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Kinoplakat: Pompeii
Ein Untergang in Pixelkunst
auf dem Niveau einer TV-soap
Titel Pompeii
(Pompeii)
Drehbuch Janet Scott Batchler + Lee Batchler + Michael Robert Johnson
Regie Paul W.S. Anderson, Kanada, Deutschland, USA 2014
Darsteller Kit Harington, Carrie-Anne Moss, Emily Browning, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Jessica Lucas, Jared Harris, Joe Pingue, Kiefer Sutherland, Currie Graham, Dylan Schombing, Maxime Savaria, Ron Kennell, Tom Bishop Sr., Rebecca Eady, Sasha Roiz u.a.
Genre Abenteuer, Historie
Filmlänge 105 Minuten
Deutschlandstart
27. Februar 2014
Inhalt

Nord-Britannien, 79 n. Chr.: Milo ist Sklave an einer Gladiatorenschule in Londinium. Dort fällt er Graecus, der ihn kauft und nach Pompeii bringt.

In der dortigen Gladiatorenschule teilt er sich die Zelle mit Atticus, Pompejis bestem Gladiator, der nach seinem nächsten Sieg die Freiheit geschenkt bekommen soll – Milo soll bei diesem kampf als Atticus' gegner antreten. In der Nacht vor diesem Kampf werden Atticus, Milo und weitere Gladiatoren zur Villa von Severus gebracht, dem Stadtoberhaupts von Pompeii, wo sie im Rahmen eines Festes zur Schau gestellt werden. Severus ist auch Vater von Cassia, eine große Pferdeliebhaberin, die sich vor einiger Zeit an anderer Stelle von Milos Pferdeverständnis überzeugen konnte. Auf dem Fest kommt es zum Streit zwischen Cassia und römischen Senator Corvus – Corvus will Cassia heiraten, doch sie lehnt ab.

Es kommt zu einem kleineren Erdbeben, was Cassias Lieblingspferd so nervös macht, dass sie Milo befiehlt, es zu beruhigen. Als ihm das gelungen ist, steigt Cassia zu ihm auf das Pferd und beide reiten davon, verfolgt von Soldaten des Senators. Um Cassia zu schützen, ergibt sich Milo, wird auf Befehl von Corvus ausgepeitscht und wieder zurück in die Gladiatorenschule gebracht.

Am nächsten Tag wird zu Ehren des Senators Corvus in der Arena die „Schlacht" gegen das Keltenvolk, dem auch Milo angehörte, nachgestellt. Statt gegeneinander zu kämpfen, stehen Milo und Atticus als „Kelten" auf einer Seite und gehen siegreich aus dem Kampf hervor. Empört darüber, dass die „Kelten" gewonnen haben, will Corvus die beiden Gladiatoren töten lassen, doch Cassia schafft es, dies zu verhindern. Wütend lässt Corvus Cassia von Soldaten zurück in die Villa ihrer Familie bringen und dort einschließen.

Plötzlich bricht der Vesuv aus, begleitet von starken Erdbeben und einem Hagel von Felsbrocken …

Was zu sagen wäre

Dafür, dass der Film Pompeii heißt und auf dem Plakat der explodierende Vesuv zu sehen ist, dauert es ganz schön lang, bis die Katastrophe beginnt. Ich will ja gar nichts dagegen sagen, dass erst alle Figuren eingeführt, vorgestellt und auf dem Katastrophentableu verteilt werden müssen – auf dem Plakat steht ja vor dem explodierenden Berg auch ein Liebespaar. „Ganz schön lange“ dauert es, weil das Einführen und Vorstellen der Figuren so holzschnittartig passiert, wie in einer mittelguten TV-Soap.

Kinoplakat: PompeiiDa gibt es ein bisschen verbotene Liebe à la Romeo & Julia, einen bösen römischen Senator, der von Kiefer Sutherland gespielt wird wie ein schlecht gelaunter Kiefer Sutherland aus Stand-by-me-Zeiten (Nicht auflegen! – 2002; Picking up the Pieces – 2000; Die Jury – 1996; Machen wir's wie Cowboys – 1994; Eine Frage der Ehre – 1992) und eine schöne Tochter aus einflussreichem Hause, die kurz nach Christi Geburt ganz allein die Emanzipation für sich entdeckt hat und sich gibt, wie eine Großstadt-Hipsterin des 21. Jahrhunderts im Römergewand. Da fließt die Handlung gelangweilt an einem vorbei wir zähflüssige Lava. Und dass unser glänzend modellierter Held sich mit seinem Zellengenossen Atticus nicht den Kopf einschlagen wird, ist so sicher, wie das morituri te salutant in der Arena.

Dann explodiert der Berg und, dem bösen Senator sei Dank, sind unsere Liebenden über die ganze Stadt verteilt. Das geibt ausführlich Gelegenheit, Rennen-gegen-den-Flüchtlingsstrom-bei-unkontrolliert-fliegenden-Feuersteinen zu inszenieren, ebenso Deckung-suchen und Haus-explodieren.

Ab der Explosion holen die CGI-Experten alles aus ihren FX-Computern heraus – das ist ganz aufregend anzuschauen; zu diesem Zeitpunkt haben aber die Autoren des Dramas ihre Arbeit schon eingestellt und so sehen wir rennen, schreien, küssen und dann den Abspann.

Wertung: 2 von 8 €uro
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