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Plakatmotiv: Der Flug des Phönix (1965)
Ein Psycho-Kammerspiel unter
der sengenden Sonne der Sahara
Titel Der Flug des Phoenix
(The Flight of the Phoenix)
Drehbuch Lukas Heller
nach dem Roman von Trevor Dudley Smith
Regie Robert Aldrich, USA 1965
Darsteller James Stewart, Richard Attenborough, Peter Finch, Hardy Krüger, Ernest Borgnine, Ian Bannen, Ronald Fraser, Christian Marquand, Dan Duryea, George Kennedy, Gabriele Tinti, Alex Montoya, Peter Bravos, William Aldrich, Barrie Chase u.a.
Genre Abenteuer, Drama
Filmlänge 142 Minuten
Deutschlandstart
18. März 1966
Inhalt

Eine Transportmaschine des Typs Fairchild C-82 Packet der Ölförderfirma ARABCO ist mit zwei Mann Besatzung und zwölf Passagieren unterwegs von der nördlichen Sahara nach Bengasi. Nach Ausfall des Funkgerätes ist man ohne aktuellen Wetterbericht und fliegt mitten in einen Sandsturm. Die Vergaser beider Motoren verstopfen durch den Sand und Captain Frank Towns muss die Maschine fernab aller Routen notlanden. Zwei Mann sterben durch losgerissene Ladung, ein dritter wird schwer am Bein verletzt.

Die Überlebenden versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und hoffen auf baldige Rettung. Der deutsche Flugzeugkonstrukteur Heinrich Dorfmann macht nach längeren Berechnungen den Vorschlag, aus den unbeschädigt gebliebenen Teilen der Maschine ein neues Flugzeug zu konstruieren, stößt aber bei Captain Towns auf vehementen Widerstand.

Als das Wasser knapper wird, will der mitgereiste Soldat Captain Harris mit seinem Untergebenen Sergeant Watson zu Fuß losziehen; Watson täuscht jedoch eine Fußverletzung vor, und Harris verlässt die Überlebenden zusammen mit dem ebenfalls mitgereisten Carlos. Als der psychisch erschöpfte Cobb den beiden unbemerkt folgt, zieht auch Towns los, um den ohne Wasser chancenlosen Mann zurückzuholen, findet ihn jedoch nur noch tot auf.

Wieder zurück beim Wrack, stimmt Towns nach Vermittlung seines Navigators Lew Moran und Dr. Renaud („besser etwas zu tun, als sich beim Verdursten zuzusehen“) dem Plan Dorfmanns zu, und man beginnt mit dem Bau des neuen Flugzeugs. Der Bau geht mühsam voran, immer wieder unterbrochen von Streitereien und Kompetenzgerangel zwischen Towns und Dorfmann.

Eines Abends kehrt Captain Harris doch noch mit letzter Kraft zurück zum Wrack. Watson bemerkt ihn, lässt ihn aber in den Dünen zurück; Dorfmann findet schließlich den total entkräfteten Offizier. Der Bau geht weiter voran; die Männer finden langsam Gefallen und auch etwas Stolz an ihrer Arbeit, der Buchhalter Standish gibt dem „Flugzeug“ daher den Namen Phoenix.

Bei einem längeren Gespräch zwischen Dorfmann, Towns und Moran erfahren die beiden, dass Dorfmann bei einem Unternehmen angestellt ist, das Modellflugzeuge herstellt …

Was zu sagen wäre

Ein großer Abenteuerfilm, der die Wechselwirkung von Überlebenswille und Fatalismus in einer Männergruppe beleuchtet. Robert Aldrich hat einen großen Cast zusammengestellt, in dem jeder seinen Auftritt bekommt.

James Stewart (s.u.) als Pilot Frank Towns übernimmt die Rolle des Alten, der spürt, dass die Zeit über ihn hinweggeht und sich nach dem Absturz mit Schuldgefühlen plagt, die ihn in lebensgefährliche Situationen treiben.

Seinen Antagonisten spielt Hardy Krüger als deutschen Konstrukteur, der das Leben in Tabellen berechnet und kalt die Überlebenschancen jedes Einzelnen für das Gelingen des Ganzen einschätzt; er schaut auf den Alten „der nichts dazu gelernt hat“ hinab. Krüger (Hatari! – 1962) spielt diesen Dorfmann leidenschaftlich kalt. Richard Attenborough als Navigator Lew Moran ist der besonnene Freund des Alten, der zwischen den beiden vermittelt – und gleichzeitig dem Zuschauer die Gefühlslage beider offenbart – und sich mit dem Alten schließlich den zentralen Streit, der die Arbeiten auf das richtige Gleis setzt.

Um dieses Trio herum gesellt sich eine Gruppe Typen – ein Arzt, ein Sprücheklopfer, ein Arschloch, ein Verletzter, ein Verlierer und ein paar Mitläufer, die dramaturgisch der Hitze geopfert werden können. Unter ihnen brilliert Ernest Borgnine mit einer kleinen, beeindruckenden Miniatur eines an seinem Leben verzweifelten Arbeiter („Barabbas“ – 1961; Die Wikinger – 1958; „Stadt in Angst“ – 1955; „Die Gladiatoren“ – 1954; „Verdammt in alle Ewigkeit“ – 1953). Peter Finch als tapferer, aufrechter britischer Offizier rundet die gute Besetzung ab.

Robert Aldrich inszeniert ein psychologisch dichtes, handwerkliches Spannendes Kammerspiel, das einen mit zunehmender Dauer mit offenem Mund und abgebissenen Fingernägeln im Kinosessel zurücklässt.

Wertung: 8 von 8 D-Mark
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