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Kinoplakat: Mut zur Wahrheit
Spannender Ansatz,
falsche Besetzung
Titel Mut zur Wahrheit
(Courage Under Fire)
Drehbuch Patrick Sheane Duncan
Regie Edward Zwick, USA 1996
Darsteller

Denzel Washington, Meg Ryan, Lou Diamond Phillips, Michael Moriarty, Matt Damon, Bronson Pinchot, Seth Gilliam, Regina Taylor, Zeljko Ivanek, Scott Glenn, Tim Guinee, Tim Ransom, Sean Astin, Armand Darrius, Mark Adair-Rios u.a.

Genre Drama
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
16. Januar 1997
Inhalt

Seitdem Lt.-Col. Serling im Irak-Krieg im Nachtkampf versehentlich auf die eigenen Männer hat schießen lassen, leidet er unter Gewissensbissen. Umso fanatischer sucht er jetzt die Wahrheit, als es darum geht, die im Krieg gefallene Pilotin Walden postum mit der Tapferkeitsmedaille zu ehren – Serling soll feststellen, ob Walden die Medaille verdient und nicht irgendeinen Dreck am Stecken hat.

Bei seinen Recherchen fallen ihm mehrere Ungereimtheiten in den Aussagen der Beteiligten auf. Während der Ermittlungen desertiert einer der Soldaten, ein anderer begeht Selbstmord. Damit konfrontiert, gesteht schließlich der Sanitäter der Hubschrauberbesatzung, dass die Besatzung gegen Walden meuterte und sie verletzte, bevor Walden bei der Rettung der Besatzung und gleichzeitigem Angriff der Iraker von ihren Kameraden zurückgelassen wurde …

Was zu sagen wäre

Eine Geschichte, mehrere Zeugen, viele Versionen. Das ist eine reizvolle Ausgangssituation – im Kino zumal. Ein Bild täuscht besser als tausend Worte. Aber Edward Zwicks ambitionierter Film scheitert schon an der Besetzung: Ich nehme Meg Ryan die Rolle einer potenziellen Kriegsheldin nicht ab; ich traue dem aktuellen Schätzchen vom Dienst (French Kiss – 1995; „I.Q. – Liebe ist relativ“ – 1994; Schlaflos in Seattle – 1993; The Doors – 1991; „Joe gegen den Vulkan“ – 1990; Harry und Sally – 1989; „Presidio“ – 1988; D.O.A. – Bei Ankunft Mord – 1988; Die Reise ins Ich – 1987; Top Gun – 1986) das vor dem Film nicht zu und während des Films überzeugt sie mich auch nicht vom Gegenteil. Im Gegenteil: Bemühtes nicht-lächeln und stoischer Blick machen noch keine von den Schrecken des Krieges Versehrte. Denzel Washington, als der andere Trauma geplagte Held des Films, ist, was er immer ist: der Schauspieler Denzel Washington, der seine erhabenen Züge einer Rolle leiht und gebrochene Moral spielt (Crimson Tide – 1995; Philadelphia – 1993; „Die Akte“ – 1993). Das ist so gut wie erwartbar wie langweilig.

Regisseur Edward Zwick arbeitete sich bei der TV-Serie „Family“ vom Gast-Drehbuchautor zum Redakteur, Regisseur und Produzenten hoch. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er drei Emmy Awards, zu seinen Spielfilmen gehören unter anderem Legenden der Leidenschaft (1994), „Glory“ (1989) oder „Nochmal so wie letzte Nacht“ (1986).

Wertung: 5 von 11 D-Mark
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