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Kinoplakat: Misery
Stephen King-Verfilmung, die
der Vorlage nicht nachsteht
Titel Misery
(Misery)
Drehbuch William Goldman
nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King
Regie Rob Reiner, USA 1990
Darsteller James Caan, Kathy Bates, Richard Farnsworth, Frances Sternhagen, Lauren Bacall, Graham Jarvis, Jerry Potter, Thomas Brunelle, June Christopher, Julie Payne, Archie Hahn III, Gregory Snegoff, Wendy Bowers u.a.
Genre Drama
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
25. April 1991
Inhalt

Paul Sheldon, Erfolgsschriftsteller hat seinen neuen Roman beendet – wie immer in der Einsamkeit der Berge. Auf der Rückfahrt hat er einen schweren Autounfall. Ohnmächtig liegt er im Autowrack. Aber er hat Glück: Eine Krankenschwester, Annie Wilkes, hat den Unfall gesehen. Sie rettet Sheldon, bringt ihn in ihr Haus und pflegt ihn, so gut es geht, gesund – Sheldons Beine sind völlig zertrümmert.

Als Dank für die Hilfe darf Annie Pauls neues Manuskript lesen. Annie bezeichnet sich selbst als Pauls größten Fan – liebt vor allem die Romanserie um „Misery Chestain”. Paul, seiner erfolgreichen, wiewohl seichten Romanheldin überdrüssig, hat nun Misery in seinem jüngsten Romanmanuskript sterben lassen. Sein größter Fan, Annie, ist entsetzt: Sie weiß, das Paul aus Aberglauben niemals Kopien seiner Manuskripte macht und zwingt ihn, sein Manuskript zu verbrennen. Da ihr klar ist, dass kein weiterer Misery-Roman vorgesehen ist, lässt Annie ihren Zorn an dem ans Bett gefesselten Paul aus – er soll … muss einen weiteren Misery-Roman schreiben.

Annie zwingt ihn sehr nachdrücklich …

Was zu sagen wäre

Kinoplakat: MiseryDen Film habe ich nur einmal im Kino ausgehalten – die Pressevorführung war just an dem Vormittag, an dem Kathy Bates wenige Stunden vorher den Oscar für die Rolle der Annie Wilkes bekommen hatte. Daheim habe ich seither immer bei der „Hobbel“-Szene auf STOP gedrückt und lieber was anderes geguckt.

Rob Reiner (Harry und Sally – 1989; Die Braut des Prinzen – 1987; Stand by Me – 1986; Der Volltreffer – 1985) hat diese Szene aus Kings Romanvorlage abgewandelt, das Beil gestrichen und durch einen Vorschlaghammer ersetzt. Drehbuchautor William Goldman war nicht begeistert, hatte das Drehbuch überhaupt nur geschrieben, weil die Szene mit dem Beil ihn so fasziniert hatte.

„Misery“ gehört zu den ganz wenigen King-Verfilmungen, die ich gelungen nenne. James Caan, der den Teenagern der Siebziger Jahre als Sonny Corleone ein Begriff war, ältester Sohn des Paten, und später als harter Kerl, der über Leichen geht, gibt eine gnadenlos gute Vorstellung eines Mannes, der ans Bett gefesselt ist und (für einen Schauspieler) wenig Spiel-Raum hat. Das Casting für die Figur des Paul Sheldon war schwierig, weil für Hollywoodstars wenig attraktiv. Abgesagt haben – aus unterschiedlichen Gründen – William Hurt, Kevin Kline, Michael Douglas, Harrison Ford, Dustin Hoffman, Robert De Niro, Al Pacino, Gene Hackman und Robert Redford. Warren Beatty (Dick Tracy – 1990) zeigte starkes Interesse, hatte aber Bedenken wegen der Brutalität. Deswegen wurde die Szene schließich von Beil auf Hammer umgeschrieben – weniger fürchterlich ist sie dadurch nicht.

Aber die Krönung ist Kathy Bates als Annie, in die ich seit dieser Rolle verliebt bin. Was für ein Klasse-Weib! … nun, vielleicht nicht als Annie.

Wertung: 10 von 10 D-Mark
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