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Kinoplakat: Terminator 3 - Rebellion der Maschinen
Die Klasse der Vorgänger zugunsten
des Comicals terminiert
Titel Terminator 3 - Rebellion der Maschinen
(Terminator 3 - Rise of the Machines)
Drehbuch John D. Brancato + Michael Ferris
Regie Jonathan Mostow, USA 2003
Darsteller Arnold Schwarzenegger, Nick Stahl, Kristanna Loken, Claire Danes, Alana Curry, Timothy Dowling, Brian Sites, Mark Hicks, Mark Famiglietti, Jerry Katell, David Andrews, Chris Hardwick, Earl Boen u.a.
Genre Action
Filmlänge 109 Minuten
Deutschlandstart
31. Juli 2003
Inhalt

Stell dir eine Welt vor, in der permanent Dunkelheit herrscht und die Maschinen das Schicksal der Menschheit kontrollieren. Stell dir vor, du bist der Einzige, der dies verhindern kann. Aber bevor du das kannst, muss etwas Schreckliches passieren.
(John Connor)

Eine Dekade ist vergangen. Vor zehn Jahren gelang es John Connor, den Tag der Abrechnung zu verhindern - den Tag, an dem das hoch entwickelte Maschinen-Netzwerk SkyNet die Menschheit vernichten sollte. Der 29. August 1997 kam - und ging, obwohl SkyNet zweimal versucht hatte, Connor zu töten und die Menschheit in den Krieg zu reißen.

Mittlerweile ist Connor 22 Jahre alt und lebt im Untergrund. Ohne Wohnung, Kreditkarten, Telefon und ohne Job. Es gibt keinen Beweis für seine Existenz. Und keine Möglichkeit für SkyNet, ihn zu finden.

Doch dann tritt T-X aus der Dunkelheit - SkyNets hoch entwickelter, neuer Killer-Cyborg, deren schöne menschliche Gestalt nur von ihrer Unbarmherzigkeit übertroffen wird. Sie kommt aus der Zukunft, um den Job zu erledigen, den ihr Vorgänger T-1000 nicht zu Ende bringen konnte. Und T-X ist weitaus mächtiger, gefährlicher und zerstörerischer als jeder Terminator vor ihr.

Doch diesmal ist John Connor nicht das einzige Ziel. Die unauffällige Tierärztin Kate Brewster sieht ihre Vergangenheit und ihre viel versprechende Gegenwart mit einer unvorstellbaren Zukunft zusammenprallen - wenn sie es nicht schafft, der unbesiegbaren T-X zu entkommen.

Connor und Kate erkennen, dass der „Tag der Abrechung” längst angebrochen ist - das Ende der Welt ist nur drei Stunden entfernt. Ihre einzige Hoffnung ist eine völlig veraltete Maschine, ein Terminator T-800-Modell, den jemand aus der Zukunft geschickt hat, um Conner zu beschützen ...

Zusammen müssen sie die überlegene T-X besiegen und den „Tag der Abrechnung” aufhalten ...

Was zu sagen wäre

Alles schon mal dagewesen. Wirklich wahr: Die Herrschaften haben tatsächlich „Judgement Day” 1:1 abgeschrieben, versetzt mit blutigen Segmenten, wie sie sich der Low-Budget-Teil-1 noch leisten konnte, und dann fröhlich noch mal von vorne gefilmt.

Halt: Der böse Terminator ist diesmal weiblich. Interessant: Maschinen gehen mit der Zeit und halten es irgendwann in ferner Zukunft für angebracht, ihrem neuesten Modell T-X weibliche Menschformen zu geben. Es sind dieselben Maschinen, bei denen man sich schon beim „Judgement Day“ hinter vorgehaltener Hand fragte, warum die eigentlich ihre Killermaschinen in eine Zeit schicken, wo John Connor schon auf der Welt ist und – im aktuellen Fall – sogar schon voll kampf- und weg-renn-fähig.

Damals, 1991 (Judgement Day), habe ich die Frage im Köcher gelassen, weil der Film so atemberaubend war. Heute darf ich die Frage stellen, weil der Film die Klasse seiner Vorgänger nicht hat. Und dann läuft meine Besserwisser-Frage voll ins Leere, weil sich der Film nicht ernst nimmt.

Die Produzenten haben eine Parodie auf ihren Erfolgs-Franchise geschrieben. Und die haben sie todernst genommen.

  • T-800 findet seine Lederklamotten in einem ähnlichen Schuppen, wie vor 13 Jahren. Diesmal allerdings von einem Striptease-Tänzer aus der "Village People"-Truppe.
  • Natürlich findet T-800 auch wieder seine schicke Sonnenbrille. Zuerst allerdings ein Elton-John-Modell - quitschgelb in Sternform -, die er frustriert weg wirft.
  • T-X kann sich ihre Brüste jederzeit vergrößern, um Streifenpolizisten abzulenken. Anstatt einfach gleich zuzuschlagen.
  • Sprang der T-1000 vor 13 Jahren noch auf einen Giga-Truck, um John Connor auf dem Moped zu jagen, springt T-X auf einen 90 Tonnen schweren Kranwagen, dessen Ausleger eine Schneise der Verwüstung schlägt. Die Jagd wird so irrwitzig und rasant, dass die alberne Verfolgung auf dem Matrix-Reloaded-Highway ein angestaubter Witz ist. Und als T-800, der am Haken des Auslegers hängt, schließlich wie eine Fliege auf die Windschutzscheibe eines Feuerwehrwagens klatscht, kommt selbstverständlich der Satz „I drive“.
  • Aus „I'll be back“ wird aktuell „She will be back“

Wenn ich nachdenke, fallen mir sicher noch tausend Zitier-Gimicks ein, aber die sind mir in dem lauten Spaß-Getöse durch gerutscht.

Kinoplakat: Terminator 3

Halt! Habe ich gesagt „1:1 abgeschrieben“? Stimmt nicht ganz. Weil John Connor nun mit 22 schon im liebesfähigen Alter ist, wird ihm mit Claire Danes („It's All About Love“ – 2003; „The Hours“ – 2002; Brokedown Palace – 1999; Der Regenmacher – 1997; U-Turn – Kein Weg zurück – 1997; William Shakespeares Romeo & Julia – 1996) eine Love-Interest an die Seite gestellt, die in ferner Zukunft sein Erster Leutnant sein wird – und seine Ehefrau. Und im übrigen die, die den aktuellen T-800 durch die Zeit schickt, nachdem ihr dereinstiger Gatte von diesem T-800-Modell getötet wurde – wo man sich dann fragt, wieso diese völlig veralteten T-800-Modelle eigentlich immer noch auf dem Markt sind, wo sogar der T-1000 mittlerweile veraltet scheint … nicht sehr clever von den Maschinen.

Der Film hat keine Klasse und ein sehr pessimistisches Ende. Damit befindet er sich auf der Höhe der Zeit des begonnenen 21. Jahrhunderts. In diese Zeit gehört auch perfekte, flotte Action, sich selbst jederzeit nicht ernst nehmende Charaktere, kalauernde Sprüche und flotte Video-Game-Dramaturgie auf Popcorn-Niveau.

Also, mir hat Terminator 3 viel Spaß gemacht. Jonathan Mostows (U-571 - USA 2000; Breakdown, USA 1997) Regie ist sauberes Handwerk, die Action opulent. Aber unter Liebhabern sei gesagt: Dieser hier ist ein perfektes Beispiel für Filmproduzenten, die jede Möglichkeit nutzen, einem erfolgreichen Franchise nochmal Saft abzupressen - mit Terminator 3 beginnt in diesem Franchise die Zeit der Lückenausfüller. Das sind perfekt geölte Action-Maschinen ohne eigenen Sinn, die als Ausrede haben, doch noch all die Geschichten erzählen zu wollen, die zwischen 1984 und 2029 passiert sein müssen, um zu einem stimmigen Ganzen zu führen. Nur irgendwas Eigenes - Überraschendes - haben diese Filme nicht mehr.

  • Camerons Original war eine anything-goes-Anordnung mit einfacher Aufstellung: Eine Maschine geht und geht und geht und lässt sich durch nichts aufhalten - schon gar nicht durch etwas menschliches wie Moral oder so. Auf der anderen Seite das unschuldige Opfer - in jeder Hinsicht - plus ein wenig Zeitreise-Dialektik
  • Camerons Fortsetzung erweiterte die Spielart um den perfekten Menschen, der nur ein Roboter sein kann. Nur noch eine Maschine kann in dieser verrückt gewordenen Welt den Wert der Menschlichkeit erfassen, die Maschine wird zum unzerstörbaren, sozial ausgewogenen und politisch korrekten Ersatzvater. Der Mensch, in unserem Fall Sarah Connor, zur wild fokussierten Auftragskillerin, die kein Halten mehr kennt.

Ab Teil 3 sind es nur noch Roboter und Menschen und Soldaten und Raketen.
Weder mit Regie noch mit dem Script hat James Cameron hier zu tun. Vor allem, wenn man die „Special Extended Version“ von Terminator 2 zugrunde legt, die Cameron später nachschob: Da erzählt eine faltig gewordene Großmutter Sarah Connor, dass es keinen Judgement Day gegeben habe und dass ihr Sohn John, den man derweil auf einem Spielplatz seine Tochter schaukeln sieht, in die Politik gegangen sei, um Atomkriege verhindern zu helfen. Mmh … das passt dann gar nicht mehr.

Wertung: 3,50 von 6 €uro
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