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Kinoplakat: The Breakfast Club – Der Frühstücksclub
Stylischer Klassiker
des Coming-of-Age
Titel The Breakfast Club – Der Frühstücksclub
(The Breakfast Club)
Drehbuch John Hughes
Regie John Hughes, USA 1985
Darsteller Emilio Estevez, Paul Gleason, Anthony Michael Hall, John Kapelos, Judd Nelson, Molly Ringwald, Ally Sheedy, Perry Crawford, Mary Christian, Ron Dean, Tim Gamble, Fran Gargano, Mercedes Hall u.a.
Genre Drama
Filmlänge 97 Minuten
Deutschlandstart
5. Juli 1985
Inhalt

Nachsitzen. Wie ätzend! Egal, in welchem Land. In einer Highschool treffen sich an einem Samstag fünf Schüler zum Nachsitzen. Sie wissen wenig voneinander, glauben aber, mit den jeweils anderen wenig bis gar nichts gemeinsam zu haben. Da sitzen vermeintlich schnöselige Kinder, die dem Erwartungsdruck der Eltern nicht standhalten neben einem Rebell, der einfach einsam ist neben einer bewunderten Prinzessin, die vor lauter Zwängen die Kontrolle verliert.

Diese fünf müssen – beaufsichtigt vom überforderten Lehrer Richard Vernon – gemeinsam in der Schulbibliothek nachsitzen und einen Aufsatz darüber schreiben, wer sie sind. Während zu Beginn des Nachsitzens die Unterschiede zwischen den Charakteren sichtbar werden und die fünf ihre Sicht der jeweils anderen deutlich werden lassen, kommen sie sich durch Provokation, Streit und Streiche allmählich näher. Gelockert durch mehrere Joints, reden die fünf Teenager über ihre Probleme, Ängste und Sehnsüchte.

Alle finden sich vereint in ihren Ängsten und ihrer verzweifelten Suche nach Individualität, und unter ihren Selbstgeständnissen finden sie langsam neue Seiten an sich. Während sich zwischen John und Claire sowie Andrew und Allison zarte Bande bilden, verfasst Brian einen gemeinsamen Aufsatz für sie alle …
Was zu sagen wäre

Der Film riecht nach Kreidestaub. US-Kreidestaub, aber Kreidestaub genug, um an die eigene Schulzeit zu denken. Dieser Film ist der 1980er-Jahre-Klassiker unter den Schulfilmen. Teenager, die noch nicht erwachsen sind, aber auch nicht mehr Kind genug, die mitten drin sind, sich selbst in der Welt zu verorten und gleichzeitig gucken müssen, wo sie im Kosmos dieser sehr heterogenen Nachsitz-Truppe aus Image-Ikonen hingehören. Der Streber Brian, den eine schlechte Note in Werken fast in den Suizid getrieben hat; John, der Rebell aus gewalttätigem Elternhaus; das Sport-Ass Andrew, ein muskelbepackter Highschool-Held; Claire, die Prinzessin aus reichem Haus; und die schwarz gekleidete Außenseiterin Allison.

DVD-Cover (US): The Breakfast Club – Der FrühstücksclubJohn Hughes, der im Jahr zuvor mit Sixteen Candles – Das darf man nur als Erwachsener sein viel beachtetes Regie-Debut gegeben hat, schreibt und inszeniert bisweilen, als wäre er nicht bei der Sache, unkonzentriert. Das ist Absicht: Das Spiel der jungen Akteure wirkt wie improvisiert, dadurch lebensnah. Das Schöne ist, dass die Jugendlichen keine No-Future-Attitüde auftragen. John Hughes hat sich da nicht beirren lassen und erkannt, dass hinter jeder Maske ein Mensch steckt, der dieselben Sehnsüchte hat, wie der neben ihm. Nur die Maske ist eine andere und die darin enthaltene Kreativität und Einfühlungsvermögen. Vor der Kamera stehen die kommenden A-Klasse-Jungstars ihrer Zeit, Teile des „Brat Pack”. Den Ausdruck hat das Magazin „The New Yorker” für einen Artikel erfunden, der sich um Molly Ringwald und die Schauspieler Judd Nelson, Ally Sheedy, Emilio Estevez, Rob Lowe, Andrew McCarthy, Demi Moore und Anthony Michael Hall drehte.

Ringwald, Hughes' Hauptdarstellerin aus „Das darf man nur …”, hat hier ihren größten Hit, liefert ein jahr später einen zweiten mit „Pretty in Pink” (1986) und lehnt sowohl Julia Roberts' Rolle in „Pretty Woman” (1990) wie auch Demi Moores Rolle in „Ghost – Nachricht von Sam” (1990) ab. Judd Nelson feiert mit „Breakfast Club” und „St. Elmo's Fire” (1985) seine größten Erfolge – gleich zu Beginn seiner Karriere. Emilio Estevez, Bruder von Charlie Sheen, galt als eines der hoffnungsvollsten Talente des Brat Packs, erleidet als Erwachsener aber einen empfindlichen Karriereknick. Sein letzter, in den deutschen Kinos gelaufener Film war ein Kurzauftritt in Mission: Impossible von 1996. Er hat vom Brat Pack mit Filmen wie Coppolas „Die Outsider” (1983), „Repo Man” (1984), „The Breakfast Club”, „St. Elmo's Fire”, „Stakeout – Die Nacht hat viele Augen” (1987) oder „Young Guns” (1988) die meisten Klassiker-Titel in seiner Vita. Auch Anthony Michael Hall startet gerade durch: Nach ein paar TV-Rollen war er mit einer größeren Rolle in „Die schrillen Vier auf Achse” (1983) zu sehen und fiel auf. Es folgten „Das darf man nur …”, „Breakfast Club” und „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn” (1985). Danach wechselte er eine ganze Zeit in die Fernsehshow Saturday Night Live. Ally Sheedy war vorher in John Badhams „War Games” (1983)  aufgefallen.

Erstaunlich, dass Universal Pictures nicht an das Potenzial dieses Films glaubte. Das Studio ließ die ursprüngliche 150-Minuten-Fassung kürzen auf die heutigen 93 Minuten. John Hughes sagte, er sei der einzige, der noch eine komplette Version habe. Er starb 2009. Die Langversion seines Films wurde nicht gefunden.

Wertung: 9 von 9 D-Mark
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