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Kinoplakat: R.E.D. 2
Alles krachig, alles lustig
Aber die Überraschung ist weg
Titel R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser.
(R.E.D. 2)
Drehbuch Jon Hoeber + Erich Hoeber
nach den Graphic Novels von Warren Ellis & Cully Hamner
Regie Dean Parisot, USA, Frankreich, Kanada 2013
Darsteller Bruce Willis, John Malkovich, Mary-Louise Parker, Helen Mirren, Anthony Hopkins, Byung-hun Lee, Jong Kun Lee, Catherine Zeta-Jones, Neal McDonough, David Thewlis, Garrick Hagon, Tim Pigott-Smith, Brian Cox, Philip Arditti, Mitchell Mullen u.a.
Genre Action
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
12. September 2013
Inhalt

Es gibt da eine ziemlich fiese Bombe irgendwo mitten in Moskau, die ein britischer Spion während des Kalten Krieges dort platziert hat. Und jetzt tauchen im Internet böse Gerüchte auf, dass der ehemalige CIA-Agent Frank Moses weiß, wo genau sie ist. Das Problem dabei ist, dass Frank Moses keine Ahnung hat, nicht einmal davon, dass diese Gerüchte aufgetaucht sind und er eigentlih auch gerade dabei ist, mit seiner Freundin Sarah Ross ein normales Leben zu führen. Bei der Beerdigung seines guten Freundes und Ex-Kollegen Marvin Boggs („Er war paranoid”, sagt er in seiner Grabrede. „Das muss man wohl erwarten, wenn einen CIA über 10 Jahre mit LSD vollpumpt.”) wird Frank von Männern in dunklen Anzügen verschleppt, Agenten einer Regierungsorganisation. Sie wollen von Frank wissen, wo die Bombe ist. Selbst, wenn er gewollt hätte – wenn er überhaupt gekonnt hätte – kommt er nicht dazu zu antworten; denn andere Männer in dunklen Anzügen überfallen das Verhör und erschießen alle. Bis auf Frank. Der kann entkommen.

Frank schafft es mit der Hilfe von Marvin, der sich als ausgesprochen lebendig entpuppt, zu entkommen. Die beiden flüchten gemeinsam mit Sarah. Marvin erklärt, dass er und Frank als Teilnehmer einer geheimen Operation mit dem Codenamen „Nightshade” gejagt würden. Der Auftrag war während des Kalten Krieges, eine spezielle Atomwaffe Stück für Stück nach Russland zu schmuggeln. Und diese Bombe wollen jetzt alle haben – die Amerikaner, die Briten, die Franzosen. Und vor allem wollen alle die Leben von Frank, Marvin und Sarah verkürzen.

Aber Frank und Marvin waren nicht umsonst zu aktiven Zeiten die Besten im Geheimdienst. Sie setzen sich zur Wehr; und sind nicht zimperlich bei der Wahl ihrer Mittel. Erster Stopp ist Paris. Hier arbeitet Die Kröte, die mehr über diese Bombe wissen soll …

Was zu sagen wäre

„Seien wir ehrlich”, sagt Sarah zu Frank, „mit uns beiden wird das langsam ein wenig schal!” Das ist eine wunderbare Motovation in einem Actioncomic, um die Helden in Bewegung zu setzen: Die Freundin langweilt sich! Sie braucht Action! Also kommt sie mit, während allerlei Finstermänner ihrem Frank nach dem Leben trachten.

Eigentlich fehlt nur das Überraschungsmoment

Der Film steht seinem Vorgänger nur insofern nach, als ihm das Überraschungsmoment fehlt. War R.E.D. ein überraschend witziger Actionkracher, ist R.E.D. 2 ein erwartet witziger Actionkracher, der manchmal etwas zu sehr bemüht ist, seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Da gibt es eine schöne Autojagd durch Paris, in der Dean Parisot Teil 1 zitiert: Diesmal steigt Bruce Willis aus dem schleudernden Wagen nicht seelenruhig aus, er steigt ins schleudernde Auto, in dem Catherine Zeta-Jones ihm eben mal die Beifahrertür aufhält, seelenruhig ein. Eine schöne Szene. Der Story-Overdrive nimmt mit einer sehr schrägen Beerdigung Fahrt auf, bei der Marvin, den alle für tot halten, nachdem er mit seinem Auto in die Luft geflogen ist, sich beerdigen lässt. Frank trauert ehrlich um seinen Freund, dem er attestiert: "Er konnte schneller Bomben basteln, als jeder andere Mensch, den ich kenne."

Der Comic-Charakter wird diesmal deutlicher hervorgehoben, als im Vorgänger. Da markierten schöne Postkarten jeden Länderwechsel. Hier sind es bei jedem Länderwechsel im Comicstil gezeichnete Wischblenden – das sieht ganz hübsch aus und gibt der Inszenierung zusätzliches Tempo. Und wie anders als Comic soll ich eine Story nennen, in der ein seit 32 Jahren in Einzelzelle inhaftierer Knöterich mal eben aus einem Hochsicherheitsgefängnis befreit wird, weil der der Konstrukteur besagter Bombe ist, deren Aufenthaltsort nur er kennt und in der die gesamte älter-härter-besser-Mannschaft wenig später durch den Kreml spaziert und dort die Bombe findet und mitnimmt – ohne erwischt zu werden? Glaubt man den Hollywood-Produktionien der jüngeren Zeit, herrscht im Kreml dauerhaft Tag der Offenen Tür – zuletzt spazierte Tom Cruise rein und wieder raus.

Frauen und Verdeckte Operationen

Die Mannschaft aus Teil 1 ist gewohnt gut – Mary-Louise Parker und John Malkovich sind charmant, abgedreht und einfach süß, Hellen Mirren wieder bezaubernd. Die neu hinzugekommenen Stars – Anthony Hopkins, Catherine Zeta Jones, Byung-hun Lee, Neal McDonough und David Thewlis – ergänzen den Cast, ohne unangenehm aufzufallen.

Ein Film voller köstlicher Sentenzen …

Sarah: „Wo hast Du die Leichen her?”
Victoria: „Aus meiner Kühltruhe.”

Marvin: „Und wenn ich von einer Sache was verstehe, sind es Frauen und verdeckte Operationen.”
Han: „Das sind zwei Sachen.”
Marvin: „Nein, Mister Grashüpfer … Sind es nicht.”

Ein wunderbarer Film: Anything Goes, Probleme gibt es keine. Unsere Comic-Helden drehen voll auf. Wer braucht da eine plausible Story ..?

Wertung: 6 von 7 €uro
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