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Kinoplakat: Projekt Peacemaker
Drama, Action, Clooney
ein ordentlicher Thriller
Titel Projekt: Peacemaker
(The Peacmaker)
Drehbuch Michael Schiffer
nach dem Artikel „One Point Safe“ von Leslie Cockburn + Andrew Cockburn
Regie Mimi Leder, USA 1997
Darsteller

George Clooney, Nicole Kidman, Marcel Iures, Aleksandr Baluev, Rene Medvesek, Gary Werntz, Randall Batinkoff, Jim Haynie, Alexander Strobele, Holt McCallany, Michael Boatman, Joan Copeland, Carlos Gómez, Armin Mueller-Stahl, Slavko Juraga, Aleksandr Peskov, Dejan Acimovic, Harsh Nayyar, Matt Adler, Tamara Tunie, Aleksandr Yatsko, Bruce MacVittie u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 124 Minuten
Deutschlandstart
13. November 1997
Inhalt

Das START-Abkommen sollte der Weltgemeinschaft mehr Sicherheit durch weniger Atomraketen bringen. Alle schauten auf die Politik, an Terroristen hatte niemand gedacht. Auf freier Strecke irgendwo im Ural verglüht ein Güterzug in einer atomaren Explosion. Er hatte zehn Atomsprengköpfe geladen, die verschrottet werden sollten. In Washington und Moskau schrillen die Alarmglocken, erste Erklärungen gehen von einem tragischen Unglück aus, ausgelöst durch die Frontalkollision mit einem Personenzug.

Verstehen, glauben gar mag das aber niemand. Das Pentagon kommandiert Colonel Thomas Devoe in den Stab der Nuklearwissenschaftlerin Dr. Julia Kelly ins Weiße Haus. Und gleich bei der ersten Sitzung wirft der Offizier Fragen auf, die das „tragische Unglück“ in einem anderen Licht erscheinen lassen. Und wirklich: Washington und Moskau sehen sich mit einem Fall von Atomwaffendiebstahl in konfrontiert. Terroristen wollen die Sprengköpfe an die meistbietenden verhökern – neun Stück sind noch in Umlauf. In einer waghalsigen Aktion werden acht Sprengköpfe schließlich sichergestellt. Einer fehlt noch. Den hat sich ein serbischer Extremist gegriffen.

Der Serbe will Rache an den vermeintlichen Friedensstiftern, den „Peacemakers“ im Balkan-Konflikt nehmen, in dessen Folge seine Familie durch Scharfschützen getötet wurde. Der Sprengkopf soll vor dem Hauptquartier der UNO in New York City zünden. Dr. Kelly und Colonel Devoe jagen den Terrorist um die halbe Welt durch Wien, Afghanistan bis nach Manhattan.

Aber wie sollen sie einen Mann stellen, der nicht aus Habgier, sondern aus Verbitterung handelt …

Was zu sagen wäre

Mit „The Peacemaker“ gibt Regisseurin Mimi Leder ihr Leinwanddebut. Und sie macht ihre Sache ordentlich. Sie hätte George Clooney bremsen müssen, dessen Karriere gerade einen Höhenflug erlebt (Batman & Robin – 1997; Tage wie dieser … – 1996; From Dusk Till Dawn – 1996) und sich sehr in den Vordergrund spielt. Das passt einerseits zur Rolle, auch ist Clooney hier kein unangenehmer Störfaktor, aber er nimmt Nicole Kidman Raum weg, weil er die physischere Rolle des Offiziers im Kampfeinsatz hat. Umgekehrt gilt auch: Nicole Kidman, die erfahrene von beiden im Schauspielgeschäft („The Portrait of a Lady“ – 1996; Batman Forever – 1995; „To Die For“ – 1995; Malice – Eine Intrige – 1993; „In einem fernen Land“ – 1992; „Tage des Donners“ – 1990; „Todesstille“ – 1989), drängt sich nicht auf, setzt sich nicht durch, bleibt das Schreibtisch-Frauchen an des Helden Seite. Da hätte auch das Script entschiedener sein können, ohne dafür Action streichen zu müssen. Ein ”Stellen Sie sicher, dass er Befehle von einer Frau entgegen nimmt!“ markiert noch kein modernes Frauenbild.

Die Action ist gut dosiert. Eine Autojagd in der Schweiz zwischen Mercedes (Clooney/Kidman) und BMW (alle Bösen) ist in dieser Hinsicht der Höhepunkt, die abschließende Suche in Manhattan mit vielen guten Szenen versehen. Schauspielerisch – siehe oben – hat „The Peacmaker“ nicht so viel zu bieten; Armin Mueller-Stahl (The Game – 1997; „Shine – Der Weg ans Licht“ – 1996; „Das Geisterhaus“ – 1993; „Kafka“ – 1991; „Night on Earth“ – 1991; „Avalon“ – 1990; „Music Box – Die ganze Wahrheit“ – 1989) hat so eine elder statesman-Rolle, die nicht fordert, aber elegant wirkt, wenn sie von einem großen Namen gespielt wird. Die Filmjournalisten aus dem Rhein-Main-Gebiet verließen die Pressevorführung im Royal-Kino an der Konstablerwache und seufzten konsterniert, mit wem die Mimi Leder wohl ins Bett gegangen sei, dass man sie auf einen Regiestuhl gelassen hätte. Ich finde: Das wird der Qualität dieses Unterhaltungsfilms nicht gerecht

Nicht nur für Leder markiert dieser Film ein Debut, auch für sein Produktionsstudio. Mit „The Peacemaker“ stellt sich „Dreamworks“ im Filmgeschäft vor. "Dreamworks" wurde gegründet von Steven Spielberg, Ex-Disney-Mann Jeffrey Katzenberg und Musik-Mogul David Geffen. Daher heißt ihr Studio mit vollem Namen auch „Dreamworks – SKG“.

Wertung: 9 von 11 D-Mark
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