IMDB
Kinoplakat: Nurse Betty
Eine großen Albernheit, wunderbar
boshaft geschrieben und gespielt
Titel Nurse Betty – Gefährliche Träume
(Nurse Betty)
Drehbuch John C. Richards + James Flamberg
Regie Neil LaBute, Deutschland, USA 2000
Darsteller

Morgan Freeman, Renée Zellweger, Chris Rock, Greg Kinnear, Aaron Eckhart, Tia Texada, Crispin Glover, Pruitt Taylor Vince, Allison Janney, Kathleen Wilhoite, Elizabeth Mitchell, Susan Barnes, Harriet Sansom, Sung Hi Lee, Laird Macintosh u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
26. Oktober 2000
Inhalt

Betty Sizemore, Kellnerin in einem kleinen Kaff in Kansas, ist großer Fan der TV-Soap „A Reason to Love“. Der Fernseharzt der Serie, Dr. Ravell, ist ihr persönlicher Held. Wenn doch nur alle Männer wären wie er. In der Realität sieht ihr zwielichtiger Ehemann Del in ihr nur die Putzfrau und betrügt sie mit seiner Sekretärin. Auch ihren Wunsch, Krankenschwester zu werden, hat er brüsk abgelehnt.

An ihrem Geburtstag alleingelassen, ist wieder einmal Dr. Ravell auf dem Bildschirm ihr einziger Trost. Betty ahnt, dass nur sie allein gemeint sein kann, als der pathetische Fernseharzt in die Kamera haucht: „Ich weiß, dass es da draußen jemand ganz Besonderen für mich gibt!“ Im Nebenzimmer hat sich Del, der krumme Geschäfte macht, gerade überhoben. Del wird von den beiden Profikillern Charlie und Wesley kurzerhand erschossen und skalpiert. Betty, die den Mord heimlich beobachtet hat, wird von dem schrecklichen Ereignis nachhaltig traumatisiert. Sie hält sich nunmehr für die Krankenschwester, der Dr. Ravell vor Jahren, kurz vor der Hochzeit, den Laufpass gab.

Ermutigt und mit einem TV-gestärkten Selbstbewusstsein will die vermeintliche Krankenschwester ihrem Leben eine Wende geben. Sie beschließt, nach Los Angeles zu gehen und ihren Ex-Verlobten, Dr. Ravell, zurückzuerobern. Verfolgt wird sie von den beiden Killern, die das Rauschgift suchen, das in Bettys Auto versteckt ist …

Was zu sagen wäre

Großartig. Eine Film-im-Film-Comedy mit First-Class-Besetzung. Die kleinste Rolle – als Bettys untreuer Ehemann im Vokuhila-Look hat Aaron Eckhart (An jedem verdammten Sonntag – 1999; „Molly“ – 1999), der gerade erst in Steven Soderberghs „Erin Brockovich“ einen hinreißenden Motorradrocker gespielt hat. Seine Rolle hier ist eine Miniatur mit bleibendem Eindruck.

Morgan Freeman (Deep Impact – 1998; Amistad – 1997; Denn zum Küssen sind sie da – 1997; Sieben – 1995; Outbreak – Lautlose Killer – 1995; „Die Verurteilten“ – 1994) und Chris Rock („Dogma“ – 1999; Lethal Weapon 4 – 1998; „Die Kampfwurst – Beverly Hills Ninja“ – 1997) – der Zarte und der Harte, der Alte und der Junge – harmonieren wunderbar in ihrer Unterschiedlichkeit, Greg Kinnear als Objekt der Begierde zwischen der aufgesetzten Bescheidenheit des Oh-Sie-haben-mich-erkannt-ja-ich-bins-wirklich-Autogramme-Schreibers und der Arroganz des TV-Soapstars ist ein Hingucker, Hingucker, Hingucker.

Aber dem Ding die Krone auf setzt Renée Zellweger („Der Junggeselle“ – 1999; „Familiensache“ – 1998; „Jerry Maguire: Spiel des Lebens“ – 1996; „Reality bites – Voll das Leben“ – 1994), die ihrer Betty alles mitgibt, was eine gute Comedy-Hauptrolle braucht. Sie ist umwerfend charmant, naiv, komisch, bauernschlau, elegant, starrköpfig … you name it …

Die Story als solche ist zunächst noch nicht so tricky. Sie lebt von den Kleinigkeiten des Scripts – elegante Dialoge, champagneresker Wortwitz, schöne Sprache.

Alles richtig gemacht. Wie schön!

Wertung: 11 von 11 D-Mark
IMDB