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Kinoplakat: Ride with the Devil

Ein Western, der trotzdem fertig wurde
– was ihm aber auch nicht mehr hilft

Titel Ride with the Devil
(Ride with the Devil)
Drehbuch James Schamus
nach einem Roman von Daniel Woodrell
Regie Ang Lee, USA 1999
Darsteller

Tobey Maguire, Skeet Ulrich, Jewel Kilcher, Jeffrey Wright, Simon Baker, Jonathan Rhys Meyers, James Caviezel, Thomas Guiry, Tom Wilkinson, Margo Martindale, Jonathan Brandis, Mark Ruffalo u.a.

Genre Western
Filmlänge 138 Minuten
Deutschlandstart
4. Januar 2001
Inhalt

1862, Amerika im Bürgerkrieg, irgendwo an der Grenze zwischen Kansas und Missouri: Jake Roedel und Jack Bull Chiles, Kameraden seit Kindheitstagen, kämpfen gemeinsam auf der Seite der Südstaatler. Allerdings haben sie sich nicht der offiziellen Armee, sondern Black John und seinen „Bushwackers“ angeschlossen, einer Rebellentruppe, die versteckt in den Wäldern zwischen allen Fronten ihren Rachefeldzug führt.

Als der Winter kommt, ziehen sich die Freunde zusammen mit ihren neuen Gefährten George Clyde und dem ehemaligen Sklaven Daniel Holt in ein Versteck im Wald zurück. Einzig die Besuche der jungen Witwe Sue Lee lassen sie für wenige glückliche Augenblicke das Kriegsgeschehen vergessen. Doch schon bald müssen sie wieder losziehen, in einen Kampf, der sie nicht nur die Jugend kostet, sondern auch den Glauben an das Gute und an die großen Gefühle …

Was zu sagen wäre

Ein Traum! Jedenfalls, wenn ich den Film auf die Bilder reduziere. Frederick Elmes als Director of Photography lässt die Leinwand leuchten. Aber selbst das schönste Bild wird irgendwann zäh, wenn eine Handlung die Hauptsache ist, die in dramatischem, historisch-korrektem Klein-Klein abmüht. Die Rebellentruppe, die Bushwackers, gab es wirklich und vielleicht wäre mehr Erzählung gut gewesen; aber Regisseur Ang Lee beschränkt sich auf die Psychologie seiner Figuren, entwicklet Charaktere, baut Konflikte, aber erzählt keinen großen Bogen. So sind da viele wunderschön fotografierte kleine Spannungsbögen, die nirgendwo hinführen.

Von den ursprünglich kalkulierten 70 Millionen Dollar Produktionskosten blieb nach Absprung der Stars Leonardo DiCaprio und Matt Damon nur die Hälfte übrig. Andere werfen in solchen Fällen gerne mal die Brocken hin. Ang Lee („Der Eissturm“ – 1997; „Sinn und Sinnlichkeit“ – 1995; „Eat Drink Man Woman“ – 1994; „Das Hochzeitsbankett“ – 1993) hielt statt dessen am Drehplan fest – mit Tobey Maguire (Gottes Werk & Teufels Beitrag – 1999; „Pleasantville“ – 1998; „Angst und Schrecken in Las Vegas“ – 1998; „Joyride“ – 1997) und Skeet Ulrich („Chill Factor“ – 1999; „The Newton Boys“ – 1998; Besser geht's nicht – 1997; Scream – Schrei! – 1996) als Ersatz.

Wertung: 3 von 6 €uro
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