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Laurel & Hardy – In der Fremdenlegion
Wunderbarer Slapstick mit
Champagner und Gewehr
Titel Laurel + Hardy – In der Fremdenlegion
(The Flying Deuces)
Drehbuch Ralph Spence + Charley Rogers + Fred Schiller + Harry Langdon
Regie A. Edward Sutherland, USA 1939
Darsteller Stan Laurel, Oliver Hardy, Jean Parker, Reginald Gardiner, Charles Middleton, Jean Del Val, Crane Whitley, James Finlayson, Monica Bannister, Bonnie Bannon, Eddie Borden, Christine Cabanne, Michael Visaroff u.a.
Genre Komödie, Slapstick
Filmlänge 69 Minuten
Deutschlandstart
30. Januar 1951
Inhalt

Stan und Ollie sind auf Urlaub in Paris. Ollie verliebt sich in Georgette, die hübsche Tochter des Hoteliers. Als er ihr den Heiratsantrag macht, erfährt er von ihrer Vermählung mit dem Offizier Francois. Aus Enttäuschung und Frust will sich Ollie in der Seine entränken. Dabei sieht er es als Stans Freundespflicht an, sich mit ihm zu ertränken.

Laurel & Hardy – In der FremdenlegionKurz bevor Ollie seinen Suizid durchführen kann, fragt ihn Stan, als was er im nächsten Leben wieder geboren werden möchte. Ollie meint, er würde gerne ein Pferd sein und will nun endlich zur Tat schreiten. Da erscheint ein Offizier - Georgettes Verlobter Francois, was Ollie allerdings nicht weiß - und schlägt Ollie vor, sich der Fremdenlegion anzuschließen, damit er seinen Kummer vergessen kann.

Die beiden befolgen den Rat, kommen jedoch nicht mit dem harten Leben beim Militär zurecht. Sie werden schon am ersten Tag zum Wäschedienst verdonnert, was Stan verwundert, denn wenn Olli „so viel zu tun hat, hat er keine Zeit zu vergessen.“

Frustriert wollen sie aus der Legion wieder austreten und hinterlassen dem Kommandanten der Legion einen „Abschiedsbrief“, in dem sie ihn beschimpfen. Sie werden als Deserteure zur Todesstrafe durch Erschießen verurteilt …

Was zu sagen wäre

Wir schreiben das jahr 1939: In Europa tobt ein Krieg. Zwei Jahre, bevor die USA in diesen Krieg eintreten, nehmen sich Laurel und Hardy das militärische Befehl und Gehorsam vor und ordentlich auf die Schippe; eingebettet in eine tragische Romanze, in der Oliver Hardy in Trauer versinkt.
„Keine Frau kann es wert sein, sich das Leben zu nehmen. Es schwimmen viele Fische im See“, tröstet ihn einer, der es gut mit ihm meint.
„Er ist nicht in einen Fisch verliebt, er liebt eine Frau“, belehrt Stan diesen Mann.

Laurel & Hardy – In der Fremdenlegion

Ganz neu sind Laurel und Hardy in Uniform freilich nicht. „The Flying Deuces“ ist sowas wie ein Remake. Laurel und Hardys Kurzfilm „In der Wüste“ (Beau Hunks) aus dem Jahre 1931 weist eine sehr ähnliche Handlung auf. Der vorliegende Film ist aber ein ausgereiftes Paradebeispiel für das Chaos-Konzept des Duos – die Tücke des Objekts in jeder denkbaren Ausprägung: ob eine Champagnerflasche, eine Waschschüssel, selbst ein nicht zu Ende gedachter Suizid geraten zum vollkommen choreographierten Slapstick.

Die mit Stan und Olli fest verknüpften Elemente tauchen alle auf:

  • Stans komische Ideen. Hier erfindet er das Pralinen-Sandwich – zwei Scheiben Brot, dazwischen drei Pralinen. Später zweckentfremdet er den Lattenrost seiner Gefängnispritsche, um ergreifend Harfe zu spielen.
  • Gags mit Wasser gehören zum Repertoir – hier fordern eine Waschschüssel und ein mit Wasser vollgesogenes Kissen den ganzen Mann.
  • In Laurel & Hardys Welt kommen Frauen entweder als attraktive Fräuleins oder angeheiratete Schreckschrauben vor. Hier ist es die Version angehimmeltes Fräulein, die anderweitig vergeben ist, aber – indirekt – auslöser aller kommenden Verwicklungen.
  • Die vierte Wand: Hardys leidender Blick in die Kamera, in Richtung Publikum – sein Markenzeichen setzt er auch hier ausgiebig ein.


Die wunderbare Krönung dieser wunderbaren Groteske: Olli als Pferd – inklusive Schnauzer und Melone.

Wertung: 5 von 6 D-Mark
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