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Kinoplakat: Königreich der Himmel
Kreuzzug nach Jerusalem
als leere Kulisse
Titel Königreich der Himmel
(Kingdom of Heaven)
Drehbuch William Monahan
Regie Ridley Scott, USA, UK, Spanien, Deutschland, Marokko 2005
Darsteller Orlando Bloom, Eva Green, Liam Neeson, Jeremy Irons, David Thewlis, Brendan Gleeson, Marton Csokas, Michael Sheen, Eriq Ebouney, Jouko Ahola u.a.
Genre Abenteuer, Historie
Filmlänge 144 Minuten
Deutschlandstart
5. Mai 2005
Inhalt

Balian, ein junger französischer Schmied, trauert um seine Frau und seinen kleinen Sohn. Zu diesem Zeitpunkt ist Godfrey von Ibelin, ein hoch angesehener Baron des Königs von Jerusalem, der sich vor allem der Erhaltung des Friedens im Heiligen Land verpflichtet fühlt, auf der Suche nach eben diesem Balian, seinem unehelichen Sohn. Balian überwindet seinen Kummer und entschließt sich, Godfrey auf seiner heiligen Mission zu begleiten.

Als sein Vater an den Folgen einer Verletzung stirbt, erbt Balian dessen Land und Adelstitel in Jerusalem – einer Stadt, in der Christen, Muslime und Juden während der kurzen Phase der Waffenruhe zwischen dem Zweiten und dem Dritten Kreuzzug zu einem friedlichen Miteinander gefunden haben. Es ist das Jahr 1186.

Balian findet sich in einem neuen und fremden Land wieder, wo er einem todgeweihten König dient und sich zu der geheimnisvollen Schwester des Königs, Prinzessin Sibylla, hingezogen fühlt. Einem edlen Ritterschwur verpflichtet und von großer Aufrichtigkeit beseelt, muss er hier in Jerusalem beweisen, was in ihm steckt. Er wächst mit seiner Aufgabe und wird zu einem der ehrenhaften und heldenmutigen Ritter Zeit, der schließlich die Stadt und ihre Bewohner vor übermächtigen Angriffen schützen muss …

Was zu sagen wäre

Kinoplakat: Königreich der HimmelRidley Scott (White Squall – USA 1996; Thelma & Louise – USA 1991; Der Mann im Hintergrund – USA 1987; Legende – USA 1985) wollte mit Kingdom of Heaen an seinen Erfolg von „Gladiator” (USA 2000) anknüpfen - ebenso monumental, ebenso prachtvoll, ebenso wunderbare Bilder.

Das ist nur teils gelungen. Am meisten hapert es an einem echten Drama. Der Kampf um Jerusalem – Warum? Wofür?. Die Schlachten bleiben erstaunlich anzusehende Kulisse. Die Figur des Balian bleibt Behauptung bis zum Schluss. Im Director's Cut des Films mit immerhin 45 Minuten mehr wird Balian etwas greifbarer. Der Suizid seiner – schwangeren – Frau, seine Orientierungslosigkeit zu Beginn des Films machen es leichter, zu verstehen, was die Figur antreibt. Warum ihm aber die Massen frenetisch folgen, erklärt auch die Langfassung nicht.

Zum Teil liegt das an Orlando Bloom (Troja – USA 2004; Fluch der Karibik – USA 2003; „Black Hawk Down” – USA 2001; „Der Herr der Ringe” – USA, Neuseeland 2001), der mit der Monumental-Rolle überfordert ist; er trägt nicht. Er bleibt hübsch anzuschauen, aber den starken Führer nehme ich ihm nicht ab.

Womöglich würde Blooms Schwäche in einem Action getriebenen Film nicht so sehr auffallen. Aber auf Action ist Kingdom nicht ausgelegt, sondern auf episches Drama. Das ist als große Geschichtsstunde gefilmt - die auch eine Botschaft des Friedens hat. Aber einen Konflikt, eine Dramaturgie bleibt der Film uns schuldig.

Wertung: 3 von 6 €uro
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