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Kinoplakat: Tatsächlich ... Liebe
Romatischer Weihnachtsteller
mit jeder Menge Gefühl
Titel Tatsächlich… Liebe
(Love actually)
Drehbuch Richard Curtis
Regie Richard Curtis, UK 2003
Darsteller Hugh Grant, Emma Thompson, Alan Rickman, Liam Neeson, Keira Knightley, Colin Firth, Laura Linney, Bill Nighy, Martine McCutcheon, Billy Bob Thornton, Heike Makatsch, Thomas Sangster, Lúcia Moniz, Gregor Fisher, Rory MacGregor, Sienna Guillory, Lulu Popplewell, Kris Marshall, Martin Freeman, Joanna Page, Chiwetel Ejiofor, Andrew Lincoln, Rowan Atkinson u.a.
Genre Romanze
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
20. November 2003
Inhalt

Fünf Wochen vor Weihnachten verirrt sich die Liebe nach London. Während sich die Menschen in der verschneematschten Metropole in den Weihnachtseinkauf hektiken, bezieht der frisch gewählte Prime Minister den Regierungssitz No. 10 Downing Street und verguckt sich sofort in seine Angestellte Natalie.

Des Prime Ministers Schwester Karen dachte bislang immer, sie sei Ehefrau und Mutter in einer glücklichen Familie. Dabei bewegt sich ihr Mann, Verlagsmanager Harry, gerade auf Freiersfüßen bei seiner Assistentin Mia, die verspricht, „alles für ihn zu tun”.

An Mias Nachbar-Schreibtisch sitzt Sarah, die seit über zwei Jahren in den Grafiker des Verlages, Karl, verknallt ist, diesem das aber nicht sagt und also auch nicht weiß, dass der Begehrte in ebensolcher Liebe zu Sarah entflammt ist.

Gleichzeitig muss Schriftsteller Jamie erleben, wie seine Freundin seinem Bruder aus dem Schlafzimmer zuruft „Ich bin nackt und will Dich noch mindestens zweimal vernaschen!”. Jamie reist in die Provence, um dort seinen neuen Krimi zu schreiben. In romantischer Seehütte verliebt er sich in die portugisische Haushälterin Aurelia, die leider kein Wort englisch spricht.

Karens Bruder Daniel muss mit dem Tod seiner Frau fertig werden. Der zehnjährige Sam leidet zwar sehr unter dem Verlust seiner Mutter, vertraut seinem Stiefvater Daniel aber sehr ernsten Blickes an, dass er sich hoffnungslos in Mitschülerin Joanna verliebt habe, eine Amerikanerin, die in wenigen Wochen zurück in die Staaten fliegt.

Und Juliet entdeckt nach ihrer Hochzeit, dass Mark, der beste Freund ihres Mannes, sie nicht etwa nicht ausstehen kann - weil er immer so kurz angebunden ist - sondern nur noch an sie denkt.

Dann ist da noch der abgetakelte Schlagersänger Billy, der mit dem Remake seines bekanntesten Liedes zur Weihnachtszeit den letzten Versuch eines Comebacks startet.

Als der amerikanische Präsident zum Staatsbesuch ins Königreich kommt und in Downing Street ungefragt Natalie an seine Brust zieht, verschlechtern sich die britisch-amerikanischen Beziehungen und wird dem Prime Minister etwas klar ...

Was zu sagen wäre

Zehn Liebesgeschichten für den Preis von einer. Das ist schön. Aber auch zu viel. Die bunte Vielfalt süßer Überraschungen überfrachtet den Film, weniger ist mehr.

Wunderbar ist der Film in seiner Gestaltung. Kamera und Schnitt fließen ineinander und liefern schöne Aha-Erlebnisse. Die Besetzungsliste ist das Who-is-Who der britischen Crême-de-la-Crême, oder, wie Hugh Grant sagte: „Ich kenne keinen Kollegen von der Insel, der nicht mitspielt“.

Zu viel ist beispielsweise die aufkeimende Liebe zweier beständig kopulierender Porno-Darsteller. Das ist zwar ein lustiger Hingucker, fügt sich aber nicht in das Personengeflecht ein, bleibt hängen im Irgendwo, das es nicht auf den im Filmgeschäft häufig erwähnten Boden des Schneideraums geschafft hat. Ebenso die Geschichte des jungen Losers, der von amerikanischen Frauen träumt, in die USA reist und gleich in der ersten Bar drei Traumexemplare kennenlernt – sowas unterstreicht einen märchenhaften Charakter, der überflüssig ist und auch bindungslos bleibt.

Für Autoren gilt: Kill your Babies. Richard Curtis, der sein eigenes Drehbuch verfilmt hat, hat das nicht beherzigt. So gesellen sich im Verlauf des immer bunter werdenden Weihnachtstellers einige Pralinen dazu, die schwer im Magen liegen.

Die eigentlich charmante Liebesgeschichte des Single-Premiers Hugh Grant zu seiner Angestellten entwickelt sich nicht, der Zuschauer muss einfach glauben, dass der Premier die Schnauze voll vom Alleine sein hat und seine gerade gefeuerte Angestellte also aufsucht. Das passt nicht recht zusammen. Aber dieses Story-Loch wird von Hugh Grant souverän in bekannter Hilflos-Manier überstottert.

Billy Bob Thornton hat als US-Präsident einen Glanz-Auftritt. Diabolisch, undurchschaubar, arrogant.

Emma Thompson als Karen, Liam Neeson (Schindlers Liste – 1993) als Daniel und Alan Rickman (Stirb Langsam – 1988) als Karens Gatte Harry liefern jede/r eine traumhaft schöne Performance. Deren Geschichte wäre einen eigenen Film wert. Vor allem Emma Thompson … göttlich!

Ganz großartig präsentiert sich Thomas Sangster, der den zehnjährigen, mit allem Ernst verliebten Sam gibt und seinen Stiefvater Daniel mit ausgesprochen erwachsenen Ansichten überrascht. Der Junge ist Klasse.

Fazit: Von den Machern solcher Spitzenromanzen wie Vier Hochzeiten und ein Todesfall und Notting Hill (wie auf dem Plakat verkündet) darf ich mehr (resp. weniger) erwarten. Aber ich habe in meinem Leben noch keinen Weihnachtsteller völlig leer gegessen. Etwas bleibt immer ungeliebt liegen, macht den Teller, das Fest, die Stimmung aber nicht kaputt. Insofern. Tatsächlich… gut!

Wertung: 5 von 6 €uro
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