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Kinoplakat: Nell
Eine überragende Jodie Foster in
einem bemüht kontroversen Drama
Titel Nell
(Nell)
Drehbuch William Nicholson + Mark Handley
Regie Michael Apted, USA 1994
Darsteller

Jodie Foster, Liam Neeson, Natasha Richardson, Richard Libertini, Nick Searcy, Robin Mullins, Jeremy Davies, O'Neal Compton, Heather M. Bomba, Marianne E. Bomba, Sean Bridgers, Joe Inscoe , Stephanie Dawn Wood, Mary Lynn Riner, Lucile McIntyre u.a.

Genre Drama
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
23. Februar 1995
Inhalt

Nell ist eine junge Frau, die fern jeglicher Zivilisation in den Wäldern aufgewachsen ist. In den fast drei Jahrzehnten, die sie dort verbrachte, entwickelte sie ihre eigene, kaum verständliche Sprache. Eines Tages entdecken der Arzt Dr. Jerome Lovell und die ehrgeizige Psychologin Dr. Paula Olsen das Naturkind.

DVD-Cover (US): NellDr. Olsen möchte Nell in einer psychatrischen Anstalt unterbringen und beobachten, aber Dr. Lovell setzt sich dafür ein, dass Nell in ihrer vertrauten Umgebung bleiben kann …

Was zu sagen wäre

Rollen wie die der „Nell“ heißen in Hollywood I-want-the-Oscar-Part. Das heißt aber auch, dass solche Rollen spezielle Schauspielerinnen oder Schauspieler brauchen, um sie mit echtem Leben zu erfüllen und nicht mit Klischees. Vor elf Jahren war das Dustin Hoffman in der Rolle des Raymond in „Rain Man“ (1988), hier ist es Jodie Foster („Maverick“ – 1994; „Sommersby“ – 1993; „Schatten und Nebel“ – 1991; Das Schweigen der Lämmer – 1991; „Angeklagt“ – 1988; „Pinguine in der Bronx“ – 1987).

Trotzdem rutschte Foster dann knapp an dem Oscar vorbei – den bekam Jessica Lange für ihre Hauptrolle in „Blue Sky“. Dass Foster leer ausging liegt gar nicht an ihr. Sie spielt überragend – aber eben: Sie spielt. Jodie Foster ist Nell! Das kriegt man im Kinosaal nicht aus dem Kopf und drumherum ist das Drama zudem sehr bemüht, die Diskussion, wem das Waldkind gehört – sich oder der Wissenschaft – am Leben zu halten. Dabei ist das gar keine Frage, und die Wissenschaft – vulgo – böse.

Nell sollte weder als Wolfskind noch als weiblicher Kaspar Hauser dargestellt werden, daher war die eigens für sie erfundene Sprache besonders wichtig. Nells Sprachempfinden ist geprägt von ihrer Mutter, die sich nach einem Schlaganfall nur noch mühevoll artikulieren konnte und dies durch ihre Mimik zu kompensieren versuchte. Die Sprache ist so gestaltet, dass jeder, wenn er auch nicht die Worte versteht, doch sofort deren Sinn begreift. Jodie Foster übte dieses Nellisch vor Drehbeginn intensiv mit einem Sprachtrainer.

Wertung: 8 von 10 D-Mark
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