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Kinoplakat: The Call – Leg nicht auf
Ein solider Thriller
für den Feierabend
Titel The Call – Leg nicht auf
(The Call)
Drehbuch Richard D'Ovidio + Nicole D'Ovidio + Jon Bokenkamp
Regie Brad Anderson, USA 2013
Darsteller

Halle Berry, Abigail Breslin, Morris Chestnut, Michael Eklund, David Otunga, Michael Imperioli, Justina Machado, José Zúñiga, Roma Maffia, Evie Thompson, Denise Dowse, Ella Rae Peck, Jenna Lamia, Ross Gallo, Tara Platt u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 94 Minuten
Deutschlandstart
11. Juli 2013
Inhalt

Jordan Turner arbeitet in der Notruf-Zentrale. Sie ist bei ihren Mitarbeitern beliebt und scheint mit ihrem Freund Officer Paul Phillips das große Los gezogen zu haben.

Mit dem Anruf der jungen Casey Welson rückt dies jedoch schlagartig in den Hintergrund. Für die Telefonistin beginnt ein wahrer Albtraum, bei dem es um Leben und Tod geht, denn Casey wurde auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums betäubt und anschließend entführt. Nun befindet sich das Mädchen in dem Kofferraum des Täters, der es versäumt hat, seinem Opfer das Handy abzunehmen.

Während Jordan alle Hebel in Bewegung setzt, um Casey das Leben zu retten, werden alte Erinnerungen an einen ganz ähnlichen Fall wach. Vor sechs Monaten gelang es ihr nicht, ein junges Entführungsopfer zu retten, ein traumatisches Versäumnis, das ihr bis heute schwer zu schaffen macht. Mit Casey sieht sie nun die Chance gekommen, ihr einstiges Versagen wiedergutzumachen.

Irgendwann muss Jordan jedoch mit Schrecken erkennen, dass es sich bei dem Täter um keinen Unbekannten handelt …

Was zu sagen wäre

Die einfachen Strukturen sind mmer die besten. Ein Mädchen im Kofferraum. Ein Handy. Die Frau am Polizeinotruf. Dass der Entführer das Handy übersehen hat, ist durchaus glaubhaft erklärt – und ab geht die Post.

Jordan, die wir meistens in extremer Nahaufnahme sehen, also buchstäblich die Poren an Halle Barrys Wange zählen können, kämpft mit einem alten Trauma, das die notwendige Fallhöhe erzeugt. Spielt sie die Rolle der wenig beweglichen Telefonistin am Notruf glaubwürdig? Ja. Es hilft dem Zuschauer natürlich, ein schönes Gesicht zu haben, da ist er leichter zu verführen, hänge an jedem Wort, das Halle Barry (Cloud Atlas – 2012; „Catwoman“ – 2004; James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag – 2002; Monster's Ball – 2001; Passwort: Swordfish – 2001; X-Men – 2000; Bulworth – 1998) dem Mädchen zuruft, um ihm Mut einzuimpfen.

Kinoplakat: The Call – Leg nicht auf

Das Mädchen wird gespielt von Abigail Breslin, einer jungen Schauspielerin, die sich in den vergangenen Jahren mit bemerkenswerten Auftritten ins Gedächtnis gespielt hat (Happy New Year – 2011; Zombieland – 2009; „Vielleicht, vielleicht auch nicht“ – 2008; Little Miss Sunshine – 2006). Auch sie, die noch im Kofferraum des Autos und später gefesselt an einen Stuhl, noch weniger Bewegungsspielraum hat als Halle Berry, macht ihre Sache glaubwürdig.

Brad Anderson als Regisseur hat seinen Thriller sauber inszeniert, erklärt mehrfach, dass das Mädchen ein Prepaid-Handy hat, das sich nicht orten lässt – an was Drehbuchautoren heute so alles denken müssen – und stolpert höchstens über die Viel-Kino-Gucker. Mir kommt das alles sehr bekannt vor, wie schon oft gesehen und der Showdown ist gleich bei einem großen Klassiker von Jonathan Demme entlehnt.

Anderson weiß, dass ein blinkender Handy-Akku die Spannungsschraube anzieht, er weiß, dass reduzierte Bilder mehr sind bei einem Thriller, aber er überschätzt die Wirkung von Weitwinkeleinstellungen schreckgeweiteter Augen vor unscharfem Hintergrund.

„The Call“ ist kein Film für den Kino-Kanon seines Jahrgangs, aber solide Unterhaltung für den Augenblick ist er allemal.

Wertung: 4 von 8 €uro
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