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Kinoplakat: Matrix Revolutions
Geschwätzig und hohl
bessere Action zum Abschluss
Titel Matrix Revolutions
(Matrix Revolutions)
Drehbuch Andy Wachowski + Larry Wachowski
Regie Andy Wachowski & Larry Wachowski, USA 2003
Darsteller Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Jada Pinkett Smith, Mary Alice, Tanveer Atwal, Helmut Bakaitis, Francine Bell, Monica Bellucci, Rachel Blackman, Ian Bliss, David Bowers, Zeke Castelli, Sing Ngai, Essie Davis, Nona M. Gaye, Dion Horstmans, Lachy Hulme, Anthony Zerbe, Christopher Kirby, Peter Lamb, Nathaniel Lees, Harry J. Lennix, Robert Mammone, Joe Manning, Maurice Morgan, Tharini Mudalair, Robyn Nevin, Genevieve O'Reilly, Rupert Reid, Kevin Michael Richardson, Bruce Spence u.a.
Genre Fantasy, Action
Filmlänge 129 Minuten
Deutschlandstart
5. November 2003
Inhalt

Neo erwacht in einer strahlend weißen U-Bahn-Station. Ein indisches Mädchen, das dort mit seinen Eltern wartet, hat ihn geweckt. Die Inder sind Programme, die gelöscht werden sollen und einen Pakt mit dem Merowinger geschlossen haben – um das Mädchen zu retten.

Neo ist im Limbo, zwischen der Welt Zions und der Welt in der Matrix. Trinity bewacht den im Koma liegenden Neo. Morpheus muss mit der Erkenntnis fertig werden, dass der Eine, auf den er seinen Glauben, sein gesamten Leben gesetzt hat, auch nur ein weiterer Kontrollmechanismus ist, den sich die Architekten der Matrix ausgedacht haben.

Trinity und Morpheus „überreden” den Merowinger, Neo frei zu geben. Die Zeit eilt. In weniger als 20 Stunden greifen die Wächter Zion an. Bis dahin muss den wenigen Menschen irgend etwas eingefallen sein, wie sie überleben können. Neo, mittlerweile aus der Zwischenwelt befreit, reist mit Trinity ins Herz der Maschinenwelt.

Er trifft auf einen alten Bekannten: Agent Smith, der in der Zwischenzeit so mächtig geworden ist, dass auch die Maschinen ihn nicht mehr kontrollieren können. Und also trifft Neo auch auf den Deus ex Machina, der sich Rettung vom menschlichen Erlöser erhofft …

Was zu sagen wäre

Am Ende haben sie die Philosophiererei gelassen. „Shit”, schimpft Neo, wenn es unerwartet wird. „Shit” flucht Trinity, wenn es unübersichtlich zu werden droht. „Das ist ein Scheißhaufen”, sentenzt ein Schiffs-Captain als One-Liner mitten in die Action. Action gibt es ordentlich. Man muss nur die ersten sechzig Minuten wach überstehen, in denen wieder ordentlich geredet wird. Von der Geschwätzigkeit des zweiten Teils ist dieser nur insofern gelöst, weil in Teil III zuerst geschwätzt wird, und dann – nahezu ununterbrochen – gekämpft und ge(Helden)storben wird.

Wenn Trinity stirbt, dann gibt es keine famous last words – dann gibt es einen ganzen Roman.

Teaserplakat: Matrix RevolutionsIn der Zeit zwischen Reloaded und den „Revolutions” haben wir uns damit anfreunden können, dass der Irrwitz der verschiedenen Realitätsebenen aus Teil I keine Rolle mehr spielt. Es geht nur noch um eine Revoluzzer-gegen-Übermacht-Story in fantsatischem Ambiente. Abgesehen von der Geschwätzigkeit, die – je länger das dauert – als hohles Geschwätz enttarnt wird, ist es ein ordentliches Action-Comic, das Reloaded locker übertrifft.

Erinnerungen an den Rasenden Falken

Statt einer zugepixelten Highway-Jagd greifen die Wächter an, von den Digital-Effects-Supervisern als große Oper inszeniert – auf der großen Leinwand ein Ballet mörderischer Eleganz zwischen Mensch und Maschine. Optisch mitreißend, inhaltlich so überschaubar wie viele andere Filme zuvor. Die Schiffsjagd durch enge Versorgungsschächte mit Niobe am Ruder sind ein netter Höhepunkt in der zweiten Hälfte, die freilich an die Jagd mit dem Rasenden Falken durch den Deathstar im 17 Jahre alten Return of the Jedi erinnert.

Wenn der zum Super-Pixel mutierte Agent Smith Neo am Ende in einer Regenschlacht endlich besiegt hat, platzen Smith und seine Milliarden Doppelgänger in strahlendem Licht auseinander. Man weiß nicht warum, das wird auch nicht erklärt, aber es gibt dadurch ein paar hübsche Effekte. Sogar die „Maschine” wird zum Schluss noch personalisiert und spricht mit versöhnlichem Brummbass Erlösendes, dass dem fehlenden Sinn fürs Große und Ganze auch nichts Neues mehr hinzufügt. Dazu gibt es an Gregorianische Gesänge mahnende Choräle, dass es einem sanft den Rücken massiert.

Jetzt müssen wir multimedial gucken, um den Sinn zu finden

Die Bewohner Zions geben immer noch keinen Grund, warum wir das Leben in der Matrix dem in Zion nicht vorziehen sollten. Das Orakel hat ein neues Gesicht. Warum, das wird nicht erklärt; immerhin, es wird im Dialog thematisiert. Es heißt, das Videogame „Enter the Matrix” würde ein Erklärung liefern. Damit wird die Brücke ins multimediale Zeitalter geschlagen, wo ich Kinokarte, Videogame und DVD kaufen muss, um die Geschichte zu verstehen.

Ich komme vom Kino. Ich bleibe beim Kino. Wenn das Drehbuch via Leinwand keinen Sinn mehr gibt, ist der Film schlecht.

Wertung: 3 von 6 €uro
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