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Kinoplakat: Red Sonja
Dicke Muskeln, blanker Stahl
dünnes Hirn und VokuHila-Mode
Titel Red Sonja – Die Rache der Schwertkämpferin
(Red Sonja)
Drehbuch Clive Exton + George MacDonald Fraser
mit Charakteren von Robert E. Howard
Regie Richard Fleischer, USA 1985
Darsteller Arnold Schwarzenegger, Brigitte Nielsen, Sandahl Bergman, Paul Smith, Ernie Reyes Jr., Ronald Lacey, Pat Roach, Terry Richards, Janet Agren, Donna Osterbuhr, Lara Naszinsky, Hans Meyer, Francesca Romana Coluzzi, Stefano Maria Mioni, Tutte Lemkow u.a.
Genre Action, Abenteuer
Filmlänge 89 Minuten
Deutschlandstart
5. September 1985
Inhalt

Die Tyrannin Gedren will die Macht im Barbarenreich an sich reißen. Sie überfällt die Stadt Hablac und tötet die Pristerinnen des Talismans. Jenem Artefakt, das große Macht verleiht. Nur eine kann fliehen. Als sie von ihren Verfolgern verwundet wird, bekommt sie Hilfe von dem Kämpfer Kalidor, dem „Meister des Talisman”.

Kalidor macht sich auf die Suche nach der Schwester der getöteten Priesterin: Sonja, wegen ihrer roten Mähne ehrfurchtsvoll die „Rote Sonja” genannt. Sonja, im Schwertkampf ausgebildet und mit einem Magischen Schwert ausgestattet in den Kampf gegen Gedren. Kalidor, folgt ihr, um sie auf ihrer Mission zu beschützen. Prompt verlieben sie sich ineinander. Aber die Kriegerin hat geschworen, sich niemals einem Manne hinzugeben. Diesem Schwur erst verdankt sie ihre Stärke …

Was zu sagen wäre

Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod” – 1968) hat den Soundtrack komponiert und kurz bin ich zu Beginn des Films geneigt zu vermuten, Hollywood wolle die gerade hippe Barbarenfilm-Welle als den neuen Western verkaufen. Da reiten Sonja und Kalidor über die weite Steppe in Phantasialand (gedreht wurde hauptsächlich in Italien) und kehren ein, um die Stadt/das Dorf/die Welt zu retten.

„Red Sonja“ soll der gerade erfolgreichen Barbarenfilm-Welle eine sexy Note verleihen. Arnold Schwarzenegger, der mit Conan der Barbar (1982) und Conan der Zerstörer (1984) – auch unter der Regie von Richard Fleischer („Mandingo“ – 1975; Jahr 2022… die überleben wollen – 1973; „Tora! Tora! Tora!“ – 1970; „Doctor Dolittle“ – 1967; Die phantastische Reise – 1966; Die Wikinger – 1958; „20.000 Meilen unter dem Meer – 1954) einen wuchtigen Grundstein seiner unaufhaltsamen Karriere gelegt hat, gibt als Kalidor nur den zweiten Hauptdarsteller. Was ihm und dem Film gut tut. Als barbarisch muskelbepakter Bildfüller ist er die perfekte Besetzung.

Bedauerlicherweise ist Brigitte Nielsen, die hier ihre erste Filmrolle spielt, aber auch kein Gewinn. Es sei denn, wir zählen es als Gewinn, der dänischen Heroine in knappem Lederwams beim Schwert-und-lange-nackte-Beine-Schwingen zuzuschauen – und ihren noch unoperierten Körper zu bewundern. Spielen – Acting – ist ihre Sache nicht. Angesichts des zunehmenden Bauerntheaters, das ich mir da angucke, frage ich mich, ob der Film Komödie oder Actionadventure sein will – agieren die alle … Regie, Script, Hauptdarsteller … absichtlich so albern? Oder meinen sie Drama und stolpern ins Absurde. Die finstere Herrscherin ist so finster, dass sie in der Finsternis die offensichtliche Gefahr für Leib und Leben, die der geraubte Talisman bedeutet, nicht erkennt. Ihr Haustier ist eine unkontrolliert mit den Stoffbeinen wackelnde Riesenspinne aus Plastik und im Thronsaal werkelt ein verrückt grimassierender Alchemist mit grün und rosa blubbernden Tinkturen herum, mit denen er die Herrscherin hin- und weg-zaubern kann. Dazu wacht in einem unterirdischen Tümpel ein mechanisches Monster, dem man die Augen ausbiegen kann und das dann komplett wehrlos ist.

Schon klar: Monster und Spinnen gehören in den gediegenen Fantasyfilm der 1980er Jahre wie die VoKuHiLa-Franse, die La Nielsen hier vorführt. Aber ein bisschen furchtbar ist das schon. Nicht so furchtbar, wie der Schauspieler Ernie Reyes Jr., der den kindlichen Prinzen Tam als Karikatur eines verwöhnt keifenden Herrscher ohne Land gibt, dessen drangsalierter Diener den Befehlsempfang mit „Alles klar, Boss!“ quittiert. Furchtbar all das, aber furchtbar in ganz ansehnlicher Kulisse mit gigantischen Figuren aus verwittertem Granit und riesigen Tierskeletten, die als Brücke über tiefe Schluchten dienen. Kurz: Wir sehen großartige Landschaften, gestählte Menschen und gar nicht so schlechte Schwertkämpfe – die jedenfalls deutlich machen, das Schwert schwingen eine anstrengende Sache ist..

Der Film floppte. Er kostete 15 Millionen US-Dollar und schaffte in den USA lediglich ein Gesamt-BoxOffice von 6,9 Millionen US-Dollar. Brigitte Nielsen als Sonja und Sandahl Bergman als Gedren wurden im Jahr 1986 für die Goldene Himbeere nominiert.

Wertung: 4 von 9 D-Mark
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