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Kinoplakat: Tomb Raider
Ein passabler Abenteuerfilm
Titel Tomb Raider
(Lara Croft: Tomb Raider)
Drehbuch Patrick Massett + John Zinman
nach Ideen und mit Charakteren des Computerspiels „Tomb Radier“
Regie Simon West, USA 2001
Darsteller Angelina Jolie, Iain Glen, Daniel Craig, Leslie Phillips, Mark Collie, Rachel Appleton, Chris Barrie, Richard Johnson, Julian Rhind-Tutt, Noah Taylor, Jon Voight u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
28. Juni 2001
Inhalt

Ein ganz gewöhnlicher Tag in der Villa Croft. Um zwischen ihren Expeditionen nicht aus der Übung zu kommen, nimmt es die Schatzjägerin, Weltenretterin und Bombenfrau Lara Croft in einem unerwartet lebensgefährlichen Trainingskampf mit einem massiven Androiden auf - um sich danach von ihrem tüftelnden Mitstreiter Bryce den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, sie habe den Test-Titan in Edelschrott verwandelt. Ganz zu schweigen von den besorgten Blicken von Butler Hilary. Seines Zeichens guter Geist des Anwesens und ein wenig auch Laras Ratgeber in schwierigen Fragen, seit ihr Vater vor Jahren verstarb.

In einer der nächsten Nächte, als eine ungewöhnliche Sternenkonstellation eine bevorstehende absolute Sonnenfinsternis ankündigt, macht Lord Croft jedoch noch einmal auf sich aufmerksam. Urplötzlich wird Lara durch ein penetrantes Ticken aus dem Schlaf gerissen und findet schließlich in den Gemäuern verborgen eine Uhr, der sie eine verschlüsselte Nachricht entnehmen kann - von ihrem Vater! Sowohl durch Erinnerungen als auch Nachforschungen erfährt Lara, dass sie einen Schlüssel einer potenziell schrecklichen Macht in den Händen hält.

Vor tausenden von Jahren, so trug ihr Vater die Legende weiter, sei ein Himmelskörper auf Erden gelandet, in dem die Menschen eine mysteriöse, kristallene Substanz gefunden hätten. Sie formten sie zum Symbol eines allsehenden Auges, beteten es an - und tatsächlich brachte es inmitten eines Bürgerkrieges jenem Priester überirdische Macht, der das Symbol in den Händen trug. Doch dieser erkannte die Gefahr von soviel Kraft, ließ das allsehende Auge zerteilen und verbarg die Stücke an verschiedenen, geheimen Winkeln der Welt. Einmal zusammengesetzt jedoch, kann es alle 5.000 Jahre seine Wirkung entfalten - und genau zu diesem Zwecke hat über Jahrtausende ein Geheimbund existiert, der nun das allsehende Auge an sich reißen will: der berühmt-berüchtigte Bund der Erleuchteten!

Die Suche nach den Schlüsseln zur Macht führt von Kambodscha bis nach Sibirien und zwingt Lara zu Auseinandersetzungen mit sehr realen Terror-Teams und geisterhaften Steingötzen. Als Hilfe steht ihr dabei der Computer-Experte Bryce zur Seite, während der konkurrierende Schatzjäger Alex Marrs zwar Einlass in Laras Herz sucht, aber dummerweise mit ihren Feinden gemeinsame Sache macht.

Doch diese Komplikationen sind nichts gegen Laras schwerwiegendstes Problem - die Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Vater und die gefährliche Chance, ihn von den Toten auferstehen zu lassen ..?

Was zu sagen wäre

„Tomb Raider“ war schon ein globales Phänomen, bevor sich das Produktionsstudio Paramount Pictures entschloss, den Stoff auf die Leinwand zu bringen – und damit die Abenteuer von Lara Croft, dem Megastar des Cyberspace und der Videogame-Heldin, deren Popularität die einer realen Prominenten angenommen hatte. Nachdem die Produzenten Lawrence Gordon und Lloyd Levin das Projekt entwickelt hatten, suchten sie einen Regisseur, der Actiongame-Dramaturgie und reale Kinoabenteuer – und natürlich die sehr spezielle Lara Croft – angemessen auf die Leinwand bringen könnte.

Nach seinen Erfolgen mit Con Air (1996) und Wehrlos - Die Tochter des Generals (1999) hatte sich Simon West einen Ruf als Action-Regisseur mit Adrenalin-Zusatz erarbeitet. Angesichts der Tatsache, dass er mit einer durch ein millionenfach verkauftes Computerspiel so etablierten wie verehrten Figur arbeitete, hielt sich West bei der Adaption an gewisse Regeln. „Wir sind nicht durch die Grenzen der Realität eingeschränkt. Aber ich beschloss, dass alles im Film ziemlich plausibel sein sollte, was über der Erde spielte. Aber sobald die Story in den Untergrund geht und wir die Gräber und Katakomben erreichen – da beginnt ein neues Spiel und alles ist möglich. Wirklich alles!

Bei der essentiellen Frage in Bezug auf die Darstellerin der Lara Croft gab es nur eine Ernst zu nehmende Aspirantin für den Part: Oscar-Gewinnerin Angelina Jolie. Produzent Lloyd Levin dazu: „Dieser Film wäre ohne Angelina kaum möglich gewesen.“ Simon West sekundierte: „Mir war klar, dass niemand anderes als Angelina für den Part in Frage kam. Es war ein Rennen mit einer einzigen Kandidatin! Und ich glaube nicht, dass ich den Film ohne sie gedreht hätte. Dabei waren wir uns alle einig, dass Lara mehr als eine Action-Cartoonfigur sein sollte, sondern schwierige emotionale Hürden nehmen und die Zuschauer berühren würde. Ich war mir sicher, dass sich lediglich Angelina durch dramaturgisch komplexe Situationen schauspielern könnte, ohne dabei Laras Sex-Appeal oder ihren gewinnenden Humor zu verlieren. Angelina besitzt scharfen Verstand, Furchtlosigkeit, Lust am Spielerischen und teuflischen Witz. Alles Eigenschaften, die die Fans und mich gleichermaßen begeistern.“ Dass sie auch optisch das herausragende Merkmal der Game-Croft erfüllte, klammerten die Herren in ihren Einlassungen zum Thema höflich aus.

Gegen Ende der sechs Monate währenden Dreharbeiten machte sich West bereits Gedanken, wie er die Story in Fortsetzungen übertrumpfen könnte.

„Tomb Raider“ ist ein passabler Abenteuerfilm, kein Vergleich aber zu den frühen Indiana-Jones-Filmen; immerhin: Es fühlen sich auch Leute wohl, die keine Computerspiele kennen. Die Action in diesem verfilmten Action-Game kommt ebenso etwas kurz, wie eine liebevolle Storyentwicklung.

Wertung: 3 von 6 €uro
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