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Kinoplakat: Mighty Ducks – Das Superteam
Aufbaufilm für die Kleinen
und die Ausgestoßenenen
Titel Mighty Ducks – Das Superteam
(The Mighty Ducks)
Drehbuch Steven Brill
Regie Stephen Herek, USA 1992
Darsteller
Emilio Estevez, Joss Ackland, Lane Smith, Heidi Kling, Josef Sommer, Joshua Jackson, Elden Henson, Shaun Weiss, M.C. Gainey, Matt Doherty, Brandon Quintin Adams, J.D. Daniels, Aaron Schwartz, Garette Ratliff Henson, Marguerite Moreau u.a.
Genre Komödie, Familie
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
8. April 1993
Inhalt

Gordan Bombay ist ein Staranwalt. Ende 20 und ein Gewinner, die letzten 30 Verhandlungen vor Gericht hat er als Sieger verlassen. Längst wartet er täglich darauf, dass sein Kanzleichef, Gerald Ducksworth, ihn zum Partner macht. Gordon ist allerdings ein Trickser. Ihm geht es nur darum zu gewinnen; wie, das ist zweitrangig, vor Gericht gewinnt, wer die Gesetze besser für sich auslegen, besser beugen kann. Moral spielt keine Rolle.

Gerald Ducksworth findet indes zunehmend wenig Gefallen an den Allüren seines Stars. Er ist um den guten ruf seiner Kanzlei besorgt und als Gordon dann wieder mal betrunken am Steuer erwischt wird, nutzt er seine Kontakte in die Justiz, um ihm die einzig richtige Strafe aufzubrummen – nicht Gefängnis, nicht hohe Geldstrafe, nein: 500 Stunden Sozialdienst. Gordon muss ein Kinder-Hockey-Team coachen, soll dadurch so etwas wie Verantwortungsbewusstsein lernen. Er ist wenig begeistert. Als Kind war er selbst begeisterer Eishockeyspieler, aber seit er das entscheidende Tor im Endspiel damals nicht gemacht hat, hat er den Sport dran gegegeben und sich aufs Gewinnen konzentriert. Notgedrungen willigt er ein und trifft auf sportliche Nieten. Verlierer. Verzagte Kinder, zu dick, zu ausgelacht, zu wenig selbstbewusst.

Anfangs hagelt es Niederlage über Niederlage, auch als Trainer versucht der Anwalt, mit schmierigen Tricks zu gewinnen, stellt aber bald fest, dass er damit außerhalb des Gerichtssaals im richtigen Leben nicht ankommt, die Chemie zwischen dem Coach und seinem Team stimmt nicht. Mit der Zeit verdient er sich jedoch den Respekt der Kinder und bringt ihnen bei zu gewinnen. Gerald Ducksworth kann er überzeugen, mit 15.000 Dollar als Sponsor einzusteigen, damit die Kinder endlich eine ordentliche Ausrüstung erhalten, anstatt Zeitungspapier als Schienbeinschoner herzunehmen. Das Team heißt jetzt „The Ducks“.

Im Finale treffen sie auf Gordons ehemaliges Team, das immer noch vom damaligen Coach trainiert wird. Damit bietet sich auch für den Anwalt die Möglichkeit, mit seiner Vergangenheit klar Schiff zu machen …

Was zu sagen wäre

Als die erste Szene noch während des Titelvospanns läuft – ein Junge läuft zum entscheidenden Strafstoß an und trifft nur den Pfosten – ahnen wir schon, wie der Höhepunkt dieses Sportfilms für Kinder aussehen wird. Und so kommt es dann auch. Der Film macht auch gar keinen Hehl daraus; er erzählt für Kinder und Jugendliche. Ein Familienfilm für den Sonntagsausflug, in dem blöde Erwachsene im Matsch landen und Streiche mit Hundekacka der letzte Schrei sind.

Der Film macht Spaß – den Jugendlichen wegen der derben Späße und den wieder erkennbaren Prototypen, die ihnen den Alltag schwer machen. Den Erwachsenen wegen der herzigen Story um Teamgeist und Never Give Up. Die Entwicklung ist bisweilen holzschnittartig – der neue Trainer lernt die nette Singlemutter eines der Kinder kennen; es ist Liebe auf den ersten Blick; sein Chef, Gerald Ducksworth, ist plötzlich mit den Bullies der gegnerischen Albtraummannschaft vernetzt und schmeißt den geläuterten Bombay aus seiner Kanzlei. Das könnte Kinder auf die Idee bringen, das Leben lebe und sortiere sich ganz von alleine. Dass dennoch Anstrengungen nötig sind, wird ihnen auf dem Eis vermittelt.

In die Sportszenen hat Regisseur Stephen Herek („Fast Food Family – Eine Familie zum Quietschen“ – 1991; „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“ – 1989; „Critters“ – 1986) sich ausgetobt. Die „Ducks“ gewinnen nicht durch cleveren Spielausfbau, ihr Trainer bringt ihnen bei, mit ihren Mängeln zu punkten. Einer hat einen Bombenschuss, kann aber nicht Schlittschuh laufen. Eine dreht tolle Pirouetten, ist aber für diesen Kontaktsport zu leichtgewichtig. Der Torwart ist zu dick, der Trainer hasst Kinder undsoweiterundsofort. Daraus saugt Herek sehr schön mit Kamera und Schnitt choreographierte Spielszenen, die dem Zuschauer, der mit offenem Herzen zuschaut, Gänsehautmomente bietet.

Den smarten, aber verlorenen Helden spielt Emilio Estevez mit Charme („Freejack – Geisel der Zukunft“ – 1992; „Blaze of Glory – Flammender Ruhm“ – 1990; ”Young Guns“ – 1988; „Die Nacht hat viele Augen“ – 1987; „Rhea M. – Es begann ohne Warnung“ – 1986; St. Elmo's Fire – 1985; Der Frühstücksclub – 1985; „Repo Man“ – 1984). Seine Rolle fordert keine Spielkunst, eher Präsenz und die glaubwürdige Fähigkeit, mit Kindern umgehen zu wollen und zu können. Das funktioniert. Die Chemie zwischen dem 30-Jährigen und den Teenagern, die ebenfalls große Spielfreude haben – auf dem Eis wie vor der Kamera – stimmt.

Es ist ein Blick in die eigentlich heile Welt der Gesellschaft, in der dem Zeitgeist entsprechend alle mit Fährnissen und Hindernissen zu kämpfen haben, in der aber alle nur einen kleinen Schubs brauchen, um dann mit Feuereifer ins Training, in die Liebe, ins Leben zu starten. Die schönsten Szenen hat der Film, wenn der Trainer den Kinder im Geiste Franz-jetzt-geht-raus-und-spuit-Fußball-Beckenbauer vermittelt: „Und jetzt viel Spaß beim Spiel!“.

Wertung: 6 von 10 D-Mark
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