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Plakatmotiv: Der Mordanschlag
Lustlos runtergekurbelte
Fantasie alter Herren
Titel Der Mordanschlag
(Assassination)
Drehbuch Richard Sale
Regie Peter Hunt, USA 1987
Darsteller Charles Bronson, Jill Ireland, Stephen Elliott, Jan Gan Boyd, Randy Brooks, James Lemp, Michael Ansara, James Staley, Kathryn Leigh Scott, James Acheson, Jim McMullan, Billy Hayes, William Prince, Charles Howerton, Chris Alcaide u.a.
Genre Action
Filmlänge 88 Minuten
Deutschlandstart
27. April 1989
Inhalt

Calvin Craig wurde vor kurzem zum US-Präsidenten gewählt. Der Bodyguard Jay Killion bekommt nach einem Genesungsurlaub den Auftrag, die neue First Lady Lara Royce Craig zu beschützen, obwohl es ihm aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung zustehen würde, Leibwächter des neu gewählten Präsidenten zu sein.

Mrs. Craig ist nicht nur selbstbewusst, sondern auch eigensinnig und macht mit ihrem Verhalten den Sicherheitsbeamten das Leben schwer. Als auf sie Anschläge verübt werden, müssen sich Killion und Lara Craig arrangieren. Sie erzählt ihm, dass sie ihrem Mann als Alibiehefrau dient, da er nur als verheirateter Mann Präsident werden konnte.

Einige Zeit nach der Wahl wolle sie sich von ihm trennen. Killion erkennt, dass ein geschiedener Präsident keine Chance auf eine Wiederwahl hat, jedoch ein verwitweter …

Was zu sagen wäre

Eine lustlos heruntergekurbeltes Actionallerlei. Braucht man mal einen Film, der wirkt wie aus der Zeit gefallen, dann nimmt man den hier aus dem Jahr 1987, der so auch 1965 entstanden sein könnte. Da haben wir den kernigen Mann mit unreflektiertem Führungsanspruch, den der 69 Jahre alte Kino-Haudegen Charles Bronson verkörpert, der seine großen Jahre in den 60er und 70er Jahren hatte („Murphys Gesetz“ – 1986; „Ein Mann wie Dynamit“ – 1983; „Ein Mann wird zur Bestie“ – 1981; „Telefon“ – 1977; Nevada Pass – 1975; „Ein stahlharter Mann“ – 1975; Der Mann ohne Nerven – 1975; „Ein Mann sieht rot“ – 1974; „Chatos Land“ – 1972; „Spiel mir das Lied vom Tod“ – 1968).

Ihm zu Füßen liegt – und ins Bett, und am besten auch noch gleich in eine Ehe, drängt ihn – eine attraktive junge Agentin, die, kaum, dass sie ihn rumgekriegt hat, mit Eifersucht belästigt. Wir schreiben tatsächlich das Jahr 1987, also ist die First Lady der Vereingten Staaten eine „emanzipierte Frau“, was sich so darstellt, dass sie extrem zickig ist, rechthaberisch und arrogant – während sich ein viriler Geheimagent im Kreise seiner Kollegen lustig mach, er sei auch „mit so einer“ mal verheiratet gewesen, die habe ihm sogar auf den Hintern getatscht.

Das Drehbuch ist dümmlich, einem Attentat auf die First Lady folgt das nächste, ohne dass mal der giganische Apperat des Secret Service in Gang gesetzt würde, statt dessen Charles Bronson in grauer Nappalederjacke die Kohlen und die First Lady alleine aus dem Feuer holen muss. Die Dialoge sind aus der Mottenkiste – Jahrgang 1965, wie gesagt – und was die Action bettrifft: Dauernd fliegt etwas in die Luft und wenn sich da gerade nichts anbietet, wird wie wil aus Uzi-Maschinenpistollen gefeuert und – als Schurke – danebengeschossen.

Regisseur Peter Hunt, der die ersten fünf James Bond-Filme geschnitten und den sechsten, Im Geheimdienst Ihrer Majestät, selbst inszeniert hat, versucht, auch im „Mordanschlag“ ein bisschen Bond-Flair zu entfalten, etwa wenn sich ein Speedboot und ein Jetski jagen oder mondäne Schauplätze angegriffen werden. Offenbar durfte er für den Bondfilm aber viel mehr Geld ausgeben. In „Assassination“ wirkt die Action billig.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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