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Kinoplakat: Priscilla – Königin der Wüste
Ein hinreißendes Road-Movie
in knall-sonnigem Pink
Titel Priscilla – Königin der Wüste
(The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert)
Drehbuch Stephan Elliott
Regie Stephan Elliott, Australien, UK 1994
Darsteller

Terence Stamp, Hugo Weaving, Guy Pearce, Rebel Penfold-Russell, John Casey, June Marie Bennett, Murray Davies, Frank Cornelius, Bob Boyce, Leighton Picken, Maria Kmet, Joseph Kmet, Alan Dargin, Bill Hunter, Cortez u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
17. November 1994
Inhalt

Die Wüste lebt! Der australische Buschmann staunt nicht schlecht, als er mitten in der Einöde auf einen liegengebliebenen Bus in schreiendem Pink stößt. Weitaus irritierender noch sind die drei hüftwackelnden Paradiesvögel, die im Mondschein Tanzschritte üben. Tick (genannt „Mitzi“), Adam (alias „Felicia“) und Bernadette (vormals „Ralph“) sind auf dem Weg quer durch die Wüste nach Alice Springs, wo sie mit ihrer Travestieshow auftreten sollen. Aber erstens haben sie sich gewaltig verfahren, und dann hat die blöde Karre ihren Geist aufgegeben, mitten in dieser gottverlassenen Mondlandschaft.

Kinoplakat: Priscilla – Königin der WüsteBis zum flirrenden Horizont ist natürlich keine Menschenseele zu sehen, bestenfalls ein paar dösige Dingos. Bonjour tristesse, bye-bye Nightlife. Klar, wenn Mitzi, Felicia und Bernadette in Macho-Manier mit Schmieröl und Schraubenschlüssel herumhantieren, entsteht nur Murks. Ihre Domäne sind Pumps, Parkett und Pirouetten. Und so verwandeln sie die den nächtlichen Outback für ihre eingeborenen Pannenhelfer spontan in eine Glitzerdisco …

Was zu sagen wäre

Stephan Elliots hinreißendes Road-Movie über drei Travestiekünstler, die von Sydney nach Alice Springs quer durch Australien reisen, sorgte in Cannes für eine Sensation. Palmen gab's keine, aber Federn haben die Mädels ja selbst genug.

Dieser Film braucht weder eine ausgeklügelte Handlung, noch künstlich herbeigeführte Überraschungen. Er macht uns einfach kurz mit Mitzi, Felicia und Bernadette bekannt, ehe sie in Sydney ihr klappriges, aber boudoirmäßig ausgestattetes Vehikel namens Priscilla besteigen, und dann lässt er uns wie Anhalter mitfahren und erleben, wie sich drei wunderbare, sonst so virile Männer in Pink anfühlen. Terence Stamp kennt man ja sonst eher als den distinguierten Briten (Wall Street – 1987), den Kunsthändler („Staatsanwälte küsst man nicht“ – 1986) oder Halbwelt-Snob („Karen McCoy – Die Katze“ – 1993). Auch Hugo Weaving („Doppeltes Spiel“ – 1993; „Ein schräger Vogel“ – 1993) tritt eher als … Cop auf.

Eine Reise, bissig und sentimental, überkandidelt und lebensnah, mit einem vagen, dafür ehrlichen Happy-End und drei wunderbaren, sonst sehr virilen Männern in Pink. 

Wertung: 10 von 10 D-Mark
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