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Kinoplakat: Kingsman – The Secret Service
Große Erwartungen erfüllt.
Ein großer Kino-Spaß.
Titel Kingsman – The Secret Service
(Kingsman: The Secret Service)
Drehbuch Jane Goldman + Matthew Vaughn
nach der Graphic Novel „The Secret Service“ von Mark Millar + Dave Gibbons
Regie Matthew Vaughn, UK 2014
Darsteller

Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Mark Hamill, Sofia Boutella, Michael Caine, Sophie Cookson, Jack Davenport, Samantha Womack, Tom Prior, Richard Brake, Hanna Alström, Bjørn Floberg u.a.

Genre Action, Abenteuer, Komödie
Filmlänge 129 Minuten
Deutschlandstart
12.03.2015
Website kingsmanmovie.com
Inhalt

Harry Hart ist ein britischer Geheimagent der alten Schule. Er arbeitet für einen der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen.

Die Agenten, die sich selbst als moderne Ritter verstehen, sind ständig auf der Suche nach neuen Rekruten. Eines Tages wird Harry auf den Straßenjungen Eggsy aufmerksam, der, wie er findet, einiges an Potenzial zeigt. Allerdings liebäugelt Eggsy auch mit der Welt jenseits des Gesetzes und kennt keine Disziplin.

Da Eggsys Vater Harry einst das Leben rettete, bewahrt der Agent den jungen Erwachsenen vor dem Gefängnis und schleust ihn in das harte Rekrutierungsprogramm seiner Organisation ein.

Währenddessen untersucht er selbst das Verschwinden mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten und gerät dabei an den Milliardär Richmond Valentine, der bei einem ominösen Plan zur Rettung der Erde vor nichts und niemandem Halt macht …

Was zu sagen wäre

Komisch: Alles, was ich am modernen Kino eher peinlich finde, stört mich hier nicht. Ich will phyisches Kino, eines, in dem echte Menschen durch echte Kulissen laufen? Hier laufen sie dauernd durch grün ausgekleidete Studios, in die später die CGI-Nerds die passende Perspektiven bauen. Ich möchte eine sophisticated Story? Diese hier ist nach bestem Wissen und Gewissen zusammengeklaut. Dennoch: Ein großer Spaß.

Wenn man auf dem Weg zu einer unterhaltsamen Bond-Verneigung nichts falsch machen möchte, orientiere man sich an „Kingsman“. Ein Film, der von der ersten Minute an klar macht, dass er nicht für seinen Realismus ernst genommen werden möchte (als Film-Kunstwerk indes schon).

„Möchten Sie einen Drink, Sir?“ „Martini. Gin … natürlich keinen Wodka … Rühren Sie zehn Sekunden und sehen Sie eine verschlossene Flasche Wermut an!“ Matthew Vaughn ist aus der Abteilung jener, die sich eine absurde Geschichte nach dem Leitfaden anything-goes aussuchen und dann hemmungslos Zöpfe abschneiden und Vertraute killen. Nichts an seiner Geschichte ist neu aber alles ist neu erzählt. Ja, die ultra-ultra-geheime Geheimorganisation … ja, das tolle Equipment … könnte man – voreilig – langweilig finden … und zu Recht!

In Vaughns Filmuniversum sieht alles neu aus. Es gibt da diese rechte Hand des Oberschurken, Gazelle. Sie hat nur noch halbe Beine; den Rest ersetzen scharfe Klingen, mit denen die trainierte Kampfsportlerin alles niedermäht, was sich ihr in den Weg stellt. Sofia Boutella spielt sie. Und sie schafft es doch tatsächlich, ihre Comicfigur aussehen zu lassen, als habe sie … Mitleid. Gnadenlos effizient in ihrer Mordkunst leuchten ihre Augen stets, als müsse sie gleich weinen. Ihre Performance trifft ins Schwarze. Aber das ist nicht alles. Mathew Vaughn bietet lange, augenscheinlich ungeschnittene Sequenzen – die, natürlich am Computer getrickst wurden – in denen ein Kingsman eine Rotte schwer Bewaffneter niederkämpft. Diese Sequenzen mit schnellen Bewegungen, kunstvoll gesetzten Schüssen und Tritten machen Spaß … sind unsinnig, erkennbar getrickst, aber sie machen Spaß. Hier arbeiten Kamera, Schnitt, Regie, Schauspieler und SFX zusammen, um einen Fun-Film auf die Leinwand zu bringen und das haben sie hingekriegt.

Zwei Komponenten heben den Film heraus: Endlich wird Samuel L. Jackson entlarvt als das, was er ist … ein Samuel-L.-Jackson-Darsteller par excellence – im Grunde spielt er immer denselben. Hier tut er das mit pubertärer Hip-Hop-Garderobe aus Queens und quer sitzender Base-Cap … der denkbar größte Kontrast zu den Maßanzügen (natürlich kugelsicher) der Kingsmen aus der Savile Road. 

Dann ist da der Soundtrack von Henry Jackman und Matthew Margeson. Auch er gar nichts besonders … sowas komponieren Dir in Hollywood alle halbwegs kommerziell orientierten Musiker … trotzdem hat der Soundtrack diese spezielle Wucht-Note … und auch das, was einen guten Soundtrack eben manchmal ausmacht: Er begleitet Dich im Kinosessel Finger-schnippend auch während so Passagen, in denen gerade zwangsläufig mal nichts Sonderliches passiert.

Großes Comic-Kino!

Wertung: 8 von 8 €uro
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