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Kinoplakat: Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts
Eine naive Friedenstaube mit
realistischer Prügel im Ring
Titel Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts
(Rocky IV)
Drehbuch Sylvester Stallone
Regie Sylvester Stallone, USA 1985
Darsteller Sylvester Stallone, Talia Shire, Burt Young, Carl Weathers, Dolph Lundgren, Brigitte Nielsen, Tony Burton, Michael Pataki u.a.
Genre Drama
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
13. Februar 1986
Inhalt
Rocky Balboa ist wieder Boxweltmeister und genießt seine Popularität und seinen Reichtum. Bis die Russen kommen. Eine sowjetische Delegation fordert den Weltmeister zu einem Titelkampf heraus gegen Ivan Drago, eine in Moskauer Labors hochgezüchtete Kampfmaschine. Die Russen sind überzeugt, dass „ein Sieg über den Weltmeister der USA eine gute Sache für die Sowjetunion ist”. Der Leiter der Delegation demonstriert in einem eindrucksvollen Test, dass Dragos Faust alles zertrümmert, was sie trifft.

Rocky willigt in den Kampf ein, lässt sich dann aber von Apollo Creed überreden, dass dieser statt Rocky den Schaukampf austrägt - wer schließlich ist dieser Drago schon, nur weil der ein bisschen Kraft hat? Creed möchte als alternder Star noch einmal das Gefühl genießen, im Boxring zu stehen. Rocky gibt trotz seiner Bedenken nach.

Im Ring schlägt Ivan Drago Apollo tot.

Jetzt ist das eine persönliche Sache: Rocky möchte Creed rächen und darüber hinaus der Welt und auch sich zeigen, dass Ivan Drago nicht unbesiegbar ist. Er beginnt mit dem Training …
Was zu sagen wäre

Der Film machte Dolph Lundgren bekannt, der hier den tumben Drago gibt und in der Folge Karriere machte als Action-Star in B- und C-Filmen, die das Privatfernsehen in den langen Nächten am Wochenende zeigt. Als Dragos eisgekühlte Managerin Ludmilla mit modisch-kurzem Blondhaar zeigt Brigitte Nielsen (Die City Cobra – 1985; Red Sonja – 1985)), dass sie immer noch keinen Schauspielkurs besucht hat.

Geradezu rührend versucht dieser Prügelfilm eine Brücke zwischen Ost und West zu schlagen. Rocky haut nicht nur die Kampfmaschine Drago aus dem Ring und zeigt, dass die USA stärker sind. Rocky dreht nicht nur das Kaderpublikum um, dass erst Drago zujubelt und dann ins Lager des tapferen US-Stehauf-Männchens wechselt. Rocky erklärt den Russen auch noch, dass es allemal besser sei, wenn sich zwei im Ring kloppten, als dass 20 Millionen auf den Schlachtfeldern gegeneinander anträten. Okay, kann man machen, wenn man Sylvester Stallone heißt und andauernd vorgeworfen bekommt, man bediene mit seinen Filmen die niedrigsten Instinkte – da darf man dann mal plakativ die Friedenstaube fliegen lassen. Ist ja nichts Schlechtes.

Ansonsten folgt der Film seinem gelernten Muster: Zu Bill Contis Rocky-Thema kämpft sich der Italian Stallion diesmal einen schneebedeckten Berg hoch und lebt in einer urig-archaisch anmutenden Holzhütte in der Wildnis, es gibt schmerzhaft realistische Prügelszenen im Ring, Durchhalteparolen im verschwitzten Gym. Und es gibt das Trauerspiel um Apollo Creed. Dieser Drehbuchkniff, der die persönliche Motivation des Helden untermauern soll, ist ein wenig … nun ja, aufgesetzt.

Und insgesamt ist dies das erste Musikvideo, das es – als abendfüllender Spielfilm verkauft – in die Kinos geschafft hat. Durch Bilder oder gar Dialog voran gebrachte Handlung findet nicht statt – aber geschnitten ist alles auf den Takt des Soundtracks.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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