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Kinoplakat: Toy Story
Eine grandiose Phantasie über Deine
Spielsachen auf dem Dachboden
Titel Toy Story
(Toy Story)
Drehbuch Andrew Stanton + Pete Docter + Jim Reardon
Regie John Lasseter, USA 1995
Darsteller

Tom Hanks / Peer Augustinski, Tim Allen / Walter von Hauff, Don Rickles / Hartmut Neugebauer, Jim Varney / Peter Thom, Wallace Shawn / Ernst Wilhelm Lenik, John Ratzenberger / Michael Rüth, Annie Potts / Alexandra Mink, John Morris / Oliver Cresswell, Erik von Detten / Dimitri Guldner, Laurie Metcalf / Maria Böhme, R. Lee Ermey / Reinhard Brock, Sarah Freeman / Natalie Löwenberg, Penn Jillette / Pierre Peters-Arnolds, Joe Ranft / Jakob Riedl u.a.

Genre Animation
Filmlänge 81 Minuten
Deutschlandstart
21. März 1996
Website pixar.com
Inhalt

„Buzz Lightyear“, so heißt das coolste Spielzeug, das Andy zu seinem neunten Geburtstag geschenkt bekommt. Andy wäre überrascht, wenn er wüsste, dass die tolle Astronautenpuppe in seiner Abwesenheit zu eigenständigem Leben erwacht - übrigens genau wie Andys andere Spielzeuge.

Da gibt es zum Beispiel den neurotischen Saurier „Rex“, das altkluge Sparschwein „Specky“, den spiralgefederten Dackel „Slinky“ und eine ganze Armee tapferer Plastiksoldaten. Sie alle sind von dem Neuen begeistert. Der kann nämlich angeblich sogar fliegen. Nur Woody, eine Cowboypuppe, kann Buzz Lightyear nicht leiden. Woody war nämlich bis zum Geburtstag die Nummero Uno unter Andys Spielzeugen.

Eifersüchtig, versucht Woody, den eingebildeten Superstar aus Hartplastik loszuwerden. Bei einem dieser Versuche geraten die beiden Streithähne vom Fensterbrett in die Welt „auf der anderen Seite des Kinderzimmerfensters“, da, wo Spielzeuge schon mal im Mülleimer landen; oder gleich kaputtgemacht werden.

Diese Welt ist gefährlich und besonders frustrierendend für Buzz, der immer glaubte, dass seine Laserkanone am Arm wirklich funktioniert.

Tatsächlich handelt es sich aber nur um eine kleine rote Lampe in einem kleinen unbedeutenden Spielzeug …

Was zu sagen wäre

Nach diesem Film wirft man seine Spielsachen von einst nicht mehr einfach ... weg. „Toy Story“ ist ein großer Spiel-Film über das Leben unter dem Hartplastik. Der wahr gewordene Traum jedes Kindes, das arglos mit seinen Sachen spielt, als wären sie lebendig. Sie sind lebendig. Und dazu ist der Film perfekt gestaltet. Dass alles aus dem Computer kommt, ist schnell vergessen; „Toy Story“ ist der erste abendfüllende Film, der vollständig im Computer entstanden ist. Völlig ohne hohen Gagen und Starallüren von Schauspielern – sieht man davon ab, dass so Koryphäen wie Tom Hanks („Woody“) den Figuren ihgre Stimme leihen.

Teaserplakat: Toy Story - Motiv Buzz Lightyear

Beinahe hätte es den Film gar nicht gegeben. Als die Macher ihren Film in einem frühen Stadium erstmals einem Testpublikum zeigten, fiel er so dermaßen bei den Zuschauern durch, dass Financier Disney kurz davor stand, das komplette Projekt einzustampfen. Dabei war das Studio selbst schuld. Disney-Animationschef Jeffrey Katzenberg hatte Regisseur John Lasseter und sein Team so lange gedrängt, die Geschichte um lebendiges Spielzeug hip und cool zu machen, bis keiner mehr die Charaktere leiden konnte. Lasseter, ein großer Mann mit einer Vorliebe für Hawaiihemden, wollte eigentlich einen Film mit viel Herz machen. Einen Kumpel-Film über einen Cowboy und einen Astronauten, die zu dem Jungen zurückzukehren wollen, dessen Lieblingsspielzeug sie sind. 1983 hatte Lasseter Disney als Animator verlassen, um für Pixar zu arbeiten - damals noch die Forschungsabteilung für Computergrafik von Star Wars-Regisseur George Lucas. Wenige Jahre später wurde sie von Steve Jobs gekauft. Lasseter arbeitete stetig daran, den Pixeln und Polygonen der Bilder aus dem Rechner nicht nur Leben, sondern auch eine Seele einzuhauchen. Die digitalen Kurzfilme aus Lasseters Team begeisterten in den frühen 80ern vor allem die Welt der Technik-Geeks immer wieder aufs Neue. Mit dem Fünfminüter „Tin Toy“ (1988) gewann dann auch erstmals ein Werk aus dem Hause Pixar den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Und Lasseter hatte seine Bestätigung, dass Computer mehr können. Aus «Tin Toy» entstand die Idee, einen längeren Film über Spielzeuge zu machen - und somit die Schwächen des Rechners, in dessen Bildern alles ein bisschen wie Plastik aussieht, in Stärken zu verwandeln.

Pixars Plan war ursprünglich, einen halbstündigen Film für das Weihnachts-Fernsehprogramm zu produzieren. Disney schoss 1989 das nötige Kapital vor und überzeugte die Macher, es stattdessen mit einem abendfüllenden Spielfilm zu versuchen. Für „Toy Story“ – anfangs nur ein Arbeitstitel – wurde dann Tom Hanks als Sprecher für eine Hauptrolle und Randy Newman für die Filmmusik gewonnen. Aber Disney-Titan Katzenberg wollte immer mehr sarkastische Sprüche und kantige Figuren. Nach dem Desaster bei der Testvorführung blieben Lasseter und seinen Mitarbeitern nur zwei Wochen, um „Toy Story“ mit Drehbuchänderungen sein Herz zurückzugeben und sich ihre kreative Freiheit zurückzuerobern - zumindest erzählen es die Pixar-Mitarbeiter heute (im Jahr 2016) so.

Der Film um Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear spielte mit seinen Fortsetzungen bis heute allein an den Kinokassen über 800 Millionen Dollar ein, gewann zahlreiche Preise. Im Jahr 2006 kaufte Disney Pixar, John Lasseter ist heute der Kreativchef beider Animationsstudios. Wer „Toy Story“ vor 20 Jahren im Kino sah, wusste, dass er etwas Besonderes vor sich hatte. Der Film war mit seinen Computerbildern nicht nur optisch völlig neuartig. Auch der Erzählstil, der für Erwachsene und Kinder gleich gut funktionierte, war ein Novum in der Animationslandschaft – am Drehbuch schrieb unter anderem Avengers-Regisseur Joss Whedon mit. Entsprechend groß war der Boom, den der Film auslöste. Dass heutzutage jedes Jahr fünf bis zehn computeranimierte Filme in den Kinos starten, dass der von Hand gezeichnete Trickfilm im Mainstreamkino quasi nicht mehr existiert, das alles geht auch auf den erstaunlichen Erfolg von „Toy Story“ zurück.

Anfang des Jahrtausends wurde sogar eine neue Oscar-Kategorie für Animationsfilme aus der Taufe gehoben, in der sich auch etablierte Spielfilmregisseure wie Wes Anderson („Der fantastische Mister Fox“) oder George Miller („Happy Feet“) tummeln. Und „Toy Story“ steht als einziger Animationsfilm neben Pionier Schneewittchen (1937) auf der Liste der 100 besten amerikanischen Filme des American Film Institute (AFI).

Wertung: 6 von 6 €uro
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