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Kinoplakat: Das Phantom Kommando
Arnold Schwarzenegger
als Rambo-Parodie
Titel Das Phantom Kommando
(Commando)
Drehbuch Steven E. de Souza + Jeph Loeb + Matthew Weisman
Regie Mark L. Lester, USA 1985
Darsteller Arnold Schwarzenegger, Rae Dawn Chong, Dan Hedaya, Vernon Wells, James Olson, David Patrick Kelly, Alyssa Milano, Bill Duke, Drew Snyder, Sharon Wyatt, Michael Delano, Bob Minor, Michael Adams, Gary Carlos Cervantes u.a.
Genre Action
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
23. Januar 1986
Inhalt
Seine ganze Einheit ist ermordet worden. Einer nach dem anderen. Nur er lebt noch: John Matrix, Colonel im Ruhestand, früher Leiter einer Agententruppe im Geheimauftrag des Pentagon – Nahkampfausbildung, Scharfschütze. Heute lebt er in den Bergen mit seiner 12 Jahre alten Tochter Jenny. Das Leben zwischen Bäume fällen, Rehe füttern und Schulaufgaben ist schön. Bis die Killer auch ihn bedrohen: Sie entführen seine Tochter, wollen Matrix auf diese Weise gefügig machen.

Matrix soll einen Regierungswechsel in dem südamerikanischen Land Val Verde erzwingen. Arius, ehemaliger Diktator, den Matrix einst gestürzt hat, fordert, dass Matrix den neuen Herrscher Val Verdes tötet und ihm, Arius, zurück zur Macht verhilft. Matrix fügt sich, für den Moment. Aber bei erster Gelegenheit entwischt er seinen Bewachern und eröffnet die Jagd. Und er macht keine Gefangenen.

Noch am Flughafen kann er die Spur eines Mittelsmannes aufnehmen, der, nachdem er gesagt hat was er hat sagen können, in die Tiefe stürzt. Die Spur führt in ein Motel, indem ein schwergewichtiger Killer überwunden werden muss. Eine Spur der Zerstörung folgt Matrix durch eine Shoppingmall mit zahllosen Verletzten und einem herausgerissenen Fahrstuhl über einen explodierten Militär-Lkw hinein in einen leer geräumten Waffenladen. Zwischendurch lernt Matrix Cindy kennen, eine Stewardess, die zur falschen Zeit am falschen Ort war und nun Matrix’ unfreiwillige Partnerin ist.

Cindy kann zum Glück auch Wasserflugzeuge fliegen. Und also landet bald ein zu allem entschlossener John Matrix in voller Kampfmontur auf einer kleinen Insel, auf der das schwerbewaffnete Hauptquartier Arius' ist.

John Matrix schießt sich den Weg zu seiner Tochter frei. Und er macht immer noch keine Gefangenen …
Was zu sagen wäre

Das ist harter Tobak. Kann man so einen Film ernst nehmen? Bietet er ironische Brechung, um zwischen den vielen Metzeleien mal durchzuschnaufen? Für Filme dieser Art wurde der Begriff „Body count” neu erfunden. Rund um „Commando”, Rambo, „Cobra“ und ähnlich gestrickte Einzelkämpferfilme wurde jetzt mitgezählt, wieviele Menschen im Film sterben. Die Wiesbadener Filmbewertungsstelle bezeichnete den Film als krude und gewaltverherrlichend. Neben Rambo III gehörte der vorliegende Film zu seiner Zeit zu den Rekordhaltern, was die Anzahl von Toten pro Film angeht. Es wurden knapp 100 Menschen getötet, davon 74 bei der finalen Schießerei in der letzten Viertelstunde des Films.

US-Cover: Arnold Schwarzenegger als John Matrix in CommandoGemach … bleiben wir auf dem Boden! Mit Arnold Schwarzenegger (Terminator - USA 1984; Conan, der Barbar - USA 1982; „Kaktus Jack” - USA 1979; Mister Universum - USA 1976) in Kampfmontur auf dem Kinoplakat haben wir ja keine feinsinnige Kunst erwartet. Der Film nimmt sich selber nicht ganz ernst. Schon im Vorspann pendelt John Matrix in paradiesischer Rocky-Mountains-Landschaft – da zitiert Mark L. Lester das Intro zu Firefox (1982) mit Schwarzeneggers Idol Clint Eastwood – zwischen dunkel gelockter Kugelaugentochter, schwerer Motorsäge und sanftem Streichel-Rehkitz. Arnold Schwarzenegger als John Rambo im Ruhestand – es war die Blütezeit der filmischen Rivalität zwischen Action-Arnold und Action-Sylvester, bei der Schwarzenegger der Clevere war – und dann dauert es auch nicht lange, bis ein Colonel-Trautmann-artiger Genral auftaucht und Matrix von den Morden berichtet.

Und also zieht er los und kennt kein Erbarmen: Er springt aus startenden Flugzeugen, schmeißt Menschen Berge hinunter, wirft Porsches um, zerlegt eine Shopping Mall und entvölkert ein ganzes Armeelager – ganz allein und mit schicken Tarnstreifen auf dem schweißglänzenden Muskel. Das kann nur eine Parodie sein. Vielleicht hatte Steven E. de Souza die Geschichte auch zunächst strenger geschrieben.

Der geschäftstüchtige Schwarzenegger wird schon dafür gesorgt haben, dass er mit seiner Übergröße und seinem lustigen Dialekt ein paar krachende One-Liner bekommt, die dem harten Einzelkämpferquatsch den notwendigen ironischen Überbau liefern – und, so geehen, macht der Film richtig Spaß. Die winzige Rae Dawn Chong hält sich tapfer neben dem österreichischen Riesen und bietet dosiert-hysterisches Overacting. Sehr hübsch.

„Lass Dampf ab, Bennett!”, knödeld Matrix zwischen den Lippen, nachdem er seinen Hauptfeind mit einem Rohr durchbohrt und an einen dampfenden Heizungskessel genagelt hat. So geht das in solchen Filmen.

Wertung: 7 von 10 D-Mark
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