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Kinoplakat: My Big Fat Greek Wedding
"Nä" sagte Tom Hanks und landet
die schönste Komödie seit langem
Titel My Big Fat Greek Wedding
(My Big Fat Greek Wedding)
Drehbuch Nia Vardalos
Regie Joel Zwick, USA 2002
Darsteller Nia Vardalos, John Corbett, Michael Constantine, Christina Eleusiniotis, Kaylee Vieira, John Kalangis, Lainie Kazan, Marita Zouravlioff, Sarah Osman, Petra Wildgoose, Melissa Todd, Bess Meisler, Andrea Martin, Louis Mandylor, Gerry Mendicino, Stavroula Logothettis u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
23. Januar 2003
Inhalt

Toula, 30 Jahre alt, Tochter einer an Mitgliedern extrem reichen – aber das trifft in diesen Kreisen eigentlich immer zu – griechischen Familie, ist nicht zu beneiden. Optisch einem vergammelten Tsatsiki näher, als einer knackigen Moussaka, ist sie nicht nur nicht verheiratet, sie hat nicht einmal einen interessierten Mann. „Na und?”, mag man da politisch korrekt ausrufen, eine Frau definiert sich doch nicht … !!!!

Gemach …

Toula ist Griechin. Und also Tochter eines griechischen Vaters, der seine Familie dauernd damit traktiert, dass jedes Wort seine Wurzeln im Griechischen hat und sich die Weltbevölkerung einteilt in Griechen und den großen Rest, der gerne Grieche wäre und für solche Griechen gilt: „Eine griechische Frau soll einen Griechen heiraten, viele griechische Kinder in die Welt setzen und diese dann bis zu ihrem Tod mit Essen vollstopfen!”

Toula hat nicht einmal einen Freund, wie gesagt. Dann läuft ihr Ian über den Weg, Lehrer, Spross einer Familie, in der alle Juristen wurden, nur eben er nicht. Toula ist elektrisiert und aus dem Fettklops wird binnen Minuten der holde griechische Schwan mit leichtem Silberblick. Ians Eltern sind eher britisch in ihrer Steifheit und wenn Toula dort zu Besuch ist, verstört sie vor allem „diese Stille”, weil dauernd niemand etwas sagt. Niemand der anwesenden vier Menschen – und größer scheint diese Familie nicht zu sein. Anders Toulas Familie, deren Mitgliederanzahl unüberschaubar bleibt, aber laut. „Meine Cousine und ihr Mann kennen nur zwei Lautstärken: Laut und Noch Lauter!”

Zurück zu Ian: Ian ist kein Grieche. Ian ist ein Softie – alles Schwätzerhafte, das Toulas Brüder und Cousins auszeichnet, geht ihm ab. Ian ist nicht griechisch-orthodox getauft. Kurz: Ian kann Toula unmöglich heiraten – sagt Toulas Vater. Und da weiß er das allerschlimmste noch nicht: Ian ist Vegetarier! Da hilft auch der nett gemeinte Einwurf von Toulas Cousine nichts: „Dann mache ich ihm halt Lamm!”

Toula und ihr Ian haben noch viele Hürden zu nehmen, bevor sie endlich „Nä!” sagen dürfen, was griechisch ist und „Ja!” heißt …

Was zu sagen wäre

Eine wunderbare Komödie. So nervig die ganze Griechen-Familie ist, so liebenswert ist sie auch und das Kinopublikum hofft offenbar insgeheim, so eine Familie auch zu haben. Fünf Millionen Dollar hat der Film gekostet. In den USA spielte er 250 Millionen ein. Nia Vardalos, Autorin und Hauptdarstellerin, träumte von einer Karriere als Schauspielerin, aber ihre Agenten sagten ihr, sie solle sich entweder als Latina ausgeben oder sich die Haare blond färben und abspecken – sonst würde aus ihr nichts werden.

Von Arbeitslosigkeit und Hunger bedroht schrieb sie ein Ein-Personen-Stück über eine griechische Familie, das sie jeden Abend in einer Kneipe aufführte – alle Rollen spielte sie selbst – und eines Tages Rita Wilson begeisterte. Die saß im Publikum, ist zu einem Achtel Griechin, erkannte also vieles wieder und sagte ihrem Mann „Guck Dir das mal an!” Dieser Ehemann heißt Tom Hanks und am Ende der Geschichte mit ihren noch vielen Volten steht der erfolgreichste Film aller Zeiten, wenn man Einsatz (5 Millionen US-Dollar) und BoxOffice (knapp 369 Millionen US-Dollar) nebeneinander stellt – das ist in Sphären, in denen bislang allein das „Blair Witch Project” thronte (Kosten: 60.000 US-Dollar Produktionsbudget, knapp 249 Millionen US-Dollar BoxOffice).

„My Big Fat Greek Wedding” ist eine leichte Komödie. Es gibt keine Bösewichter. Es gibt kein geheim gehaltenes Problem, dass für 20 Kinominuten für Tragik sorgt und zum Ende in einem Wettlauf gegen die Zeit (meistens Richtung Flughafen) aus der Welt geschafft wird. Es gibt keine Brüller-Schenkelklopf-Szenen, die jeden durchschnittlichen Eddie-Murphy-Film durchziehen. Es gibt nur … die Familie, ein gutes Drehbuch mit den Witzen an der richtigen Stelle und eine fantastische Besetzung. Und es gibt die Schadenfreude über mächtige Filmproduzenten im Elfenbeinturm Hollywood, die so ein Drehbuch ablehnen, weil ihnen der Blick in ihre Statistiken sagt, dass keiner weiß, was Griechenland ist und also keiner so einen Film wird sehen wollen. Da bekommt der jene Szene eine besondere Würze, in der Toula ihre Herkunft offenbart und ihr Schwiegervater in spe darauf antwortet, „Ich hatte mal eine Sekretärin, die kam aus Guatemala.”

Zum Glück gibt es im US-Filmgeschäft auch Menschen wie Tom Hanks, die ein Drehbuch nach Menschlichkeit bewerten. Und zum Glück werden die dann so belohnt!

In der Folge dieses Überraschungserfolges saßen alerte Jungmanager in ihren schnieken Ledermöbel-Produzenten-Büros und brüteten über Ideen, die Arbeitstitel hatten wie „My big fat latino wedding”. Davon kamen dann einige – unbemerkt – irgendwo in die Kinos. Erst neun Jahre später hatten sie die kostbare Idee, einfach auch das Land beizubehalten. Heraus kam der schöne Titel „My Life in Ruins”, zu deutsch: My big fat greek Summer.

Wertung: 6 von 6 €uro
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