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Kinoplakat: Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
Die Bussi-Bussi-Gesellschaft
wird glamourös entblättert
Titel Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
Drehbuch Helmut Dietl + Patrick Süskind
Regie Helmut Dietl, Deutschland 1997
Darsteller

Götz George, Mario Adorf, Heiner Lauterbach, Gudrun Landgrebe, Veronica Ferres, Joachim Król, Hannelore Hoger, Armin Rohde, Jan Josef Liefers, Martina Gedeck, Meret Becker, Hilde Van Mieghem, Burghart Klaußner, Edgar Selge, Erich Hallhuber u.a.

Genre Drama, Komödie
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
23. Januar 1997
Inhalt

Die Tür öffnet sich zum Ristorante Rossini, dem Hangout einer illustren Schar von Stammgästen, die sich allabendlich versammelt: unter ihnen schillern Regisseur Uhu Zigeuner, Produzent Oskar Reiter und Dichter Bodo Kriegnitz. Zigeuner und Reiter wollen den Bestseller-Roman „Die Loreley“ von jakob Windisch verfilmen – einem überaus menschenscheuen Schriftstellers. Das ist an sich schon schwer – wie soll man verhandeln, wenn der Autor sich versteckt hält? Noch schwerer freilch ist: Jakob Windisch will überhaupt nicht, dass sein Roman verfilmt wird.

Das bringt vor allem Produzent Reiter in Schwierigkeiten, dessen Bankiers ihm den Geldhahn zudrehen und sogar seine Produktionsfirma übernehmen wollen.
Reiter selbst steht daneben noch im Konkurrenzkampf mit Kriegnitz um die schöne (und selbstsüchtige) Valerie, die es genießt, von den beiden umworben zu werden. Als ihr jedoch der unattraktive Arzt Dr. Gelber einen Heiratsantrag macht und ihr – in seiner unbeholfenen Art sehr romantisch – in einer Schatulle seinen sämtlichen Besitz schenkt, erkennt sie, dass es ihren beiden Verehrern Reiter und Kriegnitz nicht um sie selbst, sondern nur um den Wettstreit gegeneinander geht.

Gleichzeitig, angezogen durch die Pläne, einen Bestseller vor der Haustür zu verfilmen, strömen mehr und minder begabte Blondinen des Produzenten Umfeld, also auch das Rossini, die sich um die Rolle der Loreley bemühen. Erst Schneewittchen hat Erfolg – sie geht geschickter vor, als ihre Konkurrentinnen: Sie wirft sich jedem an den Hals, der ihr dabei behilflich sein könnte, die Rolle zu bekommen.

Erst verschafft sie sich durch Wirt Rossini Zugang zum Restaurant, dann verdreht sie Zigeuner den Kopf, später dann Reiter …

Was zu sagen wäre

„Film ist krieg, mein Freund! Und dieser Film ist ein Multimillionen-Dollar-Stahlgewitter, bei dem das Blut nur so in Strömen fließen wird!", stöhnt der Erfolgsproduzent, den Heiner Lauterbach als Bernd Eichinger anlegt, als er wieder mal im Clinch liegt mit seinem Regisseur, den Götz George gewohnt atemlos und ganz in Schwarz gibt. Ein Schlüsselfilm? Jede Figur hat ihre Entsprechung in der Realität? Ja und Nein und auch egal. Der Spaß ist in jedem Fall garantiert!

Ja: Lauterbach ist Eichinger. George ist Dietl (Dietl immer in Weiß, George konsequent in Schwarz), Schneewittchen ist Ferres (also: Ferres muss Ferres spielen: „Ich bin die, die Du immer gesucht hast. Siehst Du das nicht, du Arschloch?“) und so weiter (s.u.). Es wäre aber ein lahmer Film, wenn er hieraus seinen Nektar ziehen würde.

„Rossini“ ist zum Quitschen komisch. Zum Zunge schnalzen intelligent. Zum lieb haben bösartig! Helmut Dietl baut seinen TV-Erfolg „Kir Royal“ (1986) für die Leinwand um. Im Grunde bietet er hier ein Theaterstück mit Drehbühne – meistens sind wir im Restaurant, nur wenn verschiedene und/oder entscheidende Liebesspiele stattfinden, wechseln wir in Hinter- und Schlafzimmer.

„Rossini“ ist ein großer Wurf. Alle Schauspieler liefern ihre 100 Prozent, Kameramann Gernot Roll taucht die kalte Geschichte in warme Cognac- und Champagnerfarben und das Drehbuch ist bis in den letzten Gedankenstrich durchkomponiert. „Ich will nichts erleben. Ich bin Schriftsteller!“ Okay: Joachim Król gibt 105 Prozent.

Alles gut. Perfektes Kino!

Wertung: 11 von 11 D-Mark
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