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Plakatmotiv: Rivalen unter roter Sonne (1971)
Clash of Cultures in
einem Euro-Western
Titel Rivalen unter roter Sonne
(Soleil rouge)
Drehbuch Laird Koenig + Denne Bart Petitclerc + William Roberts + Lawrence Roman
Regie Terence Young, Frankreich, Italien, Spanien 1971
Darsteller Charles Bronson, Ursula Andress, Toshirô Mifune, Alain Delon, Capucine, Barta Barri, Guido Lollobrigida, Anthony Dawson, Gianni Medici, Georges Lycan, Luc Merenda, Tetsu Nakamura, José Nieto, Julio Peña, Mónica Randall u.a.
Genre Western
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
15. Oktober 1971
Inhalt

Arizona im Jahre 1870: Eine Delegation des Japanischen Kaisers, die unterwegs ist, um dem amerikanischen Präsidenten ein kostbares Schwert zu überreichen, wird von Zugräubern überfallen und verliert das kostbare Kleinod an deren Anführer Gauche. Als einer der Leibwächter des japanischen Botschafters Gauche daran hindern will, schießt der Bandit ihn kurzerhand nieder, und dessen Gefährte, Kuroda, schwört, innerhalb von sieben Tagen Gauche zu strafen und das Schwert zurückzuerobern oder stattdessen Selbstmord zu begehen.

Während des Überfalls jedoch betrügt Gauche einen seiner Kameraden, den Banditen Link, um seinen Anteil der Beute und beinahe auch um sein Leben. Um ihm zu helfen, Gauche zu finden, rekrutiert Kuroda Link als Führer. Dieser macht zuerst nur widerwillig mit, zum einen, weil Gauche sichergestellt hat, dass nur er das Versteck der Beute kennt und dessen Tod durch Kuroda ihm daher nichts nützen würde, und zum anderen lässt er sich nicht gerne zum Sklaven machen und versucht daher sich immer wieder erfolglos seiner Revolver zu bemächtigen, die Kuroda in Gewahrsam hat. Doch bei ihrer Suche nach Gauche beginnen Link und Kuroda sich nach und nach besser zu verstehen und werden, je weiter ihre Achtung voreinander wächst, schließlich Freunde.

Plakatmotiv: Rivalen unter roter Sonne (1971)Um Gauche zu sich zu locken, entführen die beiden dessen Geliebte Christina und machen ein Treffen mit dem Banditen aus …

Was zu sagen wäre

Dieser Western ist ein europäischer Western, der mehr Action als Western sein will. Drei Jahre, nachdem Sergio Leone Charles Bronson mit Spiel mir das Lied vom Tod zu Hauptrollenehren verhoifen hat, der daraufhin zu einem der meist beschäftigten Akteure des US-Actionkinos wurde, kehrt Bronson nach Europa zurück, um in dieser franco-italo-hispanischen Koproduktion zu verdeutlichen: Japaner sind die besseren Menschen.

Der Film unter der Regie von James-Bond-Regisseur Terence Young schwimmt auf der Japan-ist-toll-Welle und schlägt dabei durchaus Funken. Nachdem Leone mit der Handvoll Dollar und mit Zwei glorreiche Halunken alte Toshiro-Mifune-Klassiker als Western inszeniert hat, ist er nur recht und billig, dass Mifune nun selbst nach Europa kommt und das i-Tüpfelchen setzt – mit einer Portion Selbstironie auf die Legenden um das Samurai-Dasein. In einer Szene stört ein einzelner Moskito die Nachtruhe der zusammen gezwungenen Männer. Mifune schaut, horcht, sein Messer zischt, „Kein Moskito!“ ist alles, was er dann sagt.

Charles Bronson, der sonst so harte Kerl, muss hier zunächst ordentlich einstecken, zieht im Zweikampf mit dem Samurai den Kürzeren, kollert weniger elegant einen Berg hinunter als der Japaner, der hier immer auf den Füßen bleibt – und präsentiert sich insgesamt als Prolet, während Mifune den Habitus des edlen Samurai nicht abgelgt. Zumindest zunächst nicht. Alain Delon (Der eiskalte Engel – 1967), der in diesem Reigen den bösen Buben spielt, ist langweilig. Ein glatt rasieter Killer in Schwarz, der keine zweite Ebene hat.

In der zweiten Hälfte des Films, dem Maurice Jarre einen Score verpasst, der Anleihen nimmt an Ennio Morricones Klassikern, wendet sich das Blatt, wird aus der Story ein schönes Buddy-Movie mit den ungleichen Freunden, die sich perfekt ergänzen, bis zunm großen Friendship-Finale ein, zwei Tränchen im Kinosessel weggedrückt werden.

Man sollte den Film nur nicht mit einem klassischen Western vergleichen. Mifune und Bronson und die Indianer traben durch – mutmaßlich – spanische Landschaften, die Kameramann Henri Alekan in beeindruckenden Totalen einfängt, haben mit Western klassicher Prägung, wie sie auch Leone noch erzählte, nichts mehr zu tun. Es ist ein Actionfilm mit Westernklamotten und als solcher funktioniert er gut und macht Spaß.

Wertung: 6 von 9 D-Mark
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