Kinoplakat: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

Großes Drama mit
großer Schauspielkunst

Titel Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
(Behind the Candelabra)
Drehbuch Richard LaGravenese
nach einem Buch von Scott Thorson + Alex Thorleifson
Regie Steven Soderbergh, USA 2013
Darsteller Michael Douglas, Matt Damon, Scott Bakula, Dan Aykroyd, Rob Lowe, Debbie Reynolds, Eric Zuckerman, Eddie Jemison, Randy Lowell, Tom Roach, Shamus Cooley, John Smutny, Jane Morris, Garrett M. Brown, Pat Asanti, Casey Kramer, Cheyenne Jackson u.a.
Genre Drama, Biografie
Filmlänge 118 Minuten
Deutschlandstart
3. Oktober 2013
Inhalt

Mitte der 1970er Jahre lernt der 17-jährige Scott den Pianisten Liberace kennen. Liberace ist einer der größten Stars der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie und führt ein Leben in Luxus, während Scott als Adoptivkind aus einfachsten Verhältnissen stammt.

Der junge Scott ist von der glamourösen Welt des Stars fasziniert und lässt sich auf eine – vor der Öffentlichkeit verborgene – Liebesbeziehung zu dem älteren Mann ein. Offiziell als Fahrer beschäftigt, wird Scott zum dauerhaften Lebensgefährten des exaltierten Stars, der irgendwann seinen Schönheitschirurgen Dr. Startz damit beauftragt, Scotts Gesichtszüge nach seinem Vorbild umzugestalten.

Nachdem Scott – auch durch Schmerzmittel von Dr. Startz – ein Drogenproblem entwickelt und Liberace eine Affäre mit einem jungen Tänzer seiner Show eingeht, zerbricht die Liebe. Liberace wirft Scott aus seinem Haus, Scott verklagt Liberace im Gegenzug auf Unterhalt aus einer eheähnlichen Beziehung …

Was zu sagen wäre

Hohe Schauspielkunst. Ausgezeichnete Maske.

Die Liebesgeschichte eines jungen Mannes, der zur Obsession eines alt gewordenen Dorian Gray wird.
Die Liebesgeschichte eines alternden Künstlers, der sich die Jugend über junge Männer erhalten will.
Ein Egomane, der für die hässlichen Seiten des Lebens seinen Manager Seymour hat, dem Dan Aykroyd eine wunderbar kriecherische Verschlagenheit gibt (Ghostbusters – 1984; „Die Glücksritter“ – 1983; Blues Brothers – 1980).

Kinoplakat (US): Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

Matt Damon (Elysium– 2013; Wir kaufen einen Zoo – 2011; Contagion – 2011; Der Plan – 2011; „Green Zone“ – 2010; „Departed – Unter Feinden“ – 2006; Die Bourne Identität – 2002; Ocean's Eleven – 2001; All die schönen Pferde – 2000) und Michael Douglas als schwules Liebespaar ist fast nicht zu glauben und allein deshalb schon gut – beide werfen ihr ganzes Können in Pelz und Satin, der Film gerät zu einem Hochamt zweier Voll-Lust-Schauspieler.

Mit Michael Douglas als sanfter, zärtlicher Pianoman erlebe ich eine der großen Hollywoodsäulen der vergangenen Jahrzehnte, die sich frei gespielt hat, vom Image des Chauvi und Großliebhabers befreit (Haywire – Trau' keinem – 2011; Wall Street: Geld schläft nicht – 2010; „The Sentinel“ – 2006; Sag' kein Wort – 2001; Eine Nacht bei McCool's – 2001; Traffic – Die Macht des Kartells – 2000; Die Wonder Boys – 2000; Ein perfekter Mord – 1998; The Game – 1997; Der Geist und die Dunkelheit – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; Enthüllung – 1994; Falling Down – 1993; Basic Instinct – 1992; „Der Rosenkrieg“ – 1989; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987; Eine verhängnisvolle Affäre – 1987; „A Chorus Line“ – 1985; Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – 1985; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984; „Das China-Syndrom“ – 1979; „Coma“ – 1978); zeitgleich zu diesem Film hat er in Last Vegas gespielt – eine Altherren-Komödie, in der er auch sein Image aufs Korn nimmt.

Steven Soderbergh hat – und das nimmt diesem Film manche visuelle Möglichkeiten – für das Fernsehen inszeniert (s.u.) und das fällt dann eben doch in der Dramaturgie, im Storytelling auf; häufig weicht Soderbergh auf große Geichter aus, wo er auf der Leinwand die möglicherweise einen weiteren Blickwinkel wählen würde; dadurch gibt es Szenen mit Talking heads, die mehr hätten werden können.

Wertung: 7 von 8 €uro