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Kinoplakat: Total Recall - Die totale Erinnerung
Ein quitschbuntes Actionfeuerwerk
ganz auf Big Arnie zugeschnitten
Titel Total Recall - Die totale Erinnerung
(Total Recall)
Drehbuch Ronald Shusett + Dan O'Bannon + Jon Povill + Gary Goldman
nach der Kurzgeschichte „Erinnerungen en gros - We Can Remember It For You Wholesale” von Philip K. Dick
Regie Paul Verhoeven, USA 1990
Darsteller Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Sharon Stone, Ronny Cox, Michael Ironside, Marshall Bell, Mel Johnson Jr., Michael Champion, Roy Brocksmith, Ray Baker, Rosemary Dunsmore u.a.
Genre Action
Filmlänge 113 Minuten
Deutschlandstart
26. Juli 1990
Inhalt

Das Jahr 2075. Doug Quaid erfüllt sich seinen größten Wunsch: eine Reise zum Mars; die allerdings nur in seinem Kopf, in seiner Erinnerung stattfinden wird. Die Firma mit den hierfür technischen Notwendigkeiten: „Rekall Inc.”. Die Methode: Implantieren künstlicher Erinnerungen. Direkt ins Gehirn.

Etwas geht schief.

Das Computerprogramm spielt verrückt. Kurz darauf ist Doug Zielscheibe der Killertruppen des Mars-Diktators Cohaagen. Man spielt ihm eine Videoaufzeichnung zu, in der ihm sein Spiegelbild eine Neuigkeit mitteilt: „Du bist nicht Du! Du bist ich! Cohaagen hat Dich mattgesetzt. Setz' Deinen Arsch sofort in Richtung Mars in Bewegung und beende Deinen Auftrag!”

24 Stunden später ist Doug auf dem Mars, trifft hier auf eine Untergrundorganisation. Man kennt ihn dort. Er kennt niemanden. Und Diktator Cohaagen macht dem mittlerweile an seinem Verstand Zweifelnden klar, er, Doug, sei sein, Cohaagens, Agent. Undercover. Auftrag: „Vernichte die Widerstandszellen auf dem Mars!” Doug Quaid, gestern noch einfacher Bauarbeiter, verliert die Übersicht, weiß nicht, auf wessen Seite er steht. Eine Marionette geheimer Kräfte.

Ihm bleiben nur sein offenbar extrem geschulter Instinkt und sein ausgezeichnet trainierter Körper, der wohl schon so manchen Kampf überlebt hat …

Was zu sagen wäre

Was zu erwarten war: Ein quitschbunter Actionreigen mit Fantasyeinlagen und - weil's ein Paul-Verhoeven-Film ist - mit kleinen shocking scenes: Im Vakuum (fast) platzende Köpfe, eine Frau mit drei Brüsten … sowas galt 1990 noch als verschärfter Hingucker. Ein Film mit Arnold Schwarzenegger ist immer in erster Linie ein Actionfilm. Da müssen die Aspekte mit der geraubten, vertauschten, veränderten, überlagerten Identität, für die „Rekall Inc.” steht, zwangsläufig etwas kürzer treten. Schnell ist klar, wer Freund und wer Feind ist. Dass ganz am Ende nochmal ein versuchter Twist angedeutet wird … naja. Schwarzenegger agiert auf seinem Niveau, kann ein paar ordentliche Schwinger austeilen, aber das war es dann auch.

Schwarzeneggerfilme („Zwillinge” - USA 1988; Running Man - USA 1987; „Der City-Hai” - USA 1986; Das Phantom Kommando - USA 1985; Terminator - USA 1984) bleiben wegen ihrer Hauptfigur immer limitiert: Schwarzenegger kann sich nicht flüssig bewegen, wirkt mit seiner immensen Körpermasse unbeweglich und natürlich könnte man keine tiefer schürfenden Dialogszenen drehen. Wenn man das weiß und akzeptiert, gut! Dann kann ich mal gucken, was es drumrum noch gibt.

Paul Verhoeven hatte offenbar noch mehr Spaß (als an Schwarzenegger) an den technischen Gimmicks, die es in der nicht ganz so fernen Zukunft geben könnte. So bevölkern Mutanten seinen Film, interessante Masken werden präsentiert und ganz groß ist die Bildtelefonie am Start (auf Handys ist 1990 keiner gekommen). Die Figur des Mars-Diktators bleibt ein wenig blass. Was will der eigentlich genau? Irgendwas mit den Minen auf dem Mars, so viel ist klar. Aber warum der die Macht hat, die er augenscheinlich hat ..? Ist denn der Mars eine eigene Republik, dass Cohaagen da einfach schalten und walten darf? In der Vorlage von Philip K. Dick tritt der Mars nur als Projektion in Erscheinung, deshalb mussten die Drehbuchautoren an dieser Stelle irgendwas hinzufantasieren. Andererseits: In Dicks Kurzgeschichte hat der Held, als er noch ein Kind war, die Welt gerettet - durch seine Friedfertigkeit. Davon kann in Verhoevens „Total Recall” keine Rede sein.

Ihren Anfang nahm die 75-Millionen-Dollar-Produktion, als Paul Verhoeven, Arnold Schwarzenegger und der der Cutter Frank Urioste erwogen, ein gemeinsames Projekt in Angriff zu nehmen. Die konkrete Entscheidung fiel nach dem Studium des Scripts von „Die totale Erinnerung”, das die „Carolco”-Bosse Mario Kassar und Andrew Vajna dem Trio zugeschickt hatten.

Am 20. März 1989 war in den Churubusco-Studios in Mexico City Drehbeginn. Die acht gewaltigen Studioaufbauten entstanden nach NASA-Publikationen, in denen das Aussehen zukünftiger Mars-Siedlungen beschrieben wurde. Sharon Stone, die hier Schwarzeneggers Ehefrau spielt, war zu diesem Zeitpunkt noch „nur eine weitere Blondine auf den Straßen Hollywoods„, die ihr Gesicht für Filme wie „Quatermain” (1984), „Nico” (1988) oder „Action Jackson” (1988) in die Kamera hielt. 1992, zwei Jahre nach „Total Recall”, rief Verhoeven Stone wieder an. Er bat ihr eine Hauptrolle neben Michael Douglas an. Mit „Basic Instinct” machte Verhoeven Sharon Stone zum zwischenzeitlichen Superstar.

Die Vorlage zu „Total Recall” mit dem Titel „We can remember it for You Wholesale” stammt aus der Feder von Philip K. Dick, dessen „Träumen Roboter von elektrischen Schafen” 1982 die Vorlage zu „Blade Runner” geliefert hatte.

Wertung: 9 von 11 D-Mark
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