürzte in den 1960ern auf der dunklen Seite des Mondes ab, wie sie von der US-Regierung erfahren.

Optimus Prime und sein Team bergen die Reste der Technologie und ihres ehemaligen Anführer Sentinel Prime. Allerdings wissen sie nicht, dass sie damit den im Verborgenen agierenden Decepticons auf der Erde in die Hände spielen, welche den Fund des Ark durch die Autobots geplant und vorbereitet haben …
Was zu sagen wäre

Szenenbild: Shia LaBeouf als Sam und Rosie Huntington-Whiteley als Carly auf der Flucht vor den DecepticonsEine gelungene Neuverfilmung des ersten Teils! Großes Spektakelkino: Inhaltsleer, das aber dafür mit wuchtigen Bildern. Wieder bildet eine Stadt den Playground für die scheppernden Kolosse, die offenbar immer neue Wege finden, ihren Krieg doch noch einmal weiterführen zu können. Aber diesmal haben die Produzenten alles in die CGI-Bilder gepackt, was gerade aktuell auf dem Pixel-Markt zu haben ist. In Teil 1 gab’s hauptsächlich zertrampelten Asphalt und den ein oder anderen Bruch am Haus.

Chicago - wie für Cinémascope gebaut

Jetzt gibt es fulminant designte Luftaufnahmen, Rutschbahn-Dramen im Inneren umkippender Hochhäuser, Raumschiffe, die Türme rammen. Und Chicago. Die Windy City macht schon in den BATMAN-Filmen eine gute Figur. Der vorliegende Film zeigt: Die Stadt ist für das Cinémascope gebaut. Großartige Straßenschluchten, wunderbare Architektur, unverbrauchte Perspektiven.

Dass Dreiviertel der Bilder kaum Real-Life haben, stört hier mal endlich nicht. Transformers 3 ist im besten Sinne eine optische Achterbahn mit Zehnfach-Looping. Leider müssen wir eine durchschnittliche Spielfilmlänge (90 Minuten) warten , bis es in Chicago endlich los geht. Bis dahin ist der Film ein bisweilen quälendes Sich-Voranschieben an den Höhepunkt. Drehbuchautor Ehren Kruger findet nirgends ein Ende.

Unterwäschemodel als Totalausfall

Als Komplettausfall verbuche ich das Unterwäsche-Model Rosie Huntington-Whiteley als neues Love-Interest Carly Spencer. Die neue Freundin vom Sam Witwicki kann zwar nichts dafür, dass das Garderoben-Departement ihr selbst im größten Zerstörungsdonner noch High-Heels anzieht, auf denen sie dann langbeinig von Deckung zu Deckung stöckelt. Aber die aufgespritzten Lippen und das Ich-bin-halt-sehr-hübsch-und-das-muss-hier-reichen-Geschauspielere sind beim besten Willen kein Ersatz für Megan Fox. Die soll im Unfrieden ausgeschieden sein, soll – je nach Gerüchteküche – mal zu viel Gage gefordert, mal sich am Sexismus Michael Bays gestört haben.

Der Megan-Fox-Charakter Mikaela hatte in diesem comichaften Jungsfilm-Kosmos eine halbwegs glaubwürdige Entwicklung und den für die kleinen und großen Jungs im Kinosessel nötigen Sex-Appeal. Huntington-Whiteley hat von all dem nichts. Vielleicht hätte Michael Bay, wenn er schon Miss Fox nicht halten konnte/wollte, besser Isabel Lucas gecastet, die zwar im zweiten Teil schon als verkleidete Maschine verwurstet worden ist, aber nachhaltige Ausstrahlung an den Tag gelegt hat - und irgendeine Erklärung „wieso kommt die jetzt als Mensch wieder” lässt sich bei so einem Film sicher auch finden, schließlich kupfern die Transformers ja auch jede Menge Autos und Colaautomaten ab, die dann ein Eigenleben entwickeln. Und, wenn ich's genau besehe: Warum eigentlich Erklärungen finden in einem Film, der auf Kinderspielzeug basiert. Hauptsache, es rummst und das Mädel ist knackig.

Wertung: 5 von 7 €uro