Kinoplakat: Traffic
Grandioses Mosaik über einen
verlogenen Drogenkrieg
Titel Traffic – Die Macht des Kartells
(Traffic)
Drehbuch Stephen Gaghan
nach der britischen TV-Miniserie"Traffik", geschrieben von Simon Moore
Regie Steven Soderbergh, USA 2000
Darsteller Michael Douglas, Don Cheadle, Dennis Quaid, Benicio Del Toro, Catherine Zeta-Jones u.a.
Genre Drama
Filmlänge 147 Minuten
Deutschlandstart
5. April 2001
Inhalt

Der mexikanische Cop Javier Rodriguez Rodriguez arbeitet als Drogenfahnder in Tijuana an der Grenze zu den USA: Frustriert über die Aussichtslosigkeit seiner Aufgabe, lässt Javier sich mit dem ebenso skrupellosen wie undurchsichtigen General Salazar auf einen brenzligen Deal ein.

Die heile Welt der bildschönen High-Society-Ehefrau Helena fällt zusammen wie ein Kartenhaus, als ihr Mann Carlos verhaftet und als Drogenbaron angeklagt wird. Beschattet von zwei Cops, beraten von dem halbseidenen Anwalt Metzger und unter Druck gesetzt von den mexikanischen Geschäftspartnern ihres Mannes, fällt Helena eine folgenschwere Entscheidung.

In Washington wird der Supreme-Court-Richter Wakefield zum neuen obersten Drogenfahnder der USA auserkoren. Kompromisslos und entschlossen will Wakefield den Krieg gegen die Drogen führen. Er ahnt nicht, dass ausgerechnet seine Tochter Caroline längst selbst abhängig ist und dem Abgrund Stück um Stück näher rückt.

Als sich die Situation zuspitzt, steht nur eines fest: Keiner kommt hier sauber raus …
Was zu sagen wäre

Knapp neun Monate nach seinem Blockbuster Erin Brockovich stellt Steven Soderbergh mit seinem Drogenkrimi „Traffic“ ein weiteres Meisterwerk vor: Nach Motiven der britischen Miniserie „Traffik“ von 1989 deckt der Regisseur anhand von drei Handlungssträngen schmerzhafte Wahrheiten über den Handel mit und den Konsum von Drogen auf.

Dadurch gelingt Soderbergh das Kunststück, aus diesem internationalen Thriller ein Kammerspiel mit intensiver Figurenzeichnung zu bauen. Das Drama nimmt auf mehreren Ebenenen seinen Lauf und packt den Zuschauer direkt im Kinosessel. Die bei Robert Altman abgeguckte Erzählversion mehrerer parallel laufender Handlungsstränge lässt dem Zuschauer kaum Zeit zum Luft holen, geschweige denn zum Nachdenken – ganz wie die Protagonisten auf der Leinwand.

Mit beiden Filmen zusammen ist Soderbergh („The Limey“ – 1999; Out of Sight – 1998; „König der Murmelspieler“ – 1993; „Kafka“ – 1991; „Sex, Lügen und Video“ – 1989) ein kleines Wunder gelungen: Sowohl Erin Brockovich als auch „Traffic“ haben – gleichzeitig – Oscar-Nominierungen für den „Besten Film“ und die „Beste Regie“.

Für „Traffic“ erhielt Soderbergh dann den Regie-Oscar. Ebenfalls wurde Benicio Del Toro als „Bester Nebendarsteller“, das Drehbuch und der Schnitt ausgezeichnet.

Wertung: 6 von 6 €uro