IMDB
Kinoplakat: The Beach
Solider Film – aus
der Zeit gefallen
Titel The Beach
(The Beach)
Drehbuch John Hodge
nach dem geleichnamigen Roman von Alex Garland
Regie Danny Boyle, USA, UK 2000
Darsteller Leonardo DiCaprio, Tilda Swinton, Virginie Ledoyen, Staffan Kihlbom, Guillaume Canet, Robert Carlyle, Magnus Lindgren, Victoria Smurfit u.a.
Genre Drama, Abenteuer
Filmlänge 119 Minuten
Deutschlandstart
17. Februar 2000
Inhalt
Paradies: Alttestamentlicher Name für den Garten Eden. Entstammt dem Persischen pardez „Einzäunung”.
 
Paradies: siehe auch hunderte von Urlaubsbroschüren. Das Paradies für den gewöhnlichen Touristen ist überall. Überall, wo das Meer ans Land grenzt und die Sonne scheint. Der Strand ist das Paradies …
 
Du hoffst und Du träumst, aber Du glaubst nicht daran, dass es Dir jemals widerfahren wird.
Nicht so, wie man es aus den Filmen kennt.
Und wenn es dann doch passiert, erwartest Du, dass es sich anders anfühlt.
Wirklicher. Mehr wie IMAX.
Aber als es mir passierte, fühlte ich nichts. Gar nichts!

Richard, ein zielloser Traveler, der Videospiele und Vietnamkrieg-Filme mag, findet dieses Paradies auf einer Karte, die er im Nachbarzimmer einer Absteige in Bangkok verschwinden lässt. Der Besitzer der Karte hat sich gerade umgebracht.

Kinoplakat: The BeachDie selbstgemalte Karte zeigt den Lageplan einer geheimnisvollen Insel. Daneben ein schwarzes Kreuz. Und in winzigen Lettern das Wort „Strand”. Gemeinsam mit dem Pärchen Francoise und Etienne macht sich Richard auf den Weg zu der abseits aller Touristenrouten gelegenen Insel, auf der angeblich eine auserlesene Schar von Rucksackreisenden in ihrem privaten Garten Eden lebt.

Richard und seine Begleiter landen auf der insel, die zur Hälfte von Marihuanabauern und einer sektenähnlichen Kommune bewohnt wird. Die Neuankömmlinge schließen sich den Aussteigern an, aber ihr Platz an der Sonne wird bald von inneren und äußeren Konflikten überwölkt, die sich gefährlich zuspitzen und gewalttätig eskalieren.

Der Strand färbt sich rot …

Was zu sagen wäre

Der Film lief im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele 2000, machte ein bisschen Schlagzeile damit, dass ein – wieder mal – als unverfilmbar geltendes „Kultbuch” verfilmt werde und ganz viele Schlagzeilen damit, dass zum ersten Mal nach seinem Erfolg durch Titanic Leonardo DiCaprio wieder im Kino auftauchte. Sichtlich überrascht, dass seine Rolle in James Camerons Untergangs-Epos so einen Hype um seine Person hatte auslösen können, hatte sich DiCaprio bis dato zurückgezogen.

Nun spielt DiCaprio solide in einem soliden Film, der in Erinerung bleibt, weil Leonardo DiCaprio zum ersten mal seit titanic wieder … uswusf.; die Jurys von „2010 Teen Choice Award” und Goldener Himbeere (der Anti-Oscar) fanden ihn - wenigstens - einer Nominierung würdig. Der Background interessierte kaum jemanden noch. Die glorifizierten Aussteiger-Jahre waren zum Jahrtausendwechsel längst Ernüchterung gewichen. Selbst jene Traveler, die dauerhaft im Traumland „Indien”, „Thailand” blieben und dort nicht im Drogennebel versunken sind, leben dort selten im Paradies. Sie halten sich mit Tauchschulen über Wasser, die sich im täglichen Konkurrenzkampf aufreiben. Die anderen, die zurückgekommen sind, arbeiten in bürgerichen Berufen oder schreiben Bücher über ihre wilden Jahre. Zu dem Thema ist zu Filmstart alles gesagt. „The Beach” trifft auf kein Bedürfnis mehr.

Immerhin gingen die Produzenten nicht leer aus: 50 Millionen Dollar soll der Film gekostet haben. Laut Umsatz-Portal Box Office Mojo hat er aber 144 Millionen eingespielt.

Wertung: 7 von 11 D-Mark
IMDB