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Kinoplakat: Silver Linings
Eine aufregende Jennifer Lawrence
ein fiebriges Romantic-Drama
Titel Silver Linings
(Silver Linings Playbook)
Drehbuch David O. Russell
nach einem Roman von Matthew Quick
Regie David O. Russell, USA 2012
Darsteller Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Jacki Weaver, Chris Tucker, Anupam Kher, John Ortiz, Shea Whigham, Julia Stiles, Paul Herman, Dash Mihok, Matthew Russell, Cheryl Williams, Patrick McDade, Brea Bee u.a.
Genre Drama
Filmlänge 122 Minuten
Deutschlandstart
3. Januar 2013
Website silverliningsplaybookmovie.com
Inhalt

Pat kommt nach acht Monaten aus der Anstalt. Es ging ihm nicht so gut … war ein bisschen ausgetickt, als er seine Frau, Nikki, mit ihrem Kollegen, dem halbglatzigen Geschichtslehrer, nackt und wild knutschend unter der Dusche erwischt hatte. Und er hatte vorher auch schon wilde Verschwörungstheorien über sie und den halbglatzigen in die Welt gesetzt.

Nun gut, jetzt ist er gegen Auflagen wieder draußen, darf sich seiner Frau auf nicht mehr als 150 Meter nähern und muss regelmäßig seine Medikamente nehmen und Dr. Patel aufsuchen, den Psychater. Alles halb so wild, findet Pat, lästig zwar, aber er und Nikki lieben sich und alles wird gut werden. Davon ist er überzeugt.

Pat ist als einziger davon überzeugt. Seine alten Eltern, bei denen er jetzt wohnen muss, können Pat seinen Irrglauben nicht nehmen. Auch der Hinweis, Nikki sei weggezogen, hilft nicht. Nein, sagt Pat, „Nikki und ich, wir lieben uns und alles wird gut”.

Währenddessen ordnet sein Vater die Fernbedienungen auf dem Beistelltisch und leidet darunter, dass er Stadionverbot bei seiner geliebten Footballmannschaft hat; er hat sich zu oft geprügelt auf den Rängen - auch Pats Vater ist ein wenig derangiert. Währenddessen hält Mutter Dolores den Familienladen zusammen.

Bei einem Abendessen bei seinem Freund Ronnie lernt Pat Tiffany kennen. Die hat auch eine Scheißzeit hinter sich, litt unter schweren Depressionen, als ihr Mann, ein Polizist, bei einem albernen Unfall ums Leben kam - Tiffany schlief in der Folge, der Phase der Trauer mit nahezu all ihren Kollegen im Büro und wurde entlassen. Die beiden kreisen umeinander wie Erde und Mond und kommen sich irgendwie näher, dann aber wieder nicht, halten sich dauernd ihre jeweiligen Eheringe unter die Nase und behaupten, da laufe nichts, schließlich sei man ja - jeweils - verheiratet.

Aber Tiffany kann Pat helfen, mit seiner Nikki in Kontakt zu kommen, die eine Freundin von Tiffanys Schwester ist. Sie, Tiffany, könne einen Brief übergeben, schlägt er vor. Das könne sie machen, sagt sie, wenn er ihr bei diesem „Tanzding” helfe. Sie will an einem Wettbewerb teilnehmen, aber seit ihr Mann gestorben ist, fehlt ihr der Tanzpartner. Pat willigt ein - widerwillig, aber er muss ja irgendwie Kontakt zu Nikki aufnehmen und über die nur erlaubten 150 Meter hinweg wäre das schwer. Also schreibt er und wenige Tage später hat Tiffany eine Antwort dabei.

Am Abend des Tanzwettbewerbs sind alle Freunde und die Eltern dabei, um Pat und Tiffany tanzen zu sehen - auch Nikki ist da. Aber in den vergangenen Wochen hat sich was Fundamentales verändert bei Pat …

Was zu sagen wäre

Wunderbares emotionales Wuchtbrummenkino! Zwei „bipolar” Gestörte in einer Welt, in der alle durch den Wind sind, obwohl sie als Normal gelten. Die oben umrissene Geschichte von Pat und Tiffany wird noch ergänzt durch die Geschichte von Pat Sr., dem Robert DeNiro nach Jahren der kommerziellen Fließband-Ausbeute seiner Kunst eine dichte, zwischen liebevoll und voll gestört wiegende Aura gibt. So gut war deNiro lange nicht mehr.

Und erst Jennifer Lawrence. Diese Frau hat mehr Sex im linken Nasenflügel, als solche Kinokönnerinnen wie Charlize Theron (Young Adult - 2011; Hancock - 2008) oder Emily Blunt (Looper - 2012; Der Plan - 2011) im ganzen Körper; das ist nicht sexistisch gemeint, sondern bewundernd. Wenn ich an „Silver Linings“ etwas kritisieren möchte, dann, dass Jennifer Lawrence zu spät auftaucht und, dass der Film dann nach zwei Stunden schon vorbei ist - wo doch sonst jeder Durchschnittsfilm heute mit zweieinhalb Stunden Länge daher kommt.

La Lawrence ist umwerfend. War sie schon in Winter's Bone (2010). In den Hunger Games - Tribute von Panem (2012) irgendwie auch, aber da gibt es für sie zu wenig zu tun. In X-Men - First Class (2011) spielt sie passenderweise gleich eine Mutantin, die sich in jedes Lebewesen verwandeln kann.

Für ihre Rolle in „Silver Linings“ wurde sie im Februar 2013 mit dem Oscar ausgezeichnet. Da ist eine sehr aufregende Nachwuchsgang unterwegs. Auch Bradley Cooper kommt gut. Cooper, der bisher vor allem durch Slacker- und Chaotenrollen (Ohne Limit - 2011; „Hangover“) von sich reden machte, ist besser, als dieser Ruf vermuten lässt, aber der Wucht von Jennifer Lawrence kann er sich dann irgendwann auch nur noch unterordnen. Die beiden spielen ein Paar nur vordergründig seelisch Gestörter; sehr bald macht der Film mit seinem fiebrig-rythmischen Schnitt klar, dass im Grunde alle durchgeknallt sind. Auch die Normalen haben eine Macke – nur fällt die nicht so deutlich auf, wie bei Pat und Tiffany.

Eine wunderbarer Film mit klaren, schellen Dialogen. Auf den Punkt! Eine einfache Geschichte mit nicht ganz so einfachen Menschen.

Wertung: 7 von 7 €uro
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