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Kinoplakat: Timeline (2003)
Passabler Actionfilm
von der Stange
Titel Timeline
(Timeline)
Drehbuch Jeff Maguire + George Nolfi
nach dem gleichnamigen Roman von Michael Crichton
Regie Richard Donner, USA 2003
Darsteller

Paul Walker, Frances O'Connor, Gerard Butler, Billy Connolly, David Thewlis, Anna Friel, Neal McDonough, Matt Craven, Ethan Embry, Michael Sheen, Lambert Wilson, Marton Csokas, Rossif Sutherland, Steve Kahan, David La Haye u.a.

Genre Science Fiction, Action, Abenteuer
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
11. März 2004
Inhalt

Ein Archäologieteam unter der Leitung von Prof. Johnston arbeitet an der Ausgrabung und Freilegung der Burg Castlegard, einer französischen Festung, die 1357 Schauplatz einer Schlacht zwischen Franzosen und Engländern wurde. Für Prof. Johnston bedeutet das Projekt die Vollendung seines Lebenswerkes. Als es aber zu Komplikationen mit den Geldgebern des Projektes, der International Technology Corporation (ITC), kommt, beschließt er, zu deren Hauptquartier nach New Mexico zu fliegen um ein paar Antworten zu bekommen.

Nur wenige Tage darauf entdecken seine Studentin Kate und sein Sohn Chris einen bisher verborgenen Kirchenraum, der 600 Jahre lang versiegelt war. Aber als sei dieser Fund noch nicht außergewöhnlich genug, tun sich noch zwei weitere Fundstücke auf: ein Brillenglas, das es in der Form im Mittelalter noch unmöglich gegeben haben kann, und zudem noch ein auf Pergament geschriebener Hilferuf Prof. Johnstons. Beide Fundstücke werden nach eingehender Analyse auf ca. 600 Jahre Alter beziffert. Nach einem Anruf beim ITC stellt sich prompt heraus, dass der Professor als vermisst gilt. Kurz entschlossen fährt man nach New Mexico, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Dort angekommen, erfahren die Forscher vom Leiter des ITC, Robert Doniger, dass Prof. Johnston Opfer eines technischen Fehlers wurde: Das ITC hat ein Gerät entwickelt, mit dem man Gegenstände oder Personen in Datenströme verwandeln und dann an ein Schwestergerät anderenorts schicken kann. Leider funktioniert der Apparat nicht wie geplant, denn die bisher damit transportierten Personen kamen nicht am Zielort sondern im Frankreich des 14. Jahrhunderts an. Und zwar genau in Castlegard, der heutigen Ausgrabungsstätte, womit sich die Gründe für die großzügige finanzielle Unterstützung auftun.

Nun ist es an Chris, Kate und einigen weiteren Mitarbeitern sowohl des Professors als auch des ITC, in die Vergangenheit zu reisen und den Verschollenen zu retten. Doch womit niemand gerechnet hat: Ankunftstag ist der 2. April, der Tag vor dem großen Kampf zwischen Franzosen und Engländern, bei dem Castlegard zur Ruine wurde …

Was zu sagen wäre

Ein Abenteuerfilm mit Zeitreisetouch. Das ist unterhaltsam, ordentlich gefilmt, aufwändig ausgestattet. Punkt. Unterm Strich aber bleibt „Timeline“, die Verflmung eines spannenden Romans von Michael Crichton, just another a Time-Travel-Movie. Das stand zu befürchten. Crichton (Prey – Beute – 2002; „Airframe“ – 1996; „Enthüllung“ – 1993; „Nippon Connection“ – 1992; „DinoPark – 1990; „Sphere“ – 1987; „The Andromeda Strain“ – 1969), der für seine Geschichten stets in die Tiefe recherchiert, um – im vorliegenden Fall – die Möglichkeit von Zeitreisen an sich zu hinterfragen, macht aus der Geschichte eine wissenschaftliche Abenteuerreise, die Quantenwissenschaft steht im Mittelpunkt. Das Abenteuer der Wissenschaftler bekommt auf diese Weise einen magischen, überirdischen Glanz, weil die Wissenschaftler in erster Linie der Wissenschaft frönen, die einen der Archäologie, die anderen der Quantenmechanik.

Unter der Regie von Richard Donner (Lethal Weapon 4 – 1998; Fletchers Visionen – 1997; Assassins – Die Killer – 1995; „Maverick“ – 1994; Lethal Weapon 3 – 1992; „Flug ins Abenteuer“ – 1992; Lethal Weapon 2 – Brennpunkt L.A. – 1989; Zwei stahlharte Profis – Lethal Weapon – 1987; Die Goonies – 1985; Superman – 1978; „Das Omen“ – 1976) schrumpft das zu einer Gruppe wohl trainierter, gut gebauter Frischluftfanatiker mit Staubpinsel, die in die Vergangenheit geworfen werden und sich halt zurecht finden müssen. Nicht schlecht, aber eben auch 08/15.

Deutlich wird das in Szenen, in denen Crichtons uns das Gefühl vermittelt, als Mensch des 21. Jahrhunderts im 14. Jahrhundert zu stehen – die Luft ist anders, die Geräusche, überhaupt der Geräuschpegel. Und natürlich sind die Menschen und deren Umgang fremdartig. Crichton beschreibt in seinem Roman immer wieder, wie sich das anfühlt, in einer Welt ohne Industrie, ohne Motoren zu riechen, zu hören. Richard Donner lässt seine Protagonisten wie Touristen durchs Mittelalter rennen, es fehlt nur die Kamera für die Urlaubsfotos. Wenn sie mal Wasser aus einer Quelle trinken, trinken sie einfach Wasser aus einer Quelle; ob das vielleicht anders schmeckt als Quellwasser im Industriezeitalter? Bleibt offen.

Richard Donner geht den Weg des kommerziellen Kinos. Er kann sich lange Dramen in seinem SFX-Drama nicht leisten und nimmt Abkürzungen, um ein Bogen- und Armbrustschützenfest zu liefern, bei dem die Sounddesigner ganze Arbeit leisten. Ein passabler Abenteueractionfilm für einen Donnerstagabend; weit weg von dem intelligenten, auch beim Lesen schmerzhaft nachvollziehbaren Drama des schriftlichen Originals.

Wertung: 3 von 6 €uro
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