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Kinoplakat: Tödliche Geschwindigkeit
Tödliche Langeweile
im freien Fall
Titel Tödliche Geschwindigkeit
(Terminal Velocity)
Drehbuch David Twohy
Regie Deran Sarafian, USA, Kanada 1994
Darsteller
Charlie Sheen, Nastassja Kinski, James Gandolfini, Christopher McDonald, Gary Bullock, Hans Howes, Melvin Van Peebles, Suli McCullough, Cathryn de Prume, Richard Sarafian Jr., Lori Lynn Dickerson, Terry Finn, Martha Vazquez, Tim Kelleher, Brooke Langton u.a.
Genre Action, Comedy
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
26. Januar 1995
Inhalt

Richard Brodie, den alle Welt „Ditch“ nennt, ist ein Draufgänger, ein Frauenheld, ein Glücksritter, ein in der Szene der Fallschirmspringer als Legende verehrter Springer. Ditch schlägt sich in Arizona durchs Leben, im Mittelwesten, flaches Land, weites Land, leeres Land. Brodie ist ein arschloch. Also streng genommen.

Gerade hat er wieder mal einen medienwirksamen Stunt hingelegt, wodurch ihm einmal mehr die Entziehung seiner Lizenz droht. Um halbwegs wieder lauter dazustehen, übernimmt Ditch das Sprungtraining bei der Amateurin Chris Morrow. Doch während des Fluges auf Sprunghöhe stürzt Chris schon vorher ungesichert aus dem Flugzeug und schlägt ungebremst auf dem Boden auf, ohne dass Ditch ihr helfen kann. Er wird daraufhin suspendiert, zudem verfolgt Staatsanwalt Ben Pinkwater eine Mordanklage gegen Brodie, da dieser seine Aufsichtspflichten missachtet hat.

Um seinen Ruf wiederherzustellen, forscht Ditch auf eigene Faust nach und erkennt, dass er, wie alle anderen auch, getäuscht wurde. Er folgt einem Flugzeug und kommt so zu einem verlassenen Hangar, wo er Chris putzmunter vorfindet. Sie hat ihren Tod nur vorgetäuscht, um Ruhe vor ihren Feinden zu haben.

Chris benötigt einen speziellen Gegenstand, Ditch wieder eine reine Weste: Das ungleiche Paar muss also zusammenarbeiten …

Was zu sagen wäre

Einer dieser Quatschfilme, die ihren WannaBe-Status schon auf dem Plakat zementieren. Komponist Joel McNeely ist mit seinem Soundtrack offenbar angewiesen, möglichst so zu klingen, wie Michael Kamens Soundtrack in Stirb Langsam. Der Versuch läuft ins Leere, weil „Terminal Velocity“ keinen Bruce Willis hat, keinen Sympathieträger hat. Charlie Sheen („Die drei Musketiere“ – 1993; „Rookie – Der Anfänger“ – 1990; „Die Indianer von Cleveland“ – 1989; Wall Street – 1987; Platoon – 1986) ist gut, wenn er sich selbst karikieren kann wie in den Hot Shots-Filmen. Also macht er das auch hier – sich selbst, oder besser: die Rolle, die er für sich selbst hält, zu karikieren – und verbreitet damit im Kinosaal gepflegte Langeweile.

Kaum etwas stimmt an diesem Film. Trailer, Plakat und der Trendsport („Fallschirm“) versprechen ein rasantes Actionmovie. Vorgesetzt wird uns eine lahme Typenprosa und dialogsätze, die wirken, wie aus dem Setzkasten des Zufallsgenerators ausgespuckt; Sinn ergeben sie selten. Selbst die Schurken stimmen nicht mehr. Mit dem Untergang der Sowjetunion ist Hollywood ein begehrter Schurke weggebrochen, deshalb sind die KGB-Agenten von einst im heutigen Kino eben ehemalige KGB-Agenten, die sich als Söldner verdingen und die alte Sowjet-Herrlichkeit zurückhaben wollen.

Das wirkt alles sehr bemüht. Womögklich hatte da ein Produzent kurz vor Jahresfrist Geld über oder jemand hielt es für eine gute Idee, verkannten Schauspielern wie Charlie Sheen und Nastaskja Kinski eine Chance zu bieten oder vielleicht waren es Sheen und Kinski selbst, ausgedacht während einer heißen Affaire. Man weiß es nicht, aber keiner der mehr oder weniger guten Ideen funktioniert letztlich, was nochmal dadurch deutlicher wird, weil die zentrale Action – der Sprung aus dem Flugzeug, der rasende Fall gen Erdboden – denkbar lieblos inszeniert wird. Da fällt halt einer und zieht irgendwann die Reißleine (oder auch nicht). Eine innere Dramaturgie geht diesen zentralen Elementen aber ab. Parallel zu diesem Skydiver-Film wurde ein zweiter produziert, „Drop Zone“ mit Wesley Snipes. Dort ist die Geschichte noch abstruser, aber deshlab trauen sich die Produzenten auch die irrwitzigeren Stunts zu.

Doch, doch: Mit ein paar Bier im Kopf geht der Film ganz gut. Der Film warb im Presseheft mit dem markigen Oneliner „A maverick skydiver and a former KGB agent team up to stop the Russian mafia from stealing gold.“ So beschrieben klingt der Film toll. Mit Hilfe der erwähnten paar Bier.

Wertung: 2 von 10 D-Mark
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