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Plakatmotiv: Joe gegen den Vulkan (1990)
Eine schräge Romantic Fantasy
Ein überzeugender Tom Hanks
Titel Joe gegen den Vulkan
(Joe versus the Volcano)
Drehbuch John Patrick Shanley
Regie John Patrick Shanley, USA 1990
Darsteller Tom Hanks, Meg Ryan, Lloyd Bridges, Robert Stack, Abe Vigoda, Dan Hedaya, Barry McGovern, Amanda Plummer, Ossie Davis, Jayne Haynes, David Burton, Jon Conrad Pochron, Jim Hudson, Antoni Gatti, Darrell Zwerling u.a.
Genre Komödie, Romantik
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
26. Juli 1990
Inhalt

Joe Banks arbeitet bei einem Hersteller medizinischer Geräte. Als er erfährt, dass er unheilbar krank ist, kündigt er den Job. Die Verabredung mit der Kollegin DeDe wird zum Fiasko.

Der Millionär Samuel Harvey Graynamore schlägt Banks vor, als Menschenopfer auf der Pazifikinsel Waponi Wu in einen Vulkan zu springen, damit die einheimische Bevölkerung einem Rohstoffvertrag zustimmt. Banks fliegt von New York nach Los Angeles. Dort lernt er die Töchter des Millionärs, Angelica und Patricia Graynamore, kennen; Patricia begleitet ihn auf seiner weiteren Reise. Die beiden heiraten und stürzen sich in den Vulkan …

Was zu sagen wäre

Langweilig, Dünnsinnig. Absurd. … Kann man alles sagen über diesen seltsamen Hybriden aus Romanze, Märchen und Coming-of-Age-Drama-mit-Erwachsenen, und man läge damit gar nicht so falsch. Es ist schwer, diesen Film ernst zu nehmen., der an seinen hohen Ambitionen scheitert – zumindest behauptet er Ambitionen, indem er Meg Ryan gleich dreimal besetzt, sein Setting betont künstlich hält, einem immer gleich gestalteten, stilisierten Blitz an den seltsamsten Stellen im Film platziert, und dieser Joe mehr Zustand als Charakter ist.

Joe Banks arbeitet im grauen fensterlosen Büro einer grauen Firma, die irgendwo zwischen grauen Pfützen lauter graugeswichtige Menschen beschäftigt, die Dialoge nah am Dadaismus pflegen. Joe Vorgesetzter bellt beständig ins Telefon, dass er „das so nicht gesagt“ habe, es aber gar nicht so meine und das habe er ja gar nicht gesagt und was er eigentlich genau zu tun hat, bleibt unklar. Als er schließlich kündigt, zählt er zusammen, dass er die Arbeit, die er hier in den zurückliegenden viereinhalb Jahren verrichtet habe, auch in einem halben Jahr hätte schaffen können. Als Joe später vor dem Großeinkauf von Kleidung gefragt wird, wie er sich denn normalerweise kleide, antwortet er, „na so wie jetzt“ und bekommt darauf die abschätzige Antwort, dann kleide er sich nicht.

John Patrick Shanleys Film spielt sich nicht in unserer Welt ab; eher scheint es so, als spiele sich die Geschichte in ihrer ganzen Künstlichkeit in Joes Kopf ab, als würden wir Zeuge, wie sich aus der Ursuppe ein Mensch herausbildet, der anfangs völlig ziel- und willenlos ist, ledigich weiß, dass er sterben wird und der im Laufe der Geschichte lernt, was man zum Leben halt so braucht – die Liebe zum Leben in einer phantastischen Natur, und die Liebe zu Meg Ryan (Harry und Sally – 1989; „Presidio“ – 1988; D.O.A. – Bei Ankunft Mord – 1988; Die Reise ins Ich – 1987; Top Gun – 1986), die drei Rollen spielt. Sie ist die neurotisch kieksige Kollegin, dann die depressiv Gelangweilte L.A.-Tussie. Und dann die niedliche Prinzessin mit eigenem Kopf, deren Verkörperung sie im aktuellen Kino beherrscht wie keine zweite.

Man kann den Film tatsächlich nur goutieren, weil Tom Hanks mitspielt („Scott & Huutsch“ – 1989; Meine teuflischen Nachbarn – 1989; „Punchline – Der Knalleffekt“ – 1988; big – 1988; Schlappe Bullen beißen nicht – 1987; Nothing in Common – 1986; „Geschenkt ist noch zu teuer“ – 1986; „Alles hört auf mein Kommando“ – 1985; „Der Verrückte mit dem Geigenkasten“ – 1985; Bachelor Party – 1984; Splash – Jungfrau am Haken – 1984). Der 34-Jährige ist der geborene Clown, spielt diesen Joe mit großer Souveränität als jung gebliebenen, zappeligen Sympathen, bei dem zu befürchten steht, dass seine Patricia ihm in den ersten Tagen der am Schlund des Vulkans geschlossenen Ehe noch wird zur Hand gehen müssen.

Mit solchen Gedanken kann man sich die Langeweile verkürzen, die durchaus zwischendrin mal aufkommt, weil der Film unterm Strich nicht weiß, wo er hin will. Dass er zwischen den genres hüpft, ist okay. Er sollte aber wissen, wo er wann was erzählen will. Das weiß John Patrick Shanley augenscheinich aber nicht.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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