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Plakatmotiv: Gangster Squad (2013)
Diese stylische Gangsterballade
ist ein andauerndes Déja Vu
Titel Gangster Squad
(Gangster Squad)
Drehbuch Will Beall
nach dem Buch von Paul Lieberman
Regie Ruben Fleischer, USA 2013
Darsteller Sean Penn, Josh Brolin, Emma Stone, Mireille Enos, Ryan Gosling, Anthony Mackie, Giovanni Ribisi, Michael Peña, Robert Patrick, Nick Nolte, Holt McCallany, Wade Williams, James Landry Hébert, Ambyr Childers, Mick Betancourt, Mac Brandt, Brandon Molale, Michael Papajohn, Jeff Wolfe, Anthony Molinari, Austin Highsmith, Neil Koppel …
Genre Crime, Drama
Filmlänge 113 Minuten
Deutschlandstart
24. Januar 2013
Website warnerbros.com/gangster-squad
Inhalt

Der Kriminelle Mickey Cohen kontrolliert in den späten 1940er Jahren die Unterwelt von Los Angeles und schützt sich und seine Leute durch Bestechung von Polizisten und Richtern vor Strafverfolgung. Daher beschließt der Polizeichef von Los Angeles, Bill Parker, Cohens Aktivitäten die wirtschaftliche Basis zu entziehen, indem er seine Betriebe und Geschäfte gewaltsam zerstören lässt, ohne dass seine Behörde damit in Verbindung gebracht werden kann.

Für diesen geheimen Auftrag wählt er mit Detective Sergeant John O’Mara, eigentlich Ermittler beim Morddezernat, einen durchsetzungsstarken und unbestechlichen Beamten aus, der bereits im Zweiten Weltkrieg in einer geheim operierenden Spezialeinheit gedient hatte. Dieser akzeptiert den Auftrag pflichtbewusst, trotz der Schwangerschaft seiner Frau, und rekrutiert sich eine kleine schlagkräftige Truppe von wenigen Polizisten mit speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten unter seinem Kommando.

O’Mara und seine Truppe begehen Überfälle auf Cohens Einrichtungen und Lieferwege, um sein Imperium zu zerschlagen. Dabei riskieren sie, Unbeteiligte zu verletzen, und erschießen viele bewaffnete Mitarbeiter Cohens. Um Cohens Vorhaben zu kennen, spionieren sie diesen mit einer Wanze aus. Cohen und die Öffentlichkeit nehmen O’Maras Aktionen als Aktionen einer verfeindeten Bande Cohens wahr.

O’Maras Bande überfällt ein Wettbüro Cohens und setzt dieses, ohne Geld zu stehlen, in Brand. Cohen schlussfolgert daraus richtig, dass es sich bei den Tätern um Polizisten handelt. Er entdeckt daraufhin die Wanze und nutzt diese als Köder, um die Mannschaft O’Maras in eine Falle zu locken …

Was zu sagen wäre

„Das war kein Mord“, zetert Mickey Cohen, der Unterweltboss. „Das war Fortschritt. Ich bin Fortschritt!“ Da klingt er ein klein wenig wie Gangsterboss Big Boy Caprice in Warren Beattys fulminanter Kinoadaption von Dick Tracy (1990) – „So many questions. So few answers.“ – und Sean Penn, der diesen Unterweltboss Mickey Cohen in „Gangster Squad“ spielt („Cheyenne – This Must Be the Place“ – 2011; „The Tree of Life“ – 2011; Das Spiel der Macht – 2006; Die Dolmetscherin – 2005; Mystic River – 2003; Sweet and Lowdown – 1999; Der schmale Grat – 1998; The Game – 1997; U-Turn – Kein Weg zurück – 1997; Dead Man Walking – 1995; „Carlito's Way“ – 1993; „Die Verdammten des Krieges“ – 1989; „Der Falke und der Schneemann“ – 1985; Ich glaub' ich steh' im Wald – 1982; „Die Kadetten von Bunker Hill“ – 1981), sieht unter seiner dicken Narbenmaske auch tatsächlich aus, wie frisch vom Dick-Tracy-Set rübergewechselt. Dabei bleibt Penn in seiner diabolischen Brutalität in jeder Szene nur zweiter Sieger hinter Robert De Niros Al Capone aus Brian De Palmas Die Unbestechlichen (1987), der sowas wie der große Bruder dieses Films ist.

Merken Sie was? Erinnerungen an eine Gangstercomic-Verfilmung, Erinnerungen an Gangsterfilme über die 30er Jahre? Ich habe bei „Gangster Squad“ dauernd das Déja-vu-Gefühl. Gangster in eleganten Anzügen, mit großen Hüten, der Maschinenpistole im Arm, die bulligen Limousinen jener Zeit, die korrupten Cops in – wahlweise – strahlender Uniform oder fettwanstig ihr Bestechungsgeld verfressend – das kenne ich alles aus zahlloden anderen Filmen; und damit denke ich nicht an die Bogart-Cagney-Filme aus den echten 30er, 40er Jahren, sondern an zahllose Farbfilme, die im Aert déco der damaligen Zeit baden.

Das kann man Ruben Fleischer gar nicht vorwerfen, auch Autor Will Beall eher nicht –„Gangster Squad“ ist ja unterhaltsames Kintopp, mit Sean Penn, Ryan Gosling (The Place Beyond the Pines – 2012; The Ides of March – 2011; Crazy, Stupid, Love. – 2011; Drive – 2011; Blue Valentine – 2010; Lars und die Frauen – 2007; „Wie ein einziger Tag“ – 2004; Mord nach Plan – 2002), Emma Stone (The Amazing Spider-Man – 2012; The Help – 2011; Crazy, Stupid, Love. – 2011; Freunde mit gewissen Vorzügen – 2011; „Einfach zu haben“ – 2010; Zombieland – 2009), Josh Brolin (Men in Black 3 – 2012; True Grit – 2010; Ich sehe den Mann deiner Träume – 2010; Wall Street: Geld schläft nicht – 2010), Giovanni Ribisi (Avatar – 2009) prominent mit Gesichtern besetzt, die erstens an der Kinokasse taugen (meistens jedenfalls) und zweitens von der Physiognomie her in jene Zeit passen. Fleischer veranstaltet da eine elegante Gangster-Etude in C-Dur mit Action-Ballett, schönen Plansequenzen und kernigen Männern: „Ihr seid der beste Sauhaufen aller Zeiten!“

Die Filmproduktion soll 60 Millionen US-Dollar gekostet haben – zuzüglich der Merketingkosten in üblicherweise einem Viertel bis einer Hälfte des Produktionsbudgets. Am weltweiten BoxOffice hat er 105,2 Millionen geholt. Dass die stylische Gangsterjagd am Ende nicht reussiert, liegt einfach daran, dass man im Kinosessel glaubt, das alles erst vergangen Woche im Fernsehen gesehen zu haben.

Wertung: 3 von 8 €uro
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