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Kinoplakat: Miami Vice
Statt rosa Flamingos dunkle Nacht
Die TV-Serie kommt in die Jahre
Titel Miami Vice
(Miami Vice)
Drehbuch Michael Mann
nach Motiven der gleichnamigen TV-Serie von Michael Mann und Anthony Yerkovich
Regie Michael Mann, USA 2006
Darsteller Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li, Naomie Harris, Ciarán Hinds, Justin Theroux, Luis Tosar, Barry Shabaka Henley, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Domenick Lombardozzi, Eddie Marsan, Isaach De Bankolé u.a.
Genre Thriller, Crime
Filmlänge 134 Minuten
Deutschlandstart
24. August 2006
Inhalt

Sonny Crockett und Ricardo Tubbs – Cops Undercover. Sie jagen einen kolumbianischen Drogendealer, der seine Informanten beim FBI sitzen hat. Um an ihn heranzukommen, geben sie sich als Händler zu erkennen und kommen schließlich mit dem Unsichtbaren über den Mittelsmann „Archangel” in Kontakt. Und mit Isabella – Geschäftsfrau. Und Gespielin des Unsichtbaren.

Sunny Crockett macht mit Isabella bald mehr als nur Kokain-Deals. Und begibt sich auf sehr dünnes Eis …
Was zu sagen wäre

Die TV-Serie „Miami Vice“, die ab 1984 ausgestrahlt wurde, hat Fernsehgeschichte geschrieben: Schnitt, Sound, Kostüm, der ganze Look & Feel (den man freilich damals noch nicht so nannte) sollte eine Generation von TV-Serien prägen – die Einflüsse der Serie erkennt an noch heute in Serien wie den „CSI“-Reihen. „Miami Vice“ prägte das Klamottengefühl der 80er Jahre.

Kinoplakat: Miami ViceErdacht hat sie Michael Mann, in der Folge Regisseur von Kinofilmen wie Collateral (2004), Insider (2001) oder Heat (1995). Von rosa Flamingos, weißen Leinenjackets mit Schulterpolstern und Slippern, die bald in jeder Großdisco zwischen Flensburg und Garmisch zum Standard-Outfit gehörten, ist im aktuellen Kinoausflug der Detectives Crockett und Tubbs nichts mehr zu sehen.

Schwarze Nacht, kalte Menschen, heiße Kanonen. So abgeschmackt das klingt, so brillant treibt Mann sein Ensemble in ein Drama aus Drogen, Verrat und der der Sehnsucht nach den fünf Minuten vertrauter Zweisamkeit.

Wenn er nur manchmal Schienen unter seine Kameras gelegt hätte. Diese dauernde Wackelei, mit der schlechtere Regisseure ein Mittendrin des Zuschauers vorzugaukeln versuchen, ist schon wieder out. Die smoothe Fahrt nebenher ist fast schon wieder Avantgarde.

Colin Farrell („In den Staub geschrieben“ – 2006; „The New World“ – 2005; „Alexander“ – 2004; „S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“ – 2003; Daredevil – 2003) muss man mögen, um ihn als Crockett zu schätzen. Mir ist er zu schnullig. Ein bisschen mehr mondäner Stil, etwas weniger Ghetto-Blick täten der Ölfrisur gut. Jaimie Foxx („Jarhead – Willkommen im Dreck“ – 2005; „Stealth – Unter dem Radar“ – 2005; „Ray“ – 2004; Collateral – 2004; Bait – Fette Beute – 2000) mit akurat gezirkelter Frisur ist mehr Stichwortgeber im schwarzen Miami.


Aber die Schnellboote, die Musik, die Stimmung, die Story … alles Miami Vice. Ganz anders zwar – 22 Jahre erwachsener – aber dennoch mit Don „Sonny Crocket“ Johnsons Worten gesagt: „Vice, Pal! Miami Vice!!“

Wertung: 5 von 6 €uro
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