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Kinoplakat: Mr. & Mrs. Smith
Eine Ehe ohne Liebe ist
wie ein Film ohne Story
Titel Mr. & Mrs. Smith
(Mr. & Mrs. Smith)
Drehbuch Simon Kinberg
Regie Doug Liman, USA 2005
Darsteller Angelina Jolie, Brad Pitt, Vince Vaughn, Adam Brody, Kerry Washington, Keith David, Chris Weitz, Rachael Huntley, Michelle Monaghan u.a.
Genre Action, Komödie
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
21. Juli 2005
Inhalt
Sie lieben sich … wie man sich halt liebt nach fünf Jahren Ehe. Oder sind es schon sechs? John und Jane Smith sind jedenfalls ein normales Ehepaar aus der Vorstadthölle mit einem gewöhnlichen und langweiligen Leben. Jedenfalls füreinander. Im (geheimen) Arbeitsleben – sie vorgeblich an der Wall Street, er vorgeblich Architekt – sind sie die Meister ihres wirklichen Fachs: Auftragskiller, die allerdings für konkurrierende Organisationen arbeiten.

Dann verpatzen beide einen Auftrag, weil sie sich gegenseitig in die Quere kamen. Dabei entdecken sie: Mist, mein Ehegespinst hat mich angelogen. Und also gehen sie aufeinander los. Mit all ihrer Professionalität. Und als ihr Haus in Trümmern liegt, in dem ihm die grünen Vorhänge ohnehin nicht gefallen haben, fällt ihnen auf, dass es da doch noch was anderes geben muss, als sich gegenseitig umzubringen.

Die Auftraggeber umzubringen. Zum Beispiel …

Was zu sagen wäre
Die Prämisse stimmt nicht. Und damit funktioniert die Geschichte nicht. Während John und Jane sich hauptsächlich nicht darüber einig sind, ob sie nun fünf oder sechs Jahre verheiratet sind, frage ich mich, wie es sein kann, dass die von jetzt auf gleich so hemmungslos aufeinander einballern. Derlei unbeantwortete Löcher gibt es noch zwei, drei in der Geschichte und also müsste man eigentlich sagen „War nix!”

Aber der Film ist dann doch ganz unterhaltsam. Angelina Jolie („Alexander” – USA 2004) als Mixtur aus Hausfrauchen-Doris-Day und ihrer Lara-Croft-Nummer und Brad Pitt (Troja – USA 2004; Ocean's Eleven – USA 2001; Spy Game – USA 2001) als dünnere Version von Arnold-True-Lies-Schwarzenegger liefern sich charmante Ehe-Scharmützel in Wort („Die Vorhänge gefallen mir nicht”, „Du wirst dich dran gewöhnen.”) und Kugel und das Drehbuch schafft, wenn schon keine vernünftige Story, so doch kleine Überraschungen.

Den Score hat John Powell komponiert. Und wie schon John Williams, der besonders gerne bei John Williams abkupferte oder Jerry Goldsmith, der besonders gerne bei Jerry Goldsmith abkupferte, kupfert Powell hemmungslos bei John Powell ab. Wenn man, was man im Kino ja nicht tun sollte, die Augen schließt, weiß man nicht, ob man Doug Limans Die Bourne Identität oder Doug Limans „Mr. & Mrs. Smith“ sieht. Kräftig geballert wird in beiden Filmen.

Ärgerlich ist Limans dauernder Verzicht auf Kamerastativ und -Dolly. Selbst die wenigen Dialogszenen inszeniert er per Handkamera. Dynamik vermittelt so eine Parkinson-Kamera nicht.

Wertung: 4 von 6 €uro
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