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Kinoplakat: Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger
Unverfilmbare Story
Wunderbar umgesetzt
Titel Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger
(Life of Pi)
Drehbuch David Magee
nach dem Roman von Yann Martel
Regie Ang Lee, USA, Taiwan 2012
Darsteller Suraj Sharma, Irrfan Khan, Rafe Spall, Ayush Tandon, Gautam Belur, Adil Hussain, Tabu, Ayaan Khan, Mohd. Abbas Khaleeli, Vibish Sivakumar, Gérard Depardieu u.a.
Genre Drama, Abenteuer
Filmlänge 127 Minuten
Deutschlandstart
26. Dezember 2012
Inhalt

Ein junger Buchautor besucht einen indischstämmigen Mann in Montréal in Kanada, um dessen Geschichte zu hören. Piscine Molitor Patel, so der Name des älteren Mannes, erzählt.

Piscine wächst im südindischen Pondicherry als Sohn eines Zoodirektors auf. Wegen seines Namens – der von den Mitschülern als „Pisser” verballhornt wird – gehänselt, verpasst er sich als Kind selbst den Spitznamen Pi, wie die Kreiszahl. Pi ist fasziniert von Religion und probiert alles aus, was sich ihm präsentiert. So ist er bald zugleich Hindu, Christ und Muslim, jeder Religion gewinnt er neue spirituelle Seiten ab, auch wenn sein areligiöser Vater ihn auffordert, sich zumindest für einen Glauben zu entscheiden. Im Zoo seines Vaters hat es ihm besonders ein bengalischer Tiger namens Richard Parker angetan.

Als der Zoo nicht mehr genug Geld einbringt, beschließt Pis Vater, mit der Familie und sämtlichen Tieren auszuwandern. Sein Plan ist es, die Tiere in Übersee zu verkaufen und mit seiner Frau und den beiden Söhnen in Kanada ein neues Leben aufzubauen. Bei einem Sturm sinkt der Frachter, Pi überlebt als einziger Mensch auf einem Rettungsboot. Dafür stoßen nach und nach einige der Zootiere zu ihm, zunächst ein verletztes Zebra, bald auch eine Hyäne und ein Orang-Utan-Weibchen, das sein Kind verloren hat. Die Hyäne tötet zunächst eine Ratte, dann das Zebra, dann den Orang-Utan, nur um danach selbst vom Tiger Richard Parker getötet zu werden, der überraschend unter der Plane des Bootes hervorbricht.

Teaserplakat: Life of PiPi und der Tiger sind somit die einzigen Überlebenden auf dem Boot. Um sich vor dem Tiger in Sicherheit zu bringen, baut Pi ein Floß aus Rettungswesten und Rudern, das er am Rettungsboot befestigt. Aber auch das wird ihn auf Dauer vor einem hungrigen Tiger kaum beschützen …

Was zu sagen wäre

Großes Kino mit phantastischen Bildern und gelungenem 3D. Der Titelvorspann entführt in ein dreidimensionales Paradies mit wilden Tieren. Schon hier haut Ang Lee (Hulk– USA 2003; Ride with the Devil – 1999) so viele 3D-Tiere in die CGI, dass wir uns auf das Bunteste vorbereiten können. Er schreckt nicht einmal davor zurück, dreist bei Walt Disney zu kopieren – dem anerkannten Meister des verschwenderische schönen Traumbildes. Der Blauwal, den Lee aus fluoriszierenden Meerwasser eindrucksvoll in die Luft springen lässt – schon im Trailer zum Film als Highlight angelegt – ist eine Kopie der aus goldgelocktem Wasser springenden Blauwale aus Disneys „Fantasia 2000” (USA 1999).

Und dann legt Lee einfach los und fabulierft, was das Zeug hält. Plausibilität ist nicht der Motor. Ang Lee liebt das Kino der Geschichten. Es ist wichtig, dass die Geschichte gut ist, nicht dass sie stimmt. Und wann hat man für eine gute Geschichte je mehr gebraucht, als einen Jungen, ein Boot, ein Zebra, eine Hyäne, einen Orang-Utan und einen Tiger? Der Rest ergibt sich. Auch im Kino.

Ein farbenfrohes, knalliges Märchen mit und-wenn-sie-nicht-gestorben-sind-Faktor. Manchmal überschreitet er die Grenze zum Kitsch und hier und da könnte man eine Minute kürzen … insgesamt wär's aber schade um diesen wohl kalkulierten Bauchfilm.

Wertung: 7 von 7 €uro
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