Kinoplakat: Judge Dredd

Ein hübsch schrottiger
SciFi-Action-Spaß

Titel Judge Dredd
(Judge Dredd)
Drehbuch Michael De Luca + William Wisher Jr. + Steven E. de Souza
mit Charakteren von John Wagner + Carlos Ezquerra aus dem Comic "2000 A.D."
Regie Danny Cannon, USA 1995
Darsteller Sylvester Stallone, Armand Assante, Rob Schneider, Jürgen Prochnow, Max von Sydow, Diane Lane, Joanna Miles, Joan Chen, Balthazar Getty, Maurice Roëves, Ian Dury, Christopher Adamson, Ewen Bremner, Peter Marinker, Martin McDougall, Angus MacInnes, Louise Delamere, Phil Smeeton, Steve Toussaint u.a.
Genre Action
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
24. August 1995
Inhalt

Die Zukunft. Die Erde ist durch Kriege verwüstet. Die Menschen haben sich in gigantisce Metropolen zurückgezogen, die Mega Cities. Die größte von ihnen ist „Mega City One”, eine Stadt voller Korruption und Verbrechen, die sich hinter einem unüberwindlichen Schutzwall verbirgt. Das Gesetz wird von den Judges, einer Polizeiregierung, aufrechterhalten. Ihre Agenten, die „Street Judges” sind Polizisten, Richter und Henker in einer Person.

Der bekannteste Street Judge ist Joseph Dredd, der unbeirrt an das Gesetz glaubt und selbst für geringfügige Verbrechen oftmals drakonische Strafen verhängt. So kommt es vor, dass er das Auto eines Verkehrssünders kurzerhand mit einer Granate in die Luft jagt. Selbst seinen eigenen Bruder, den ehemaligen Street Judge Rico, hat er verurteilt. Seine jüngere Kollegin, Judge Hershey, kann solche übertriebene Härte nicht gutheißen und vermisst bei Dredd emotionale Tiefe. Dennoch ist sie schockiert, als Dredd des Mordes an dem bekannten Reporter Vardas Hammond und dessen Frau beschuldigt wird.

Dredd wird anhand des genetischen Fingerabdrucks an den Geschossen, die am Tatort sichergestellt wurden, verurteilt. Einzig die Entscheidung seines Mentors, des alten Chief Justice Fargo, sein Amt niederzulegen und als letzte Amtshandlung Dredds Strafe zu mildern, bewahrt diesen vor der Todesstrafe. Fargo geht ins Exil, in die verdorrten Länder jenseits der Stadtmauern. Dredds Gefangenentransport, auf dem er den Kleinganoven Herman „Fergie” Ferguson trifft, wird über der Wüste abgeschossen. Nur Fergie und Dredd überleben den Absturz, stehen aber direkt einer kleinen Familie von mutierten, gottesfürchtigen Kannibalen gegenüber, welche den Transport als „Nahrungsquelle” plündern wollen. Dredd kann sie ausschalten und trifft auf … Fargo.

Von Fargo erfährt Dredd die Wahrheit über seine Herkunft. Er ist das Ergebnis eines genetischen Experiments mit dem Ziel, einen perfekten, absolut guten Menschen zu erschaffen. Bei dem Versuch entstanden jedoch zwei Kinder, Joseph, der alle guten Eigenschaften in sich vereinte, und sein Bruder Rico, in dem sich die bösartigen Charakterzüge manifestierten. Rico ist nun zurück. Der opportunistische Judge Griffin hat ihn benutzt, um Hammond, der die Wahrheit über das Projekt erfahren hatte, zu töten und gleichzeitig Dredd und Fargo aus dem Weg zu räumen. Inzwischen ist er der neue Chief Justice und bereitet die Zucht einer ganzen Armee von genetisch optimierten Übermenschen als Street Judges vor …

Was zu sagen wäre

Armand Assante („Jimmy Hoffa“ – 1992; „1492 - Die Eroberung des Paradieses“ – 1992; „Die blonde Versuchung“ – 1991) spielt *hüstel* den genetischen Zwillingsbruder von Sylvester Stallone (City Cobra – 1986; Rambo – 1982; Rocky – 1976). Der Film ist nicht der große Wurf im Stallones Portfolio. Wieder spielt er den einsamen Rächer, der wortkarg für Recht und Ordnung sorgt, diesmal in utopischer Düsterkulisse auf einem Motorrad, das so breit ist, wie ein Mittelklassewagen. Die Düsterkulisse und die Teilnahme Diane Lanes (Straßen in Flammen – 1984; Rumble Fish – 1983; Die Outsider – 1983) sind die einzigen Augenmerke. Die Stadt, in der die Menschen vertikal leben, je tiefer desto düsterer, ist geil.

Der schlechtere Schwarzenegger

Der bessere Stallone-in-utopischer-Kulisse bleibt dennoch „Demolition Man” (USA 1993). Auch diese Zwillinge-Nummer ist ein wenig ausgelutscht – Himmel, vor sieben Jahren schon war Danny De Vito der Zwilling von Stallones Action-Konkurrent Arnold Schwarzenegger; muss man denn alles nachmachen? Alles in allem bewegt sich dieser SciFi-Punk gefährlich nahe an Schrott-Niveau. Interessant: Max von Sydow stellt sich nicht als der Schurke heraus; in Hollywood schien das Gesetz zu sein, dass der grimmig-gütig-faltige von Sydow am Ende immer der Böseweicht ist. Überraschung gelungen! Rob Schneider als comic relief erfüllt seinen Zweck. 

Ursprünglich war Arnold Schwarzenegger für die Dredd-Rolle vorgesehen, für die des Fergie war Joe Pesci die erste Wahl. Die Regie war unter anderem den Coen-Brüdern, Richard Stanley, Renny Harlin und Richard Donner angeboten worden. Obwohl der Film sehr schlechte Kritiken bekam, war er keinesfalls erfolglos. Bei Produktionskosten von 90 Millionen US-Dollar spielte er weltweit 113,5 Millionen US-Dollar wieder ein. Somit ist Judge Dredd Danny Cannons bisher erfolgreichster Film.

Zur Serienreife gelangte diese Comic-Verfilung nicht. 2012 dreht Pete Travis unter dem Titel Dredd eine Neuauflage, der auch kein Erfolg beschieden ist.

Wertung: 5 von 10 D-Mark