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Kinoplakat (US): The November Man
Ordentlicher Pierce-Brosnan-Thriller
ohne besondere Vorkommnisse
Titel The November Man
(The November Man)
Drehbuch Michael Finch + Karl Gajdusek
nach dem Roman „There Are No Spies“ („Der November-Mann“) von Bill Granger
Regie Roger Donaldson, USA, UK 2014
Darsteller
Pierce Brosnan, Luke Bracey, Olga Kurylenko, Bill Smitrovich, Amila Terzimehic, Lazar Ristovski, Mediha Musliovic, Eliza Taylor, Caterina Scorsone, Akie Kotabe, Will Patton, Patrick Kennedy, Dragan Marinkovic, Ben Willens, Milos Timotijevic u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
6. März 2015 (Blu-ray- und DVD-Premiere)
Website thenovemberman.com
Inhalt

Top-Agent Peter Devereaux hat sich nach seinem letzten Fall in den Ruhestand in die Schweiz begeben. Doch das Idyll währt nicht lange: Peters ehemaliger Chef Hanley beordert seinen besten Mann zurück in den Dienst, denn wie es scheint, wurde der CIA von einem Maulwurf infiltriert.

Peter soll nach Moskau, um dort seine Ex-Frau auszuschleusen, der es als Agentin gelungen ist, als Geliebte des russischen Generals Fedorow an brisante Informationen zu kommen. Bei der Evakuierung gibt sie lediglich den Namen Mira Filipova an und wird anschließend durch Peters ehemaligem Schüler David Mason auf den Befehl von CIA-Chef Weinstein hin erschossen. Peter entkommt den CIA-Killern und flieht nach Belgrad, wo er auf die Journalistin Alice Fournier trifft, die über Fedorows Rolle im zweiten Tschetschenienkrieg recherchiert.

Fournier berichtet, Mira sei eine Zeugin von Fedorows Kriegsverbrechen und könne zudem bezeugen, dass er der CIA geholfen hat, ein russisches Hochhaus zu sprengen und damit den zweiten Tschetschenienkrieg ausgelöst hat. Peter und Alice entkommen nur knapp einer Profikillerin, die auf Alice angesetzt wurde.

Hanley wird inzwischen von Weinstein festgesetzt und verhört. Er berichtet, dass Alice in Wirklichkeit die gesuchte Mira ist. Fedorow ließ Jahre zuvor ihre Eltern ermorden und hielt sie jahrelang gefangen.

Mira dringt als Nutte verkleidet in das Hotel ein, in welchen Fedorow residiert und will ihn töten …

Was zu sagen wäre

Roger Donaldson (Pakt der Rache – 2011) hatte seine große Zeit als Regisseur in den 1990er Jahren (Thirteen Days – 2000; Dante's Peak – 1997; Species – 1995; „Getaway“ – 1994; „White Sands – Der große Deal“ – 1992; „Cadillac Man“ – 1990; Cocktail – 1988; No Way Out – 1987; „Marie - Eine wahre Geschichte“ – 1985). Ein versierter Regisseur ohne eigene Mission, der sein Handwerk in den Dienst seines Auftragsgebers stellte – heute Thriller, morgen Horror, übermorgen Romantik, anschließend einen Actioner und immer mit prominenten Namen. Unter den Auftragsregisseuren gehörte der Australier zur Spitze. Er dreht immer noch Filme für den Mainstream, heute aber für die kleineren Leinwände. In Deutschland wurde sein aktueller Film, „The November Man“ einmal auf dem Fantasy Filmfest 2014 gezeigt (obwohl er mit Fantasy gar nichts am Hut hat) und kam 2015 dann ohne Umwege als Blu-Ray und DVD auf den Markt.

Kinoplakat (US): The November ManDonaldsons Handwerk blitzt in manchen Szenen auf, wenn Pierce Brosnan seinen immer noch mitreißenden Raubauz-Charme ausspielt („Fangen sie nicht an, mir zu vertrauen. Ich verspreche Ihnen, ich werde Sie enttäuschen!“) und breitbeinig mit vorgehaltener Waffe durch Hotelflure streift und sich der Regisseur ganz auf seine Bildfolge konzentrieren kann. Agent kann Brosnan, der Ex-Bond, auch ohne Anleitung. In solchen Brückenszenen spielt Donaldson sein Gespür für Timing aus, variiert im Tempo, lässt die Kamera kreisen und hat offenbar Freude an der Bildkomposition.

In den Szenen aber, in denen Dialoge Handlung erklären oder Charaktere glaubhaft die Seiten wechseln müssen, fällt auf, wie dünn die Story ist, deren zwei zentrale Elemente völlig ungefährdet bleiben. Pierce Brosnan behält immer die Oberhand, seinen emotionalen Tiefpunkt hat er nach drei Minuten, danach gelingt ihm alles, schießt er stets schneller (und genauer) als sein Gegenüber.

Das andere zentrale Element, der Lehrer/Schüler-Konflikt (oder Vater/Sohn-Konflikt) vertändelt in der Beliebigkeit; so richtig tödlich sauer aufeinander, dass es spannend werden könnte, sind die beiden offenbar nicht.

Wir schauen halt zu, wie ein obskurer russischer Ex-General mit noch obskureren Umgangsformen russischer Präsident werden will und einige Agenten und eine schöne Frau das verhindern wollen. Nicht, dass wir solche Geschichten nicht mittlerweile jeden zweiten Abend im Serienfernsehen haben, aber auf der Leinwand (für die der Film offenbar mal gedacht war) erwarte ich dann das größere Besteck. Bis auf Pierce Brosnan (A Long Way Down – 2014; Der Ghostwriter – 2010; „Mamma Mia!“ – 2008; „Mord und Margaritas“ – 2005; James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag – 2002; Der Schneider von Panama – 2001; Die Thomas Crown Affäre – 1999; Mars Attacks! – 1996) bleibt das hier aus und auch der zitiert eher seine früheren Rollen, als Neues zu interpretieren.

Wertung: 3 von 8 €uro
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