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Plakatmotiv (US): Kid Galahad – Mit harten Fäusten (1938)
Überraschungen
im Boxermilieu
Titel Kid Galahad – Mit harten Fäusten
(Kid Galahad)
Drehbuch Seton I. Miller
nach den Artikel in der „Saturday Evening Post“ von Francis Wallace
Regie Michael Curtiz, USA 1937
Darsteller
Edward G. Robinson, Bette Davis, Humphrey Bogart, Wayne Morris, Jane Bryan, Harry Carey, William Haade, Soledad Jiménez, Joe Cunningham, Ben Welden, Joseph Crehan, Veda Ann Borg, Frank Faylen, Harland Tucker, Bob Evans u.a.
Genre Drama, Crime
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
28. September 1968
Inhalt
Der Boxmanager Nick Donati ist wütend, als einer seiner Boxer k.o. geht. Prompt feuert er ihn. Wer sich nicht an die Absprache halte, fliege, so sein Motto. Seine Freundin Louise „Fluff“ Phillips muss ihn ein ums andere Mal bremsen, wenn wieder das Temperament mit dem Boxmanager durchgeht. Von seiner Besessenheit, was den Boxsport betrifft, ist sie wenig angetan. Louise zuliebe entschließt sich Nick, trotz seines Verlustes von etwa 17.000 US-Dollar durch den verlorenen Kampf, am Abend eine Party zu geben.

Auf der Party arbeitet im Service der Hotelpage Ward Guisenberry. Ein ebenso höflicher, wie groß gewachsener und kräftiger junger Mann. Er kann sich der anwesenden Frauen, die ganz verrückt nach ihm sind, kaum erwehren. Die Männer, die das bemerken, wollen den Pagen blamieren und Turkey Morgan, ebenfalls Box-Manager und Nicks größter Rivale, ergreift die Initiative und schneidet ihm die Hosenbeine ab. Als er dann auch noch frech zu Louise wird, welche Partei für Ward ergreift, streckt Ward Chuck McGraw, den amtierenden Box-Champion, der sich ebenfalls einmischt, mit einem Schlag nieder.

Nick Donati ist sofort hellwach, fragt Ward, ob er Boxer werden wolle. Nach kurzem Zögern stimmt Ward zu. Um dem zwielichtigen Turkey Morgan und seinen Leuten erst einmal zu entkommen, wird Ward bei Nick Donatis Mutter und seiner Schwester Marie untergebracht …

Was zu sagen wäre

Ein in mehrfacher Hinsicht überraschender Film aus dem Boxer-Genre. Nicht nur spielen Frauen eine bedeutsame, den Film beeinflussende Rolle. Auch erleben wir eine Backstory des harten Boxmanagers, die uns seine ländliche Herkunft näher bringt. Ein Aufsteigerdrama aus der Welt der Boxer, Kämpfe werden vertickt, Menschen verkauft, Eitelkeiten über Leichen befriedigt. Michael Curtiz inszeniert ein Kain-&-Abel-Drama mit Ed & Humphrey.

Da erscheint Edward G. Robinsons trockene Beziehung zu Bette Davis zunächst überraschend, aber das hat Methode. Augenscheinlich passen Robinson und Davis gut zusammen, umso härter trifft uns Davis‘ Entscheidung, Nick zu verlassen. „Singst Du wieder? Wirst Du Dir die Boxkämpfe weiter ansehen?“ Die Trennung kommt Knall auf Fall und schubst den Zuschauer in ein rosarotes Bad der Emotionen.

Edward G. Robinson spielt Zigarre kauend Edward G. Robinson (Wem gehört die Stadt – 1936; Der kleine Caesar – 1931). Humphrey Bogart beherrscht mit unbewegter Mimik die Partyszene und hat schwarze Eiswürfel, wo andere Augen haben. Er wollte seine Schwester aus seiner Welt fern halten (und am Ende wird klar warum).

Die Schwester, Marie, wirkt, wie die reine Unschuld, die sich an den schmutzigen Boxring verirrt hat. Wir wollen sie beschützen, wissen aber schon, dass wir zu spät kommen. Kino hat etwas magisches.

Wertung: 3 von 6 D-Mark
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