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Kinoplakat: Taffe Mädels
Ein Witz mit Spätzünder
und dann mit viel Charme
Titel Taffe Mädels
(The Heat)
Drehbuch Katie Dippold
Regie Paul Feig, USA 2013
Darsteller

Sandra Bullock, Melissa McCarthy, Demian Bichir, Marlon Wayans, Michael Rapaport, Jane Curtin, Spoken Reasons, Dan Bakkedahl, Taran Killam, Michael McDonald, Thomas F. Wilson, Peter Weireter, John Ross Bowie u.a.

Genre Komödie, Action
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
4. Juli 2013
Inhalt

„Niemand mag Sie!”, sagt ihr Chef vom FBI-Büro in New York. Und deswegen wird das nichts mit der Beförderung. Dabei wäre Special Agent Sarah Ashburn rein fachlich die Geeignetste. Ihre Erfolgsquote geht gegen 100 Prozent. Aber: „Niemand mag Sie!” Also bekommt Ashburn einen Bewährungs-Job … in Boston. Sie soll dort einen Drogenbaron namens Larkin fassen; dann könnte es noch was werden.

Ashburn macht sich in Boston gleich an die Arbeit. Und fährt mit ihrer durch Vorschriften, festgelegte Befehlsketten und Organigramme untermauerten autoritären Art Detective Shannon Mullins über die Füße, einer Streifenbeamtin, die meist pragmatisch, derbe und direkt agiert und einen Dealer festgenommen hat, den Ashburn befragen will. Das will aber Mullins nicht. Sie will auch nicht mit Ashburn zusammenarbeiten, ist aber durchaus am Fall interessiert, weil der in ihrem Revier angesiedelt ist. Eigemntlich behindern sich die beiden Beamtinnen nur gegenseitig – die aus New York im Anzug, schlank und streng nach Vorschrivt, die aus Boston im Schmuddel-Sweatshirt, fett und politisch höchst unkorrekt fluchend und schimpfend. Trotzdem: Die Informationen, die sie bei ihren Ermittlungen sammeln führen sie in einen Nachtclub zu einem Kriminellen namens LeSoire, der Kontat zum gesuchten Dealer haben soll. Damit kommen die beiden aber auch den beiden DEA-Agenten Craig und Adam in die Quere. Und offenbar nicht nur denen. Sondern auch der Unterwelt.

Kinoplakat (US): The Heat – Taffe MädelsUnd dann explodiert Mullins′ Auto. Sie saß nicht selbst drin, aber offenbar fahren da Gangster jetzt schwere Geschütze auf. Da sind sie bei Ashburn und Mullins allerdings an der richtigen Adresse. Die haben plötzlich mehr gemein, als den Drogendealern lieb ist …

Was zu sagen wäre

Melissa McCarthy hat sich im jüngeren Kino als handfeste Kodderschnauze zum Pferdestehlen etabliert. In „Taffe Mädels” darf sie tun, was sie am Besten kann: Hemmungslos fluchen und sich daneben benehmen – „Fick Dich! Tratschtitte!” Solcher Art ist ihr gesamter Wortschatz in der ersten Hälfte des Films. Später gesellen sich ganze Sätze hinzu, die auch mal ohne Fäkalien auskommen. Das ist nervtötend. Irgendwo muss ein prüdes Publikum existieren, das „Arschfotzenschlampe” für einen echten Brüller hält. Das Erstaunliche an diesem Film ist: Am Ende mag ich Melissa McCarthys Polizistin Mullins richtig gern. Nach und nach hat sie Herz zu ihrer Kodderschnauze wachsen lassen.

Ihr gegenüber steht Sandra Bullock (Extrem laut und unglaublich nah – 2011; „Blind Side – Die große Chance” – 2009; L.A. Crash – 2004; Mord nach Plan – 2002; „Die Jury” – 1996; Während du schliefst – 1995; Speed – 1994; Demolition Man – 1993), die früher auf den Part der hibbeligen lustigen/knuddligen/knuffigen Partnerin an der Seite cooler/schöner/schweigsamer Männer festgelegt war. Hier gibt Bullock die elegante Schwester ihrer Agentin Gracie Hart aus „Miss Undercover” (2000) und lässt großzügig Melissa McCarthy („Hangover 3” – 2013; „Voll Abgezockt” – 2013; Immer Ärger mit 40 – 2012; Brautalarm – 2011) den Comic-Relief-Platz zur Entfaltung. „Ihre Brüste durchbrechen meine Intimspähre” ist das Schlüpfrigste, was Bullock im Drehbuch stehen hat. Daraus entsteht ein Comic-Krimi in der klassischen Buddy-Movie-Struktur in der Tradition von „Nur 48 Stunden” (1982) – zwei gegensätzlichen Figuren und ein sehr böser, verschlagener Gangster. Und der HipHop-Groove des Titelvorspanns setzt die Stimmung für den Film: hart im Takt geschnitten, flott, Splitscreen und Ashburns erster, sehr cooler Fahndungserfolg.

Ashburn (gerade aus dem Bett gestiegen): „Ich muss mich noch anziehen.”
Mullins: „Was stimmt denn mit dem Anzug nicht?”
Ashburn: „Das ist ein Pyjama.”
Mullins (empört): „Oh, Entschuldigung. Dass Du in einem Smoking pennst, wusste ich natürlich nicht!”

Eine nette Komödie.

Wertung: 5 von 7 €uro
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