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Kinoplakat: Rapunzel - Neu verföhnt
Best of Grimms Klassiker
Blond, herzig, zum ablachen
Titel Rapunzel - Neu verföhnt
(Tangled)
Drehbuch Dan Vogelman
nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm
Regie Nathan Greno & Byron Howard, USA 2010
Stimmen

Mandy Moore/Alexandra Neldel, Pia Allgaier, Paula Seifert, Zachary Levi/Moritz Bleibtreu, Manuel Straube, Donna Murphy/Monica Bielenstein, Christine Leyser, Ron Perlman/René Marik, Brad Garrett/Axel Lutter, Bernd Wippich, Jeffrey Tambor/Thomas Amper, M. C. Gainey/Jörg Hengstler, Richard Kiel/Tilo Schmitz, Paul F. Tompkins/Friedrich G. Beckhaus u.a.

Genre Animation, Märchen
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
9. Dezember 2010
Inhalt

Viele Jahre lang hatte die alte Gothel das Geheimnis einer Wunderblume gehegt, die sie, durch Gesang zum Leuchten gebracht, wieder zu einer jungen Frau machte.
Als die Königin während ihrer ersten Schwangerschaft zu sterben droht, suchen die Palastwachen nach jener sagenumwobenen Blume, finden sie und verarbeiten sie zu einem Sud, den die Königin trinkt. Sie wird wieder gesund und bringt das Mädchen Rapunzel zur Welt. Beim Singen eines bestimmten Liedes beginnen ihre Haare zu leuchten und entfalten dieselbe Wunderkraft wie zuvor die Blume. Als Gothel eine blonde Haarsträhne Rapunzels abschneidet, um die Zauberkraft mit sich zu nehmen, färbt sich die Strähne braun und verliert den Zauber. Mist … denkt sie und entführt das Mädchen kurzerhand.

Fast 18 Jahre später ist aus dem Kind eine junge Erwachsene geworden, die Gothel als ihre Mutter ansieht und auf deren Befehl den Turm noch nie verlassen hat. Einzig das kleine grüne Chamäleon Pascal ist ihr Gesellschaft. Rapunzels größter Traum ist es, einmal die schwebenden Lichter aus der Nähe zu sehen, die sich jeden Geburtstag am Himmel zeigen – in Wirklichkeit sind es Himmelslaternen, die Rapunzels Eltern in Gedenken an die Tochter zu ihrem Geburtstag aufsteigen lassen. Aber … wie kann Rapunzel das wissen?

Zusammen mit den beiden Stabbington-Brüdern stiehlt der gewiefte Flynn Rider aus dem Schloss des Königspaares die Krone der verschwundenen Prinzessin. Auf der Flucht vor den Palastwachen und dem Pferd des Hauptmanns, Maximus, gelangt er zu Rapunzels Turm. Nach einigem Hin und Her – Rapunzel schlägt ihre Pfanne über Flynns Schädel hin, Flynn führt sie heraus in die Welt, Rapunzel will zu den Himmellichtern hin, Flynn ist weiter hinter der Krone her, Hengst Maximus, sauer auf Flynn, jagt diesen hin, Rapunzel verdreht einer Horde übler Kneipenschläger den Kopf her – flüchten sie, die böse Gothel und die Stabbington Brüder im Nacken durch den Wald.

Flynn, Rapunzel, Pascal und Maximus kommen am Königspalast an, wo gerade die Geburtstagsfeier für die verschwundene Prinzessin stattfindet. Rapunzel kauft sich ein Tuch mit dem Logo des Königspaars; am Abend sieht sie sich mit Flynn die schwebenden Lichter an – beide verlieben sich ineinander.

Aber dann gerät Flynn in die Hände der Stabbingtons und damit in die Hände der Palastwache, die immer noch ziemich sauer ob Flynns dreisten – und vor allem: erfolgreichen – Kronendiebstahls ist und jetzt droht Flynn der Galgen. Und Rapunzel … Rapunzel hat sich von „Ich-habe-es-Dir-immer-gesagt”-Gothel davon überzeugen lassen, dass die Menschen doch schlecht sind und befindet sich auf dem Weg in ewige Finsternis, als…

Was zu sagen wäre

Und wenn sie nicht gestoben sind, dann wickeln sie noch heute … Ach, Disneystudios ..! Der auf den Weltmarkt zielende Konzern hat von Grimms Märchen nur die Best-of-Krumen gelassen: Turm, lange Haare, „Rapunzel, Rapunzel, lass Dein Haar herunter”, Zaubertränen. Dazwischen ist alles für die weltweit gültige Universalsprache platt gebügelt.

Manga-Prinzessin für die Jungs - Herzallerliebstes Chamäleon für die Mädchen

Die emanzipiert Bewegten freuen sich zudem, dass Film-Rapunzel die Königstochter und ihr Galan der Strauchdieb ist – nicht etwa, wie im Märchen er der Königssohn und sie die verkaufte Tochter einfacher Bauern. Die Jungs im Publikum freuen sich über die Manga-Anmutung der blond Animierten mit Augen, groß wie Silbertabletts, die Mädchen an dem herzallerliebsten Chamäleon Pascal, das die entführte Prinzessin treu begleitet.

Kinoplakat (US): Tangled

Alles in allem ein süßer Film. Wenn sie nicht – wie bei Disney üblich – dauernd singen würden, wär's noch schöner. Die Figuren sind herrlich animiert, die deutschen Synchronstimmen leisten gute Arbeit, die Tiere – neben Pascal noch Hengst Maximus – liefern jede Menge Lacher und die – fantastisch animierte – lange Blondmähne der Titelheldin hat so allerlei Tricks drauf, an denen sicher auch die Brüder Grimm ihren Spaß gehabt hätten.

Das Finale Grande nimmt man ergeben hin

Der Film leidet vor allem an seiner Vorlage, der er doch so gekonnt ausweicht. Das Ende ist derart hinnehmbar … Nichts kämpft jemals auf dieses Ende hin. Die Eltern der Entführten lassen Lampions steigen jedes Jahr am Verschwindibus-Tag. Keine Rede davon, dass sie jemals weiter, als bis zur Klippe gesucht hätten. Rapunzel war eigentlich immer … naja zufrieden ist in dem Turmzimmer da oben wohl übertrieben, aber sie sehnte sich auch nie zu einer anderen Familie und Flynn … also, dass er sein Leben der Rapunzel gewidmet hätte, kann man schwerlich sagen: Er findet sie, ist hingerissen, setzt ihr Flauseln in den Kopf und Happy End.

Disneys Rapunzel funktioniert, weil in Hollywood keine Amateure arbeiten. Alle Zuschauerschichten werden zuverlässig bedient auf hohem Niveau. Das ist nicht Besonderes (sieht man mal von der erstaunlichen Qualiität der animierten Blondmähne ab), macht aber Spaß in kalten Wintertagen – und der Winter 2010 ließ sich ja wirklich kalt und dunkel an.

Wertung: 5 von 7 €uro
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